Karin Ostendorff (53) möchte 2020 Bürgermeisterin in Gescher werden
„Miteinander liegt mir am Herzen“

Gescher. Karin Ostendorff (53) soll Bürgermeisterkandidatin der CDU Gescher für die Wahl im September 2020 werden. Das schlägt die Findungskommission dem Vorstand der Partei vor. Die Gescheranerin arbeitet seit 1982 beim Kreis Borken und leitet dort den Fachbereich Soziales. Im Interview mit Redakteur Jürgen Schroer äußert sie sich zur angestrebten Kandidatur.

Sonntag, 15.12.2019, 11:18 Uhr
Karin Ostendorff (53) möchte 2020 Bürgermeisterin in Gescher werden: „Miteinander liegt mir am Herzen“
Die gebürtige Gescheranerin Karin Ostendorff möchte 2020 den Rathaus-Chefsessel von Amtsinhaber Thomas Kerkhoff übernehmen. Foto: az

Die Findungskommission der CDU Gescher schlägt Sie als Bürgermeisterkandidatin für die Wahl 2020 vor. Warum streben Sie dieses Spitzenamt an?

Ostendorff: Darüber nachgedacht, bei einer Bürgermeisterwahl in Gescher zu kandidieren, habe ich schon 2014/2015. Damals ist es allerdings beim Nachdenken geblieben. Durch die Information, dass Thomas Kerkhoff 2020 in Gescher nicht mehr zur Wahl antreten wird, und dadurch, dass ich mich selbst zwischenzeitlich beruflich weiterentwickelt habe, bekam dieser Denkprozess wieder richtig Schwung. Als dann die CDU Kontakt zu mir aufnahm, sind quasi Prozesse passend zusammen gekommen. Es wäre eine „Krönung“ meiner beruflichen Laufbahn, in Gescher Bürgermeisterin zu werden!

Was qualifiziert Sie für diese besondere Aufgabe?

Ostendorff: Ich habe „Verwaltung“ und „Führung“ von der Pike auf gelernt. Viel Erfahrung bringe ich mit, wenn es um Arbeit mit Gremien, mit unterschiedlichsten Akteuren und mit den unterschiedlichsten Menschen geht. Kontakte mit Politik und mit Städten und Gemeinden gehören auch heute schon zu meinem beruflichen Alltag. Kurzgefasst: Ich mag es, zusammen mit anderen Menschen etwas zu bewegen, Lösungen und Kompromisse in schwierigen Themen zu finden. Und dass ich das kann, wurde mir auch bestätigt.

Sind Sie CDU-Mitglied?

Ostendorff: Als die Findungskommission mir mitgeteilt hat, dass man sich für mich als Bürgermeisterkandidatin entschieden hat, bin ich auch in die CDU eingetreten. Das war keine Bedingung der Kommission. Die Entscheidung zur Mitgliedschaft ist für mich eine Überzeugungssache, weil ich mich mit meinen Vorstellungen von Staat und Gesellschaft am besten in der CDU verankert sehe.

Sie sind in Gescher geboren und aufgewachsen. Was mögen Sie an Ihrer Heimatstadt?

Ostendorff: Gescher ist eine liebens- und lebenswerte Stadt im Westmünsterland. Hier gibt es viele soziale und kulturelle Einrichtungen und einen bemerkenswerten Mix von Arbeitgebern und damit Arbeitsplätzen. Vor allem aber mag ich es, dass wir hier in Gescher noch viele persönliche Kontakte untereinander in den Familien, Vereinen, Gruppen, Nachbarschaften, Cliquen haben. Dieses Persönliche und Menschliche ist einfach das, was Gescher neben den „harten Fakten“ ausmacht.

Und was gefällt Ihnen hier weniger?

Ostendorff: Wir reden manchmal auch vorschnell etwas schlecht. Woanders ist es – angeblich – besser. Klar: Probleme muss man sich anschauen und versuchen, sie zu lösen. Aber manchmal fände ich eine Portion Lokalpatriotismus auch gut! (lacht)

Durch Ihre langjährige Tätigkeit beim Kreis Borken blicken Sie auch von außen auf Gescher. Welches Image hat die Glockenstadt dort?

Ostendorff: Ein spezielles Image hat Gescher – so meine Wahrnehmung – nicht. Gescher ist eine von 17 Städten und Gemeinden im Kreisgebiet. Genau wie mit allen anderen Kommunen ergeben sich in der alltäglichen Arbeit immer wieder viele Berührungspunkte und wir pflegen da eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit. Als Kreisbedienstete mit Leitungsverantwortung ist es meine Aufgabe, die Belange der Städte und Gemeinden immer mitzudenken.

Welche Chancen rechnen Sie sich aus? Wollen Sie um Unterstützung durch andere Parteien werben?

Ostendorff: Ich selbst glaube, dass ich eine gute Bürgermeisterin sein könnte. Wenn es mir gelingt, die Menschen in Gescher davon zu überzeugen, habe ich auch gute Chancen. Mir liegen das Miteinander und das Zusammenarbeiten sehr am Herzen. Da ist es nur logisch, auch auf die andern Parteien zuzugehen und Gemeinsamkeiten auszuloten. Mit Bündnis90/die Grünen gibt es ja schon in der aktuellen Wahlperiode eine gemeinsame Zielvereinbarung. Den Faden möchte ich aufgreifen. Ich freue mich darauf, auch mit UWG und FDP zu sprechen. Ob die SPD, die ja schon ihren eigenen Kandidaten vorgestellt hat, Gesprächsbedarf sieht, muss man sehen… (schmunzelt)

Auf welche Themen werden Sie im Wahlkampf setzen?

Ostendorff: Noch ist der Wahlkampf ja ganz am Anfang. Die konkreten Themen werden noch erarbeitet. Ich kann mir vorstellen, dass zusätzlich zu den Themen, die ich selber sehe, weitere Themen an mich herangetragen werden. Dazu werde ich vor allem zuhören!

Wenn Sie gewählt werden, was wollen Sie als erstes anpacken?

Ostendorff: Am 1. 11. 2020 würde es losgehen. Dann wären als erstes die Organisation von Rat und Ausschüssen, das Kennenlernen des Rathausteams und der Haushalt 2021 anzupacken.

Was sind die Hauptaufgaben für die Wahlperiode 2020 bis 2025?

Ostendorff: Ganz allgemein gilt: Das Erreichte sichern und Gescher „zukunftsfest“ machen. Bildung, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Klima, gutes Arbeiten und Wohnen werden uns bestimmt auch in den nächsten fünf Jahren beschäftigen. Und das alles bei begrenzten finanziellen Mitteln!

Der jetzige Verwaltungschef Thomas Kerkhoff verlässt Gescher nach nur einer Amtszeit. Können Sie sich perspektivisch auch mehrere Wahlperioden als Bürgermeisterin vorstellen?

Ostendorff: Ich wäre bei Amtsantritt 2020 54 Jahre alt. Da wäre dann auch eine zweite Wahlperiode drin.

Was macht die designierte Bürgermeisterkandidatin der CDU Gescher in ihrer Freizeit?

Ostendorff: Ich verbringe gerne Zeit mit meinem Mann und mit meiner beziehungsweise seiner Familie. Pättkesfahrten mit dem Rad in der näheren und weiteren Umgebung, gerne auch in den Niederlanden, finde ich klasse. In unserer Bücherei bin ich eine treue „Kundin“. Und in der kleinen Tanzsportabteilung des SV Gescher tanzen mein Mann und ich besonders gerne Tango.

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