Gescher
Neuaufbau bis Sommer 2020 geplant

Gescher. „Das war schon ein Schock“, bekannte Raiffeisen-Geschäftsführer Martin Duesmann-Artmann. Nach dem Einsturz eines Silos auf dem Gelände der Genossenschaft am Sonntag, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, begannen gestern die umfangreichen Folgearbeiten. Drei Autokräne der Firma Greving sichern die verbliebenen Silos, parallel hat die Demontage der Befülltechnik auf den 34 Meter hohen Speichern begonnen. Mindestens zwei weitere Silos sind so stark beschädigt, dass sie abgebaut werden müssen, beim vierten muss der Zustand noch geprüft werden. Der Schaden erreicht Millionenhöhe, ist nach Auskunft von Duesmann-Artmann aber über eine Versicherung abgedeckt. Fest steht, dass die zerstörten oder beschädigten Silos an gleicher Stelle und in der bisherigen Größe neu aufgebaut werden. Bis zum Erntebeginn im Juli 2020 müsse alles fertig sein.

Dienstag, 05.11.2019, 09:08 Uhr
Gescher: Neuaufbau bis Sommer 2020 geplant
Nach dem Silo-Einsturz am Sonntag sichern drei tonnenschwere Autokräne die anderen Türme auf dem Raiffeisengelände, von denen zwei ebenfalls stark beschädigt wurden. Am Montag wurde mit der Demontage der Befülltechnik in 34 Metern Höhe begonnen. Foto: Jürgen Schroer

Ein Kunde der Raiffeisen-Tankstelle reagierte am Sonntagmittag sofort, als er einen lauten Knall hörte und den Silo-Einsturz bemerkte. Auch die Anlieferungshalle wurde beschädigt. 1200 Tonnen Weizen rieselten aus dem geplatzten Speicher. Die Feuerwehr sperrte das Gelände ab und forderte von der Bocholter Wehr eine Drohne zur Lufterkundung an. Mindestens ein weiterer Turm, so das Ergebnis, sei einsturzgefährdet. In Absprache mit allen Beteiligten und einem Statiker wurde entschieden, ein Kranunternehmen mit der Sicherung der Türme zu beauftragen. Drei schwere Autokräne rollten an, um die Gefahr weiterer Einstürze zu bannen. Die Ausleuchtung der Einsatzstelle übernahmen Kräfte vom Technischen Hilfswerk (THW). Über die Ursache des Silo-Platzers herrscht auch bei den eingeschalteten Fachleuten weiterhin Rätselraten: „Da gibt es bislang keine Erklärung“, so Duesmann-Artmann. Die 34 Meter hohen Silos aus Stahlblech seien 2004 in Betrieb genommen und ordnungsgemäß betrieben worden. Normalerweise hätten diese Speicher eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren.

Gestern begannen Mitarbeiter der Firma Knospe, ein Spezialist für Getreidefördertechnik, mit der Demontage der Befülltechnik auf den vier betroffenen Silos. Voraussichtlich ab Mittwoch geht es dann weiter mit dem Rückbau der Türme, die parallel entleert werden müssen. Weizen und Gerste befindet sich darin. Im vierten Silo, bei dem bislang nur leichte Schäden erkennbar sind, lagert Roggen. Die Qualität der Ware und deren Vermarktungsmöglichkeiten müssten geprüft werden, so Duesmann-Artmann.

Unabhängig von den laufenden Arbeiten im Silobereich geht der Geschäftsbetrieb der Raiffeisen Hohe Mark Hamaland eG ohne Einschränkungen weiter. Erreichbar ist das Gelände über die Straße Am Campus; die Zufahrt vom Venneweg aus bleibt vorerst gesperrt.

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