Gescher
Dankbar für Lebensmittel sein

Gescher (sk). Vom mäßigen Wetter ließen sich die Gescheraner nicht abhalten und so konnte der Oberpräsident der Nachbarschaften, Werner Bönning, am Samstag mehr als 100 Gäste auf dem Museumshof begrüßen. Sie kamen, um den traditionellen ökumenischen Gottesdienst mitzufeiern. Fahnenabordnungen der verschiedensten Nachbarschaften bildeten dabei eine herrliche Kulisse. Zum Schutz vor dem immer wieder einsetzenden Regen hatte der Heimatverein vorsorglich Zelte aufgebaut.

Dienstag, 01.10.2019, 16:12 Uhr
Gescher: Dankbar für Lebensmittel sein
Viele Nachbarschaftsmitglieder ließen sich vom regnerischen Wetter nicht abschrecken und kamen zum ökumenischen Gottesdienst. Fotos: sk Foto: az

Seit fast zwanzig Jahren lädt der Oberpräsident die Nachbarschaften zu diesem ökumenischen Gottesdienst, der immer am Tag vor dem Erntedankfest fällt, ein. Erstmalig, so Pfarrer Rüdiger Jung von der evangelischen Kirchengemeinde, hatte man mehr Liederzettel als benötigt. Dennoch waren er als auch Diakon Hubert Borgert über die große Beteiligung überrascht. In seiner Ansprache betonte Borgert, dass es im Grunde heute schwerfalle, „Ernte-Dank“ zu feiern, seien doch alle Lebensmittel, Früchte, Obst jederzeit in den Supermärkten in Fülle erhältlich. Er denke dabei nicht nur an die schwere Erntearbeit, sondern auch an die Pflanzzeit zum Beispiel der Reis- und Kaffeebauern, die trotz der harten Arbeit kaum ihre Familien ernähren könnten. Gerade jetzt sei der Kaffee auf dem Weltmarkt, auf dem Rücken der Bauern, so günstig wie noch nie.

In den Fürbitten wurde dementsprechend insbesondere der Lebensmittelproduzenten, sprich der Landwirte gedacht, die in manchen Medien immer wieder als „Klima- und Umweltkiller“ dargestellt würden. Musikalisch passend gestaltet wurde der Gottesdienst durch Gudrun Brands, die sich mit ihrem musikalischen Können immer wieder bei dieser öffentlichen Feier einbringt.

Nachbarschafts-Oberpräsident Bönning zeigte sich begeistert, dass die Gescheraner an dieser fast 20-jährigen Tradition festhielten. Es könne keine bessere Kulisse in der Glockenstadt geben als auf dem Museumshof, sagte er. „Hausherr“ Elmar Rotherm, Vorsitzender des Heimatvereins Gescher, lud die Gäste ein, das Erntedankfest des Vereins zu besuchen. Kurz sprach er das Problem „Plastikmüll“ an. Der Heimatverein werde seine Bestände an Einweggeschirr und -besteck aufbrauchen. „Und dann gibt es nur noch Porzellan und Mehrweg-Geschirr“, sagte er. „Jeder von uns kann und soll seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, so Rotherm, „damit wir und unsere Nachkommen auch in Zukunft Erntedank feiern können“.

Das Brauhaus auf dem Museumsgelände konnte die Besucher kaum fassen, als anschließend der Heimatverein zu Kaffee und Kuchen einlud. Und so musste mancher Teilnehmer mit den aufgestellten Zelten vorliebnehmen. Dank sprachen Elmar Rotherm und Werner Bönning der Nachbarschaft „Scholle Hook“ aus Tungerloh-Pröbsting aus, die an diesem Tag die Bewirtung vornahm, allen voran der amtierende Karnevalsprinz „Andy“ (Schücking).

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