Haushalt 2020 eingebracht
Viel Geld für Schulen und Straßen

Gescher. Die Luft wird dünner, aber die Stadt Gescher erreicht ihre Ziele für das Haushaltsjahr 2020. Trotz hoher Investitionen – für Baumaßnahmen sind 9,2 Millionen Euro vorgesehen – verbleibt ein Überschuss von 68 000 Euro. „Quasi eine schwarze Null“, sagte Bürgermeister Thomas Kerkhoff gestern Abend bei der Einbringung des Zahlenwerkes im Rat. Aufgrund des knappen Überschusses sehe die Verwaltung keinen Senkungsspielraum bei den Realsteuern, deren Hebesätze bleiben unverändert. Wie Kerkhoff ankündigte, sei dies nicht sein letzter Haushalt, den er in Gescher einbringe – weil die Wahlzeit der Bürgermeister erst Ende Oktober 2020 ende und der neue Rat sich danach innerhalb von sechs Wochen konstituieren müsse, werde er auch den Haushalt 2021 noch vorlegen. Worte von Abschied seien deshalb jetzt nicht angebracht.

Donnerstag, 14.11.2019, 18:05 Uhr aktualisiert: 14.11.2019, 19:09 Uhr
Haushalt 2020 eingebracht: Viel Geld für Schulen und Straßen
Foto: az

Nach drei guten Jahren mit deutlich positiven Jahresüberschüssen verwies der Verwaltungschef auf die sich abflachende Konjunktur, deren Vorboten auch in Gescher spürbar seien. „Die Steigerungsraten bei den Einnahmen werden nicht so weitergehen wie bisher“, sagte Kerkhoff. Bei der Gewerbesteuer rechnet die Stadt mit Einnahmen von zwölf Millionen Euro, während sich die Schlüsselzuweisungen aus Düsseldorf auf niedrigem Niveau einpendelten. Bedingt durch die gestiegene Steuerkraft der Stadt müssten bei Kreis- und Jugendamtsumlage 1,41 Millionen Euro mehr abgeführt werden als 2019 – das seien 35 Prozent der gesamten Erträge.

Licht und Schatten bietet das Thema Verschuldung. Planmäßig sei es im laufenden Jahr gelungen, die letzten 2,5 Mio. Euro Kassenkredite zu tilgen. Die Abkehr von diesem „süßen Gift“ sei geschafft, so Kerkhoff. Auf der anderen Seite müssten für notwendige Investitionen in den Jahren 2020 und 2021 neue Kredite aufgenommen werden, unter dem Strich ein Anstieg der Neuverschuldung um netto 6,6 Millionen Euro. Die Gesamtverschuldung der Stadt erhöhe sich dadurch bis Ende 2021 auf 24,7 Mio. Euro. Daher müsse man eher von einer „grauen Null“ sprechen. Wie Kämmerer Christian Hübers ausführte, drohe im Finanzplanungszeitraum bis 2023 keine Haushaltssicherung, auch wenn sich für 2021 ein Defizit von 231 000 Euro abzeichne.

Satte 9,2 Millionen Euro will die Stadt 2020 investieren. Dickster Brocken ist die Pankratiusschule mit 3,2 Millionen Euro. Hierzu teilte Kerkhoff mit, dass die Baugenehmigung für das Projekt erteilt sei, sodass man schnell weiter an die Umsetzung gehen wolle. 1,735 Millionen Euro sind für diverse Straßenausbauten im Stadtgebiet vorgesehen. Auch das Projekt K 44n (Verlängerung Schildarpstraße) soll endlich angegangen werden und steht mit einer Million Euro im Haushalt. Bis 2023 beläuft sich das Investitionsvolumen auf knapp 25,6 Millionen Euro (siehe Grafik).

In der kommenden Woche (Montag, Dienstag und Mittwoch ab 18 Uhr) finden drei Haushaltslesungen statt, in denen die Verwaltung Einzelheiten aus dem umfangreichen Zahlenwerk erläutert. Die Verabschiedung soll in der Ratssitzung am 11. Dezember erfolgen.

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