Gescher
Zeugin hat lautstarken Streit gehört

Gescher/ Münster. Einen lautstarken Streit will die Schwester einer Nachbarin am Neujahrstag aus der Wohnung des 48-jährigen Mannes am Amselweg gehört haben, der dort vermutlich am Neujahrstag 2019 getötet worden ist. Dies sagte die Frau am Montag im Schwurgerichtsverfahren gegen einen 52-Jährigen aus. Diesem wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, den 48-Jährigen ermordet zu haben.

Montag, 18.11.2019, 23:52 Uhr
Gescher: Zeugin hat lautstarken Streit gehört
Foto: az

Die Zeugin, die bei ihrer Schwester zu Besuch gewesen sei, habe gegen 19 Uhr im Treppenhaus einen Mann in einem dunkelbraunen Blouson mit beigefarbenem Fellbesatz und einer Wollmütze auf dem Kopf gesehen. Dieser sei zielstrebig und „zornig“ auf die einen Spalt breit geöffnete Wohnungstür des Opfers zugegangen. Das Gesicht des Mannes habe sie allerdings nicht erkennen können. Er habe aber etwa dieselbe Körpergröße wie sie selbst gehabt, sagte die Zeugin auf Nachfrage der Vorsitzenden Richterin, sei damit etwas größer als 1,60 Meter gewesen. Der Mann soll sich „wie ein Russe“ bewegt haben, soll die Zeugin bereits bei der Vernehmung durch die Polizei in Borken geäußert haben. Danach habe sie gehört, wie sich zwei Männer auf Russisch angeschrien und beleidigt hätten. Es sei das russische Wort für „Hure“ gefallen. Außerdem sagte die Zeugin aus, dass es sich angehört habe, als wenn sich die beiden Männer geschubst hätten. Dann habe sie ein Klirren von heruntergefallenem Geschirr vernommen. Schließlich habe sie ein dumpfes Geräusch gehört, als wenn jemand zu Boden gefallen sei.

Die Schwester einer anderen Nachbarin, die ebenfalls in dem Haus am Amselweg zu Besuch gewesen ist, will das Opfer noch am Nachmittag des 2. Januar gesehen haben. Man habe sich im Flur kurz auf Russisch gegrüßt. Auch ein Tankstellenbetreiber aus Gescher wurde zu den Geschehnissen am Neujahrstag befragt. Das Opfer, das er als Kunden kannte und nur 300 Meter entfernt gewohnt habe, habe am Neujahrstag gegen 15 Uhr bei ihm im Shop Alkohol eingekauft. Dieser soll den Shop gut gelaunt betreten haben. „Der sah so aus, als wollte er noch fröhlich weiter den Jahreswechsel feiern.“ Danach habe er den 48-Jährigen, der alle zwei Tage bei ihm eingekauft habe, nicht mehr gesehen. Allerdings habe er die Videoaufnahmen danach nicht mehr überprüft, sagte der Zeuge auf Nachfrage des Verteidigers. Während der zwölfstündigen Öffnungszeit arbeite er zehn Stunden im Shop, ansonsten stehe ein Mitarbeiter an der Kasse.

Eine Sachverständige für DNA-Analysen berichtete darüber, dass zwar DNA-Spuren des Angeklagten in der Wohnung nachweisbar gewesen seien, aber die Blutspuren an der Jacke des Angeklagten von diesem selbst stammen. Auch Blutspuren, die im Treppenhaus des Mietswohnhauses entdeckt worden sind, enthalten die DNA des Beschuldigten. Die Verhandlung wird am 2. Dezember fortgesetzt.

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