Erwin Kowollik grub einen Sommer lang an magischem Ort: Dem Gelände von Burg Brockhusen in Estern
Mit Schüppe zur versunkenen Burg

Gescher. Dieser verwunschene Ort erschließt sich erst auf den zweiten Blick. „Hier lag die Vorburg.“ Erwin Kowollik deutet auf eine erste Erhöhung mitten im Wald im tiefsten Estern. „Und hier verlief der Burggraben.“ Entschlossen stapft er in seinen soliden Wanderschuhen durch die morastige Untiefe und erreicht die nächste Anhöhe eines magischen Fleckchens Gescheraner Erde: Die Burg Brockhusen im Gemen´schen Brook, im Volksmund auch „die versunkene Burg“ genannt. An der Grenze zu Südlohn liegt dieser verlassene Ort mitten im Wald. Eine Wegbeschreibung liefert Erwin Kowollik, Lehrer a. D. und Hobbyarchäologe, gleich mit: „Man nehme die Straße Gescher – Südlohn. Direkt an der Gemeindegrenze Gescher nach dem dritten linken Weg links liegt sie in einem von der Flurbereinigung verschonten Wäldchen.“

Samstag, 01.08.2015, 06:54 Uhr

Erwin Kowollik grub einen Sommer lang an magischem Ort: Dem Gelände von Burg Brockhusen in Estern : Mit Schüppe zur versunkenen Burg
Erwin Kowollik zeigt auf dem Gelände der versunkenen Burg Brockhusen in Estern an der Grenze zu Südlohn Reste alter Gerätschaften wie Krug und Beil, die er 1976 dort fand. Foto: Helene Wentker

Nur wenig Geschichtliches ist von Burg Brockhusen überliefert: Nach Kowolliks Recherchen benutzte sie Johann von Bermentvelde, bischöflicher Amtmann auf dem Braem, als Stützpunkt gegen Bischof Florenz von Münster. Als der Amtmann sich aber gegen den Lands-herrn wandte, eroberte der Bischof 1371 die Burg Brockhusen und auch die Burg Öding.

Von ihrer wechselvollen Geschichte zeugen noch heute einige Fundstücke, die Kowollik, mit Schüppchen und Pinselchen ausgestattet, 1976 zutage förderte: zerbrochene Mauer- und Ziegelsteine, Wurfkugeln, Schuhsohlen (die heute im Hamalandmuseum Vreden zu sehen sind) und auch ein Krug.

Einen Sommer lang buddelte Kowollik vorsichtig nach Relikten einer lange versunkenen Zeit. Aber Kowollik weiß seither: „Die versunkene Burg – das ist kein Märchen. Es hat sie 1371 tatsächlich gegeben, ist danach in Vergessenheit geraten. Gerettet wurde sie durch die Flurbereinigung. „Den Teil erhalten wir wie er ist“, sei damals entschieden worden. Und so kann man es heute noch suchen und finden, das versunkene Burggelände im tiefen Brook, das heiß umkämpft 1371 in die Hände des Bischofs von Münster und damit in einen Jahrhunderte währenden Dornröschenschlaf fiel.

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