Entfaltung ohne Schablonen: Diplom-Kreativtherapeutin (IBKK) Amrei Wies weckt verborgene Stärken
Zeit mit sich selbst verschwenden

Gescher. Die große Kunst ist es, einfach Zeit mit sich selbst zu verschwenden. Ohne Druck und Vorgaben testen, wohin die eigenen kreativen Stärken und Interessen führen. Genau dazu will Amrei Wies bewegen. „Ich möchte Kindern und Erwachsenen Raum und Zeit geben, sich selbst auszuprobieren“, sagt die Gescheranerin. Dafür hat sie am Institut für Ausbildung in Bildender Kunst und Kunsttherapie in Bochum ihr Diplom als Kreativtherapeutin abgelegt.

Mittwoch, 01.07.2015, 10:38 Uhr

Entfaltung ohne Schablonen: Diplom-Kreativtherapeutin (IBKK) Amrei Wies weckt verborgene Stärken : Zeit mit sich selbst verschwenden
Der Kreativität freien Lauf lassen, das möchte Amrei Wies allen Interessenten in ihrem Atelier ermöglichen. Dazu hat sie eine Ausbildung zur Kreativtherapeutin absolviert. Foto: Frank Wittenberg

Mit dem Thema Kreativität beschäftigt sie sich schon lange, denn seit mittlerweile 13 Jahren leitet Amrei Wies Spielgruppen, in denen auch dieser Bereich eine wichtige Rolle spielt. „Irgendwann wollte ich mehr wissen über Material und Verarbeitung“, erzählt sie. Eine Freundin, die als Kunsttherapeutin tätig ist, hat ihr Interesse geweckt, tiefer in die Materie einzusteigen. Eine Entscheidung, die gut überlegt sein musste, denn die Ausbildung in Bochum nahm drei Jahre lang jeweils ein Wochenende im Monat mit 16 Stunden ein.

Sie hat den Schritt gewagt und nie bereut, auch wenn eine arbeitsintensive Zeit hinter der 45-Jährigen liegt. Eine schriftliche und mündliche Prüfung gehörte zur Diplomarbeit, bei der sie das Thema „Ich-Stärkung in der Gruppe“ unter die Lupe genommen hat. „23 Jahre nach dem Abitur noch einmal so durchzustarten, war eine echte Herausforderung“, gibt Amrei Wies zu. „Aber die Chance, neue Erfahrungen zu sammeln, hat mich einfach gereizt.“

Nun ist sie Diplom-Kreativtherapeutin, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass sie nicht therapiert. „Obwohl die Kreativtherapie teilweise in Klinken angeboten wird, ist sie nicht von den Krankenkassen anerkannt“, erklärt sie. Dennoch weiß sie sehr wohl, dass diese Form der kreativen Arbeit durchaus an eigene Grenzen führen kann – und auch darüber hinaus. „Das kann auch im Alltag helfen“, betont Amrei Wies, die eben kein Basteln nach Schablonen anbietet, ganz im Gegenteil: „Wichtig ist, dass die Teilnehmer aus sich heraus arbeiten und die Ideen einfach fließen lassen.“

Wollte sie anfangs ihr neues Wissen nur in die Spielgruppen einfließen lassen, so reifte schnell die Erkenntnis, gerne noch mehr daraus machen zu wollen. Mit Rückendeckung ihres Mannes Dirk und ihrer drei Kinder hat sie in zwei hellen Räume an der Gartenstraße ihr Atelier eingerichtet, in denen sie unter dem Motto „Deine Kunst in meinem Raum“, verschiedene Angebote und Kurse durchführt. Dazu zählt auch ein offenes Atelier für Erwachsene an jedem ersten und dritten Dienstag im Monat sowie nach den Ferien an jedem Dienstag für Kinder und Jugendliche.

Was dort entsteht, liegt allein in den Händen der Besucher. Vorschläge könne sie liefern und abschätzen, welche Materialien sich für welchen Typ eignen. Das kann Malerei sein, Collagen, Körperbilder, Dekoratives, auch Maskenbau oder Pfiffiges aus Ikea-Möbeln. Holz, Ytong, Pappmachee, alles ist möglich. „Entscheidend ist, dass die Teilnehmer zur Ruhe kommen und selbst herausfinden, was ihnen liegt“, erklärt Amrei Wies. „Sie sollen einfach gespannt sein, was passiert.“
| www.amreis-atelier.de

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