Gescher
Von Greta bis zu rollenden Pinnchen

Gescher. „Ich fliege niemals nach New York, mach keine Kreuzfahrt nach Hawaii“, schallt es von der Bühne zur bekannten Melodie des Klassikers von Udo Jürgens, als der Vokal Total Männerchor sein neuestes Stück den Jecken im Saal Tenbrock präsentiert. Unter dem Motto „Helau för Klimatet“ forderte der Chor beim Gala-Abend der Stadtkarnevalisten die Erlaubnis für ein bisschen Spaß und manch tierische Wurst. Die junge Klimaaktivistin Greta ist dabei nicht nur in der Vokalisten-Runde Thema, auch Bürgermeister Kerkhoff als Zirkusdirektor nimmt sie in seiner Meisterbüttrede aufs Korn.

Montag, 18.11.2019, 07:30 Uhr
Gescher: Von Greta bis zu rollenden Pinnchen
Auch Björn Schmitz (r.) – hier mit Prinz Andy II. – weiß, mit welchen Songs er die anwesenden Narren von ihren Stühlen holen kann. Foto: az

Bevor aber der lokale Jecken-Männergesang den Glockenstadtnarren einheizt, sind manche Highlights bereits gesetzt. Nachdem Jens Nienhaus und Theo Heisterkamp die Saalgäste begrüßt und sich für den besten Vorverkauf aller Zeiten bedankt hat, empfängt das Narrenvolk seinen Vollgas-Prinzen Andi II (Schücking) unter Jubelstürmen. „Ich bin stolz, mit dem Wappen auf der Brust meine Heimatstadt zu vertreten“, weiß Prinz Andi II seine emotionale Prinzenrede zu beenden und betont dabei, dass nun nach 50 Jahren Stadt Gescher dann ein Prinz aus Tungerloh in der Glocke stehen konnte: „Jetzt fühlen wir uns endlich als echte Gescheraner.“ Die Stadtkarnevalisten haben wieder keine Kosten und Mühen gescheut, um einen fulminanten Abend zu bieten. Sogar die Polizei in Person von Polizist Martin Pollmann lässt es sich nicht nehmen, einige mahnende Worte in Richtung Coesfeld und dem heutigen Problem der Fake News im Internet zu richten: „Früher hieß es: Polizist rettet leicht bekleidete junge Dame – heute: Spanner in Uniform schlägt wieder zu.“ Ein besonders breites Lächeln im Gesicht hat an diesem Abend Hubert Effkemann, der vom Verbandspräsidenten Jörg Schröder des Bundes westfälischer Karneval (BWK) für seine Verdienste mit Urkunde und Orden geehrt wird. Die Karnevalisten lassen es sich zudem nicht nehmen, grenzübergreifend zu handeln und so erhält auch Gerd Jansen aus dem befreundeten Neede eine entsprechende Auszeichnung des BWK. Er und seine Frau Melanie sind sichtlich überrascht über diese Auszeichnung und freuen sich gemeinsam mit Effkemann unter dem dreifachen „Gescher-Helau“ der Gratulanten. Minigarde, Prinzengarde, Tornangels und Jugendtanzgarde zeigen ihr ganzes Können und sorgen für nicht enden wollende Zugaberufe. Denen muss sich auch Comedy-Ikone Heinz Gröning gleich mehrfach beugen, der mit einem Lied nach dem anderen die Narren zum Mitsingen und Lachen bringt. Eingeheizt wird auch von Björn Schmitz aus Coesfeld, der mit vollem Körpereinsatz einen großen Vorgeschmack auf seinen nächsten Auftritt beim „Hells-Bells-Abend“ gibt. In den kurzen Pausen des strammen Programms hält der Musikzug Gescher unter der Leitung von Sebastian Busch den Saal musikalisch bei Laune. Die Glockenfunken sorgen sodann für tiefe Einblicke in das Prinzenjahr und stellen den gesamten Ablauf stumm, aber humorvoll kommentiert von Jannis Blesenkemper, vom ersten „Schreckenstelefonat“ mit Theo bis zum letzten Hemd des dauertrinkenden Prinzen dar. Die Berkelschwimmer (Tränke I und Rote Socken) lassen sich Baywatch-like vor dem weißen Hai retten, bevor die Berkelpinnchen äußerst „aufgebläht“ ins Finale starten und noch einmal vollen Einsatz von allen Anwesenden fordern.

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