Gescher
Jugendliche wollen gehört werden

Gescher. Jugendliche wollen gesehen und gehört werden, haben Wünsche und wollen sich einbringen. Das sind Ergebnisse des Langzeitprojektes „Wir sind Zukunft“, bei dem Gescheraner im Alter von 12 bis 27 Jahren in unterschiedlichen Sozialräumen über mehrere Monate befragt worden sind. Eine Zusammenfassung stellte Anatolij Saimak, Leiter des Kinder- und Jugendbüros in Gescher, im Ausschuss für Generationen vor und erntete viel Lob: „Das ist ein großartiges Projekt mit herausragenden Ergebnissen“, meinte Sandra Berlekamp vom Fachbereich Jugend und Familie des Kreises Borken. Und im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass Politik und Verwaltung künftig nicht nur über Jugendliche, sondern öfter auch mit ihnen sprechen wollen. „Da kann ein Stück Kultur entstehen“, hofft Ausschussvorsitzender Ansgar Heming (SPD).

Dienstag, 04.06.2019, 15:16 Uhr
Gescher: Jugendliche wollen gehört werden
Was sich Kinder und Jugendliche für Gescher wünschen, haben sie unter anderem in einem Filmprojekt unter der Leitung von Klaus Uhlenbrock (l.) zum Ausdruck gebracht. Das Ergebnis ist unter der Überschrift „Tagesthemen Gescher 2028“ auf der Plattform YouTube zu sehen. Foto: az

Von Mai bis Dezember 2018 hat die Befragung im Rahmen des vom Landschaftsverband geförderten Projektes stattgefunden. Es ging darum, den aktuellen Stand der Infrastruktur und die Freizeitmöglichkeiten in der Stadt Gescher sichtbar zu machen, Ideen für vielseitige Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit zu sammeln, Partizipation zu fördern und die Kooperationsarbeit zwischen allen Beteiligten zu stärken. Beim Team-Workshop seien die Teilnehmer zum Einstieg aufgefordert worden, Gescher mit einem einzigen Wort zu beschreiben. Die Bandbreite war groß, schmunzelte Saimak und reichte von „schön“, „Heimat“ und „naturnah“ bis „Katastrophe“, „langweilig“, „alt“ und „ausgestorben“. Gefragt wurden die jungen Gescheraner auch, was aus ihrer Sicht eine gute Kinder- und Jugendarbeit in Gescher verhindere und was zu tun sei. Da gab es Wünsche nach kompetentem Personal, einem Jugendsprecher, einem Jahreskalender mit Terminen und mehr Aktionen im Park oder im Freibad.

Über „Steckbriefe“ von aktiven Jugendgruppen und Video-Statements wurden weitere Jugendliche in die Befragung eingebunden. Ein Ergebnis ist ein bei YouTube zu sehendes Video mit dem Titel „Tagesthemen Gescher 2028“. Auch der Fotostand in Verbindung mit einer „Wunschwand“ beim Stadtfest unter dem Motto „Deine Ideen für deine Stadt“ fand große Resonanz. Dabei wurde deutlich: Geschers Jugend wünscht sich unter anderem mehr Wertschätzung fürs Ehrenamt, bessere Busverbindungen, „Chillplätze“ mit Freifunk und vielseitige Angebote für verschiedene Zielgruppen.

„Wir müssen diese Dinge aufgreifen und daran arbeiten“, kommentierte Heming den Vortrag. Es gelte, Offenheit gegenüber Jugendlichen zu zeigen und die Hürden niedrig zu halten. Auch Besuche in den örtlichen Jugendhäusern seien sinnvoll. Bernd Witte (CDU) freute sich, dass so viele Kinder und Jugendliche zu Wort gekommen seien und sah „gute Ideen“. Nicht alles werde sich sofort umsetzen lassen, aber auch das sei ein Stück Lebenserfahrung. Johannes Schneider (SPD) riet dazu, Kinder und Jugendliche einzuladen, ihnen zuzuhören und den Ausschuss mal im „Chillout“ tagen zu lassen. Außerdem empfahl er ein „Nachfolgeprojekt“, um eine der vielen vorgetragenen Ideen umzusetzen.

Bürgermeister Thomas Kerkhoff versicherte, dass Anliegen von Jugendlichen, die das Rathaus erreichten, hier ernst genommen würden. Er könne sich auch vorstellen, als Bürgermeister eine Jugendsprechstunde im „Chillout“ abzuhalten.

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