Einführung von Pfarrer Rüdiger Jung in Evangelische Kirchengemeinde Gescher-Reken
Glauben zum Klingen gebracht

Gescher/ Reken. Endlich war es soweit für Pfarrer Rüdiger Jung! Nach 23 Jahren des Wartens wurde er offiziell in die Pfarrstelle als Geistlicher der Evangelischen Gemeinden Gescher und Reken in der Benediktuskapelle in Maria Veen eingeführt. Pfarrer Hans-Peter Marker, Stellvertreter des erkrankten Superintendenten, markierte die Anfänge von Jung in Gescher und Reken: „1996 begann Rüdiger Jung im Hilfsdienst in diesen Gemeinden. 2007 hat er in Gescher die Vertretung übernommen und 2016 auch in Reken für den erkrankten Pfarrer Dr. Dirk Fleischer.“

Sonntag, 19.01.2020, 18:02 Uhr
Einführung von Pfarrer Rüdiger Jung in Evangelische Kirchengemeinde Gescher-Reken: Glauben zum Klingen gebracht
Pfarrer Rüdiger Jung brachte am Klavier mit anderen Musikern aus der Gemeinde seinen gelebten Glauben zum Klingen. Foto: Elvira Meisel-Kemper

„Suche Frieden und sage Shalom. Das passt zur Einführung von Rüdiger Jung. Den Mitmenschen im Blick haben und Gottes Geschenk für die Welt annehmen. Das passt auch an diesen Ort, an dem Rüdiger Jung jahrelang gewirkt hat“, so Marker. Die gelebte Ökumene, die Jung jahrelang gepflegt hat, drückte sich nicht nur an diesem Ort zwischen Reken und Gescher aus, sondern auch an der hohen Anzahl an Geistlichen und Gemeindemitgliedern aus den evangelischen und den katholischen Gemeinden, die mit ihm die Einführung feierten, ihn segneten und ihm Worte des Glaubens mit auf den weiteren Weg gaben. Marker und Jung hatten sogar Berührungspunkte in ihrer Biografie: „Rüdiger hat auch das Schillergymnasium in Münster besucht, wo ich auch war. Er war nur ein bisschen jünger als ich.“

Jung brachte am Klavier mit anderen Musikern aus der Gemeinde seinen gelebten Glauben zum Klingen. Lieder über den Frieden, die er teilweise selbst vertont hatte, untermalten seine Grundüberzeugung. Auch der Sing-Kreis Gescher trat mehrmals auf und bereicherte genauso wie der Blockflötenkreis den festlichen Gottesdienst.

Nach der Einführung durch Marker und rund 20 Vertreter der katholischen und evangelischen Gemeinden nahm Jung den Beifall aller in der prall gefüllten Benediktuskapelle gerührt und berührt entgegen.

In seiner Predigt verknüpfte er seine Erfahrungen, die er im Benediktushof mit den Schicksalen von kranken Kindern und den häufig unerfüllten Wünschen und Hoffnungen ihrer Eltern gemacht hatte, mit dem ewigen Wechsel von Glauben und Zweifeln am eigenen Glauben. „Das Hin- und Hergerissensein zwischen den Polen ist immer da. Es gibt kein Schwarz oder Weiß, sondern nur ein Schwarz und Weiß“, so Jung.

Er lobte nicht nur das Engagement seiner Vorgänger, in deren „große Fußstapfen“ er trete. Er warnte auch vor der Überforderung auf Seiten der Haupt- und der Ehrenamtlichen. Er bat um gegenseitige Unterstützung der Gemeinden. Trotz finanzieller Engpässe betonte er, dass die Präsenz der Pfarrer umso wichtiger sei. Ebenso markierte er die Umbruchsituation der Kirchen, in der es nicht mehr um Konfessionen ginge, sondern um Begegnung und um Freiräume. „An so einem Tag begleiten mich Hoffen und Bangen trotz aller Freude“, so Jung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7204446?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker