Nach Abschluss der Flurbereinigungsverfahren Berkelaue: Skulptur ist ein Geschenk an die Stadt
„Die Badende“ wacht am Wehr

Gescher. Sie ist samt Podest etwa 1,70 Meter hoch, hat ein ausladendes Hinterteil und scheint mit ihrem leuchtend roten Badeanzug gerade zum Sprung ins Nass anzusetzen. Die Rede ist von der „Badenden“, die seit Montag an Alfers Mühle die Blicke auf sich lenkt. Enthüllt wurde die Skulptur, die dauerhaft hier stehen bleibt, durch Bürgermeister Hubert Effkemann und Hermann Pennekamp, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Berkelaue I und II. Als „Schlusspunkt“ dieser Verfahren ist „Die Badende“ ein Geschenk an die Stadt Gescher und soll künftig ein Markenzeichen für alle deutschen und möglicherweise auch holländischen Berkelstädte sein.

Mittwoch, 17.06.2015, 09:50 Uhr

„Vielleicht haben wir irgendwann ein ganzes Nixen-Ensemble entlang der Berkel“, leitete Frank Nießen von der Bezirksregierung seine kurze Ansprache ein. Üblicherweise gebe es am Ende eines Flurbereinigungsverfahrens ein Abschiedsgeschenk in Form von Gedenksteinen oder Wanderhütten. Beim Verfahren Berkelaue sei man einer Idee aus der Regionalen Berkel AG gefolgt, etwas „Identitätsstiftendes“ zu hinterlassen. Die Wahl fiel auf die lebensgroße Nachbildung der Skulptur „Die Badende“, die Winfried Nimphius vom Verein IBP Interkulturelle Begegnungsprojekte (Coesfeld) für den Berkelspazierung in Billerbeck geschaffen hatte.

Nießen erinnerte daran, was alles seit 1993 erreicht worden sei. Ausgehend von einem Naturschutzprogramm zwischen Stadtlohn und Vreden hätten sich die Aktivitäten schnell auf die Umsetzung des Gewässerauenprogramms an der gesamten deutschen Berkel erweitert. „Damit verbunden war auch der Einstieg in ein interkommunales Flächenmanagement, das neben den Naturschutzinteressen auch vielen kommunalen und staatlichen Infrastrukturmaßnahmen diente“, sagte Nießen. Auf der Erfolgsseite stünden heute 400 Hektar Auenfläche, 180 Hektar weitere Naturschutzflächen, 50 Hektar für Infrastruktur und 600 Hektar agrarstrukturelle Neuordnung. Nießen bedankte sich bei allen Beteiligten und wünschte der Stadt Gescher „viel Freude mit der Badenden“.

Hermann Pennekamp, dienstältester Vorsitzender einer Teilnehmergemeinschaft landesweit, skizzierte den Wandel, den Flurbereinigungsverfahren in den letzten Jahrzehnten erfahren hätten. Viele Probleme hätten sich nur lösen lassen, weil man Betroffene zu Beteiligten gemacht habe. „In diesen Verfahren darf es keine Verlierer geben“, meinte Pennekamp und bedankte sich bei allen beteiligten Kommunen und Behörden.

„Das ist ein guter Tag für Gescher“, äußerte sich Effkemann. Die Stadt bekomme etwas geschenkt und habe dabei schon in der Vergangenheit wiederholt von der Unterstützung des Schenkenden beim Flächenmanagement profitiert. Der Bürgermeister erinnerte an die Erfüllung von Ausgleichsverpflichtungen für Bebauungspläne, die Unterstützung bei der Erweiterung von Gewerbetrieben, die laufende Umgestaltung der Berkelaue oder die Flächenbereitstellung für den Radweg am Holtwicker Damm. Effkemann bedankte sich bei Pennekamp und Nießen und dem Team im Hintergrund für die gute, stets lösungsorientierte Zusammenarbeit. „Die Badende“ habe am Wehr einen guten Platz an der Nahtstelle zwischen bebauter und grüner Umwelt gefunden. „Die Bürger und Besucher der Stadt Gescher werden sicher viel Freude damit haben“, stellte der Verwaltungschef fest.

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