Kino-Projekt hat Jugendlichen aus Gescher und Stadtlohn viel Spaß gemacht / Mit Smartphone gefilmt
„Koffer der Sehnsucht“ befüllt

Gescher. In Worten kann man den Begriff „Sehnsucht“ schneller fassen als mit dem Smartphone, doch auch das gelang rund 30 Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren der Losbergschule in Stadtlohn, der Don-Bosco-Schule und der Realschule in Gescher. Seit Beginn des Schuljahres arbeiteten sie an ihrem Film „Sehnsucht remixed“. Am Samstag präsentierten sie im Theatersaal in Gescher das Ergebnis. Medienpädagogin Anna Schlottbohm (Münster) und Theaterpädagoge Detlef Seitz (Essen) hatten die Kurs- und Projektleitung, während der Gescheraner Günter Döker vom Theaterverein „GrOßeFreiheit“ Organisation und Management des Projekts in den Händen hielt. Das Projekt wurde vom Bund gefördert im Rahmen der Aktionen „Kultur macht stark“ und „Jugend engagiert“.

Sonntag, 12.06.2016, 21:23 Uhr

Kino-Projekt hat Jugendlichen aus Gescher und Stadtlohn viel Spaß gemacht / Mit Smartphone gefilmt : „Koffer der Sehnsucht“ befüllt
Foto: az

Die Filmrequisiten, die in dem 16-minütigen Film verwendet wurden, lagen auf einem Tisch. Daneben hingen Skizzen und Fotos, die während des Projekts entstanden sind. Ein „Koffer der Sehnsucht“ konnte von den Besuchern mit Bildern oder Herzchen befüllt werden. Wer sehen wollte, wie der Film entstanden ist, konnte sich auch das anschauen.

Das Hauptziel der leider nur mäßigen Besucherströme war allerdings der Film mitten im Saal. Hauptfigur war Bonito Krasniqi, Schüler der Realschule in Gescher. „Es geht in dem Film darum, dass sich meine Eltern gestritten haben und ich abgehauen bin“, so Bonito. Gedreht wurde der Film mit Ton, der allerdings im Endprodukt ersetzt wurde durch Geräusche und Musik.

„Wir hatten das Radio in dem Auto so aufgedreht, dass das Auto hinterher nicht mehr ansprang“, gestand Jannik Schlüter (Don-Bosco-Schule) lachend. Alles haben die Jugendlichen selbst gemacht. Fabian Düwing, Losbergschule Stadtlohn, hat sich hauptsächlich um die Kamera und den Schnitt gekümmert. „Mit einem Smartphone zu filmen, war ein besonderes Erlebnis“, so Fabian.

Auch Jona Eßling (Realschule Gescher) war begeistert von dem Projekt: „Ich habe Regie geführt und mit geplant. Am schönsten war für mich, dass man mit anderen Jugendlichen zusammen etwas Produktives macht.“ Und ihre Freundin Pia Eßling ergänzte: „Neue Freundschaften sind dadurch entstanden.“

Ein Drehbuch gab es nicht. Alles haben sich die Jugendlichen selbst ausgedacht. „Für uns war der Begriff ,Sehnsucht’ griffig, für die Jugendlichen war er anfangs nur komisch. Die Toleranz füreinander ist bei allen gewachsen“, so Schlottbohm. „Ich hatte vorher kein Smartphone. Bei dem Projekt haben wir uns technisch verjüngt“, fasste auch Seitz seinen persönlichen Gewinn zusammen. Döker äußerte pure Begeisterung: „Dass die Sehnsucht so schön und so plastisch dargestellt würde, hätte ich nicht gedacht.“ Er hofft auf Neulinge, die sich am Theaterprojekt „Machtlos. Kinder aus suchtbelasteten Familien“ beteiligen. | www.sehnsucht-remixed.org

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