Pfarrer weihten „Hilgenhüesken“ während des ökumenischen Nachbarschaftsgottesdienstes ein
Zeit des Erntens ist gekommen

Gescher (sk). Seit mehr als 15 Jahren gehört der ökumenische Gottesdienst der Nachbarschaften zum festen Bestandteil im Terminkalender. In diesem Jahr konnte neben dem Gottesdienst das sogenannte „Hilgenhüesken“ auf dem Museumshof eingeweiht werden.

Dienstag, 04.10.2016, 15:14 Uhr

Pfarrer weihten „Hilgenhüesken“ während des ökumenischen Nachbarschaftsgottesdienstes ein : Zeit des Erntens ist gekommen
Pfarrer Wennig (M) von der katholischen Kirche und sein evangelischer Amtsbruder Pfarrer Jung (l) segneten das Hilgenhüesken auf dem Museumsgelände. Fotos: sk Foto: az

Nachbarschaftsoberpräsident Werner Bönning konnte rund 300 Besucher auf dem Museumshof begrüßen. „Ich freue mich, dass so viele Menschen zu diesem gemeinsamen Gottesdienst gekommen sind“, sagte Pfarrer Hendrik Wenning, der erstmals mit seinem evangelischen Amtsbruder Rüdiger Jung die Feier zelebrierte. Rund 300 Gescheraner hatten trotz des wechselhaften Wetters den Weg zum Museumshof gefunden. Mit dabei auch zahlreiche Nachbarschaften, die den Museumshof mit ihren Fahnen zierten.

„Entweder endet oder es beginnt ein solcher Gottesdienst mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich ...“ hieß es, und so stimmten die Besucher dieses bekannte Lied an. In seiner Ansprache betonte Pfarrer Jung, es sei nicht selbstverständlich, dass die Mühen des Pflügens, des Säens und auch des Erntens von Erfolg gekrönt seien. „Nicht das Wichtigste wird uns geschenkt, sondern alles wird uns geschenkt“, sagte er. Weiter führte er aus, dass die Gescheraner auch Dank für das Zusammenleben mit den in der Stadt untergebrachten Flüchtlingen sagen dürften. „Wir leben in einer lebendigen Stadt, in der engagierte Menschen zusammenstehen, um zu helfen“, so Jung weiter. Musikalisch wurde der Gottesdienst von Patricia Honrath am Saxophon und Rüdiger Jung am Keybord gestaltet.

Elmar Rotherm, Vorsitzender des Heimatvereins, bat die zahlreichen Besucher, nicht nur der Einweihung des Hilgenhüeskens beizuwohnen, sondern auch das Erntedankfest zu besuchen. Franz-Josef Menker beleuchtete die Entstehung des Hilgenhüeskens mit der aufgestellten Marien-Statue auf dem Museumshof. Der im Jahr 2004 tödlich verunglückte Holztechniker und Tischlermeister Hugo Lölfing schuf aus altem Eichenholz in seinem Garten das für das Münsterland typische Hilgenhus. Der Tischler merkte, dass er „Gold in seinen Händen“ hatte, denn er besaß die Fähigkeit, Holz durch seine Schnitzereien ein Gesicht zu geben. So überarbeitete und restaurierte er das Chorgestühl und Beichtstühle der St. Pankratius-Kirche. Seine Lieblingsfiguren waren neben der Muttergottes, der hl. Antonius und für den Feuerwehrmann bezeichnend, der hl. Florian. Die Geschwister des Gescheraner Künstlers freuten sich, dass auf diese Weise Hugo Lölfing eine späte Ehrung erfährt.

Unter der Leitung von „Museumsbaas“ Alfons Haar wurde das Hüesken ab- und im Museumshof wieder aufgebaut. Es fehlte eine entsprechende Heiligenfigur. Diese fand man in einer Bronzenachbildung der Madonna von Frido Graciani aus der Toscana.

Die Besucher fanden kaum Platz, um der Einweihung durch Pfarrer Wenning beizuwohnen. Unter Applaus enthüllte Elmar Rotherm die Statue, bevor Pfarrer Wenning sie mit Weihwasser besprengte und segnete. Mit einem Marienlied ehrte die Gemeinde die Gottesmutter.

Währenddessen war im Brauhaus die Kaffeetafel gedeckt. Es gab genügend Gelegenheit, bei Kaffee, Kuchen oder gekühlten Getränken zu klönen und den Tag zu beschließen.

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