Glockengießerei Gescher hat einen ganz besonderen Auftrag ausgeführt
Zwei „Silbervögel“ für Hattingen

Gescher (sk). Zwei Stahlgießer haben die Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit & Gebr. Edelbrock jetzt verlassen. Die aus Aluminium gegossenen Großplastiken werden in Hattingen ihren dauerhaften Platz finden.

Montag, 16.12.2019, 09:22 Uhr
Glockengießerei Gescher hat einen ganz besonderen Auftrag ausgeführt: Zwei „Silbervögel“ für Hattingen
Zwei lebensgroße Stahlgießer aus Aluminium für Hattingen hat die Glockengießerei in Gescher jetzt fertiggestellt. Foto: sk Foto: az

Schon seit Jahren arbeitet der Hattinger Egon Stratmann, der sich selbst nicht als Künstler, sondern als Maler und Gestalter bezeichnet, eng mit der hiesigen Gießerei zusammen. Er erhielt den Auftrag, an die 137-jährige Stahlgeschichte der Stadt Hattingen mit einem Monument zu erinnern. 1987 wurde nach vielen Protesten und Demonstrationen der dortigen Stahlarbeiter der letzte Hochofen auf der bis dahin bekannten Henrichshütte ausgeblasen. Den Widerständlern gingen bei jedem Protestmarsch zwei als „Silbervögel“ (aufgrund der Hitzeschutzanzüge, die sie trugen) bezeichnete Stahlgießer voraus.

Stratmann fertigte Wachsmodelle dieser Arbeiter. Diese sollten, um das Bild der „Silbervögel“ zu verdeutlichen, in Aluminium gegossen werden. Da es heute in Deutschland lediglich zwei Kunstgießereien gibt, die auch in Aluminium fertigen, fiel die Wahl auf den Traditionsbetrieb in Gescher. Stratmann verweist auf die engen und persönlichen Kontakte zu den hier beschäftigten Fachleuten.

Im Wachsausschmelzverfahren wurden die Skulpturen in Handarbeit erstellt. Dieses Verfahren fand spätestens seit dem vierten Jahrtausend vor Christus Anwendung im Metallhandwerk. Alle bedeutenden Bronzekunstgusswerke des frühen Mittelalters sind so entstanden, heißt es.

Die hiesige Kunstgussmanufaktur habe sich auf dieses Verfahren spezialisiert, wie Teamleiter Kunstguss/Vertrieb Markus Breuer erklärt. Schon viele namhafte Künstler hätten in der Glockenstadt ihre Werke, hauptsächlich in Bronze, aber wie in diesem Fall auch in Aluminium oder Messing, gießen lassen. „Die Auftragsbücher sind bis zum Sommer nächsten Jahres voll“, sagt Breuer nicht ohne Stolz.

Die beiden lebensgroßen Plastiken werden künftig in Sichtweite des ehemaligen Stahlwerkes in Hattingen an die einstige Stahlhochburg erinnern.

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