Gescher
Ausschuss setzt klares Stoppzeichen

Gescher (js). Groß war die Begeisterung im Fachausschuss, als Architekt Rainer Wies – Mitglied der Schulhof AG an der Gesamtschule – Anfang September ein Konzept für die Neugestaltung des Schulhofes vorstellte. Der Schulausschuss beauftragte die Verwaltung, einen Bauabschnittsplan mit Kostenschätzung zu erstellen. Das Ergebnis kam jetzt im Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Umwelt auf den Tisch – und führte dazu, dass manchem Kommunalpolitiker fast der Kitt aus der Brille gefallen wäre. Die zu bearbeitende Fläche umfasst rund 23 500 Quadratmeter. Bei einer Umsetzung des Gesamtkonzeptes – denkbar in sechs Bauabschnitten – würden Gesamtkosten von rund 3,275 Millionen Euro entstehen. „Ob wir uns das leisten können, müssen Sie entscheiden“, gab Klaus Schnieder vom Gebäudemanagement den Ball an die Politik weiter.

Samstag, 02.11.2019, 11:00 Uhr aktualisiert: 02.11.2019, 14:24 Uhr
Gescher: Ausschuss setzt klares Stoppzeichen
Wenig attraktiv ist der Schulhof an der Gesamtschule mit den fast 50 Jahre alten Pflaster- und Asphaltflächen. Doch eine Neugestaltung nach dem jüngst vorgelegten Konzept würde über 3,2 Millionen Euro kosten – unrealistisch, urteilten die Politiker im ILU-Ausschuss. Foto: az

Das Urteil fiel relativ eindeutig aus: „Die Planung ist toll, aber unter diesen Voraussetzungen nicht umsetzbar“, meinte Stephan Pierk (Grüne). Er schlug vor, dass Verwaltung und Schulleitung gemeinsam über machbare Alternativen sprechen sollten. Klaus Schonnebeck (SPD) und Matthias Homann (UWG) lehnten die Millionen-Ausgabe ebenfalls ab, forderten aber ein Gesamtkonzept für alle Gescheraner Schulen. „Wir müssen wissen, was wir in den nächsten Jahren vor der Brust haben“, meinte Schonnebeck. Schnieder verwies darauf, dass man erst Planungen haben müsse, um auf deren Basis Kosten zu ermitteln. Aus der Hüfte heraus mache das keinen Sinn.

Es sei folgerichtig gewesen, so Günter Schültingkemper (CDU), nach der Gebäudesanierung im Schulzentrum auch das Außengelände zu betrachten. „Die Kostenschätzung bremst uns aber aus“, stellte er fest. Er schlug vor, das Thema hintenan zu stellen. Guido Kallaus (FDP) drängte darauf, zumindest den Bestand zu pflegen und mit kleineren Maßnahmen aufzuwerten.

Nach einigem Hin und Her folgte der Ausschuss mehrheitlich dem Vorschlag von Professor Dr. Martin Klein (SPD, die Weiterentwicklung des Schulhofes nicht zu forcieren, aber das Gespräch mit der Schulleitung zu suchen. Alle weiteren Anträge aus den Fraktionen sollen möglichst bis zur Sitzung des Ausschusses für Generationen in der kommenden Woche (6. 11.) präzisiert und vorgelegt werden.

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