Theatersaal-Umbau rückt näher / Ausschuss berät heute über Nutzungskonzept
Abschied vom starren Raumkonzept

Gescher. Darauf dürfen sich die Gescheraner freuen: Voraussichtlich bis Mitte 2022 wird sich der veraltete Theater- und Konzertsaal am Borkener Damm in ein multifunktionales Veranstaltungszentrum verwandeln, das ganz neue Möglichkeiten bietet. Mit dem Beginn der Umbauarbeiten rechnet Bürgermeister Thomas Kerkhoff Ende 2020. Auf Antrag der SPD befasst sich heute der Haupt- und Finanzausschuss mit dem Nutzungskonzept für den demnächst runderneuerten Saal. Eine Arbeitsgemeinschaft aus zwei Fachbüros entwickelt zurzeit verschiedene Umbaumodelle inklusive Kostenschätzungen. Die Varianten werden Anfang März im ILU (Ausschuss für Infrastruktur, Landwirtschaft und Umwelt) vorgestellt.

Mittwoch, 12.02.2020, 06:24 Uhr
Theatersaal-Umbau rückt näher / Ausschuss berät heute über Nutzungskonzept: Abschied vom starren Raumkonzept
Sichtbar in die Jahre gekommen ist der Theater- und Konzertsaal am Borkener Damm. Dank einer Millionenförderung soll der Saal bis 2022 zu einem „multifunktionalen Veranstaltungsraum“ aufgewertet werden. Foto: az

Knapp drei Millionen Euro, so die bisherige Kalkulation, dürfte das Projekt kosten. Im Rahmen des Investitionspaktes „Soziale Integration im Quartier“ hat das Land NRW bekanntlich eine 90-Prozent-Förderung bewilligt, um den 1974 errichteten Saal mit seinem starren Raumkonzept in die heutige Zeit zu holen. Erklärtes Ziel der Stadt ist es, das weitgehend ehrenamtlich organisierte Kultur- und Sozialprogramm in Gescher an einem geeigneten Ort zu bünden. Erreichen lasse sich die angestrebte multifunktionale Nutzung mittels Teilung des Saales durch variable Trennwände in bis zu drei Einheiten. Bei Nutzung des kompletten Raumes plus Foyer können hier 435 Sitzplätze (Reihenbestuhlung) oder 900 Stehplätze angeboten werden. Die kleinste Einheit ist auf 100 Sitzplätze oder 250 Stehplätze ausgelegt – hier könnten Aufführungen, Lesungen, Fortbildungen oder Kleiderbörsen stattfinden, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

Die Auslastung des Saales sei in den letzten Jahren, bedingt durch den baulichen Zustand, stetig gesunken. Zuletzt seien es bis zu 15 (Groß-)Veranstaltungen im Jahr gewesen. Hier rechnet die Verwaltung nach der Modernisierung mit einer deutlich höheren Auslastungen – Veranstaltungen, die früher im Kutschenmuseum oder auf der Studiobühne der Von-Galen-Schule stattgefunden haben, sollen hier ihren Platz finden. Stätte für schulische Veranstaltungen bleibt der Saal sowieso.

Trotz Modernisierung: Plattdeutsches Theater, Musikzug & Co. werden auch künftig keine Miete zahlen müssen. Wie bisher sollen den Nutzern nur die zusätzlichen Personalkosten städtischer Mitarbeiter in Rechnung gestellt werden. Kommerzielle Angebote von Externen, die in Konkurrenz zu den örtlichen gewerblichen Saalanbietern stehen, sind laut Verwaltung nicht geplant. Die Miete für überörtliche Organisationen, Vereine, Parteien oder Tagungen von Unternehmen solle zu einem späteren Zeitpunkt auf Basis einer Entgeltordnung festgelegt werden.

Weiterere Regelungen: Buchungen sollen mit einem maximalen Vorlauf von 18 Monaten möglich sein. Die Verpachtung an einen Caterer sei nicht beabsichtigt.

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