Bürgerstiftung beschert mit „Prosecco, Kerzenschein und Klassik“ weiteres Highlight
Eric Clark erobert Publikum im Sturm

Gescher. Der US-Pianist Eric Clark aus New York eroberte im Rahmen der Kulturreihe „Prosecco, Kerzenschein und Klassik“ das Publikum in Gescher im Sturm. Das Konzert war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Bereits zur Pause gab es stehende Ovationen und stürmischen Applaus, der sich im zweiten Teil des Klavierkonzertes noch steigerte. Das begeisterte Publikum entließ den Virtuosen erst nach vier Zugaben und mit Bravorufen.

Mittwoch, 11.12.2019, 09:50 Uhr
Bürgerstiftung beschert mit „Prosecco, Kerzenschein und Klassik“ weiteres Highlight: Eric Clark erobert Publikum im Sturm
Mit virtuosem Klavierspiel zum Thema „Christmas all over the world“ begeisterte US-Pianist Eric Clark das Publikum in Gescher. Das Bild zeigt die Konzert-Organistoren der Bürgerstiftung Gescher, Inge Schnieder, Thomas Rudde und Xenia Lorenz-Rebers, mit dem Musiker. Foto: Kortbus

Dieser Konzertabend war ein weiterer Erfolg für die Bürgerstiftung Gescher, die seit vier Jahren unter der künstlerischen Leitung der Kulturmanagerin Xenia Lorenz-Rebers hochkarätige Pianisten und Musiker präsentiert. Thomas Rudde, 1. Vorsitzender der Bürgerstiftung, zeigte sich außerordentlich zufrieden, da die Konzertreihe mittlerweile auch überregionales Publikum anzieht. Lorenz-Rebers sprach von einem „Gesamtkunstwerk“ und drückte in ihrer Ansprache Hochachtung vor dem Organisationsteam der Bürgerstiftung aus, das den Rats-Saal auch dieses Jahr wieder in einen wunderschönen und stimmungsvollen Konzertsaal verwandelt hatte.

Eric Clark eröffnete sein Programm mit der Ballade Nr. 1 in G-Moll von Chopin. Die Balladen von Chopin sind in ihrer Musikdramatik einmalige Werke in Form und Ausdruckskraft. Der US-Pianist schuf eine Ballade, als würde er das Stück zum ersten Mal improvisieren. Bereits hier zeigte Clark die ganze Bandbreite seines Könnens und seiner Virtuosität. Es folgte die Wanderer Fantasie von Schubert, ein Werk, welches nur auf einem Motiv basiert und dessen Grundlage ein melancholisches Gedicht bildet. Schuberts Wanderer Fantasie gilt als sein technisch anspruchsvollstes Werk und er selbst soll gesagt haben: „Nur der Teufel kann dieses Zeug spielen“. Clark war in der Lage, den Teufel zu zähmen, wobei er den Charakter jeden einzelnen Satzes festhielt, ohne die Struktur des gesamten großen Werkes aus den Augen zu verlieren. Der erste Satz, das Allegro con Fuoco hatte unter Clarks Fingern eine brillante orchestrale, fast majestätische Qualität. Dem dritten Satz (Presto) entlockte Clark mit seinem empfindsamen und fast zärtlichen Spiel einen gewissen Wiener Charme. Den letzten Satz der Wanderer Fantasie, das Allegro, baute er zu einem fast schon triumphalen Ende auf.

Mit seiner Interpretation des Wanderers wurde klar, dass dieser Pianist intensiv Schuberts Lieder studiert hatte. Sein virtuoses Spiel belohnte das Publikum spontan mit stehenden Ovationen. Nach der Pause folgte Chopin´s tragische Polonaise in Fis-Moll. Clark entfaltete auch hier das richtige Gespür, um Chopin´s Sehnsucht und Melancholie für sein Geburtsland Polen auszudrücken. Den Abschluss des Konzertes bildete das Orchesterstück der Nussknacker von Tschaikowsky, transkribiert für Klavier von Mikhail Pletnev. Clark hielt den Klang vieler Orchesterinstrumente in seinem kaleidoskopischen Spiel fest. Der Cellist war deutlich im Tanz der Zuckerfeen zu hören. Sein Intermezzo machte den Kiefernwald sichtbar und der russische und chinesische Tanz waren so ausdrucksstark gespielt, dass das Publikum hörbar amüsiert war. Im Pas de Deux berührte Clark durch sein kraftvolles und zugleich sensibles Spiel das Publikum.

Tosenden Applaus und Bravorufen dankte der US-Pianist mit vier weiteren Zugaben von Rachmaninow, Balakirev und der Revolutions Etüde von Chopin.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7125148?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker