Bauausschuss stimmt für Bebauungsplan-Aufstellung / Anlieger-Bedenken entkräftet
Marien-Quartier auf gutem Weg

Gescher. Das Marien-Quartier ist auf gutem Weg. Einstimmig sprach sich der Bauausschuss am Mittwochabend für die Aufstellung des Bebauungsplanes im beschleunigten Verfahren aus. Den Bedenken und Argumenten der Anlieger der Kolpingstraße, die durch die geplanten Pkw-Stellplätze eine „erhebliche Wohnqualitätsminderung für Kolping- und Kettelerstraße, höheres Verkehrsaufkommen und -unsicherheiten sowie mehr Lärm“ befürchten, folgten die Politiker nicht. Die neuen Parkplätze erschwerten den Anwohnern der Kolpingstraße die Zufahrten zu ihren Garagen. Auch hätten Besucher der Kolpingstraßen-Anlieger dann keine Parkmöglichkeiten mehr. Hier allerdings verwies die Verwaltung auf ausreichende Pkw-Stellplätze auf dem nahe gelegenen Parkplatz Josef-Willenbrink-Straße.

Donnerstag, 18.06.2015, 20:34 Uhr

Und auch bei dem Planungsvorschlag, die acht Längsparkbuchten an der Kolpingstraße aufzugeben und an der Stelle zehn private Pkw-Plätze für die künftigen Bewohner des Areals zu platzieren, soll es bleiben.

Detailfragen wie mangelnder Bewegungsraum für die Müllabfuhr, die die Kolpingstraßen-Anlieger ebenfalls angeführt hatten, regele der Bebauungsplan nicht. Und um dessen Aufstellung gehe es zunächst einmal, hieß es am Mittwoch im Ausschuss. Doch abgesehen davon verspricht sich die Verwaltung durch die Neuordnung sogar größere Übersichtlichkeit auf der Kolpingstraße, die nach Wegfall der Längsbuchten auch breiter werde.

Im Übrigen müsse man im Zuge der Baugenehmigung grundsätzlich ausreichende Stellplätze nachweisen. Und da „verhagelt uns die Nutzung des zweiten Obergeschosses der Marienkirche als Fitness- und Bewegungsräume ein wenig den Schnitt“, so Wißmann.

Die Sorgen der Anlieger um die Nistmöglichkeiten von Dompfaff, Eisvogel und Mauersegler räumte Bauamtsleiter Wißmann ebenfalls aus. Dompfaff und Eisvogel treffe man an der Stelle nicht an; die Nistmöglichkeiten für Mauersegler blieben erhalten; gegebenenfalls werde man Brutkästen entsprechend anbringen.

Verständnis für die Bedenken der Anwohner, die bisher so zentral und ruhig gewohnt hätten, zeigte Christian Wellering (SPD). Doch „es wird nicht so viel anders; die Anlieger müssen mit den Veränderungen leben“, appellierte Wellering. Diesem Tenor schloss sich Günter Schültingkemper (CDU) an. Zwar teile seine Fraktion die Bedenken der Betroffenen „nicht in vollem Umfang, aber es wird unruhiger für sie“, sagte er. Man möge im Vorfeld mit den Betroffenen sprechen, wünschte Schültingkemper. Die Verwaltung sei im Gespräch mit dem Investor und erwarte, dass dieser zu einer Informationsveranstaltung zu dem Projekt „Wohnen im Alter“ in und um die Marienkirche einladen werde, antwortete Bürgermeister Hubert Effkemann.

„Respekt für Planer, Investor und Verwaltung“ drückte Andreas Langer (SPD) aus, denn „in das Quartier wird Leben einziehen.“ Zwar werde sich für die Anlieger etwas ändern, aber immerhin wohnten sie künftig nicht im Schatten eines großen Supermarktes, sondern im Herzen der Stadt. „Seien Sie offen; auch Sie gewinnen durch die neue Nachbarschaft“, ermutigte Langer.

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