Kirchengemeinde baut Fünf-Gruppen-Kindergarten an der Riete
„Wir sind sehr froh, dass das klappt“

Gescher. Gescher bekommt einen neuen Kindergarten. Die Fünf-Gruppen-Einrichtung soll am Standort des Bildungszentrums an der Riete entstehen, als Ersatzbau für den abgängigen Marien-Kindergarten an der Twente. Möglich wird das Projekt durch ein Grundstücks-Tauschgeschäft mit den Beteiligten Stadt, Kirche und Geno. Der Haupt- und Finanzausschuss hat dafür jetzt grünes Licht gegeben, so Bürgermeister Thomas Kerkhoff im Gespräch mit unserer Zeitung. Planung und Neubau sollen nun zügig vorangetrieben werden. „Wir sind sehr froh, dass das klappt“, sagte Pfarrer Hendrik Wenning. Er geht davon aus, dass die neue Kita im zweiten Halbjahr 2021 fertig wird, im günstigsten Fall schon zum Start des Kindergartenjahres 2021/2022. Das heutige Bildungszentrum (früher Albert-Schweitzer-Schule) soll im Herbst abgebrochen werden.

Samstag, 15.02.2020, 11:46 Uhr
Kirchengemeinde baut Fünf-Gruppen-Kindergarten an der Riete: „Wir sind sehr froh, dass das klappt“
Die Tage des Weiterbildungszentrums an der Riete sind gezählt. Die Stadt Gescher übernimmt das Grundstück von der Geno und stellt es der Kirchengemeinde für einen Kindergarten-Neubau mit fünf Gruppen (Ersatz für den Marien-Kindergarten) zur Verfügung. Foto: Jürgen Schroer

Zwei Gründe führen zu einem weiteren Kita-Neubau in Gescher. Zum einen ist der jetzige Marien-Kindergarten (drei Gruppen) sanierungsbedürftig. Eine Ertüchtigung am Altstandort macht wirtschaftlich keinen Sinn, sodass sich die katholische Kirchengemeinde zusammen mit der Stadt auf die Suche nach einem geeigneten Alternativstandort gemacht hat. Zum anderen fehlen in Gescher weitere Kita-Plätze. Rein rechnerisch, so Kerkhoff, würde nach jetzigem Stand eine Vier-Gruppen-Einrichtung ausreichen. Aber die Erfahrung habe gezeigt, dass die Entwicklung in diesem Bereich sehr dynamisch sei und der Betreuungsbedarf kontinuierlich steige. Mit der Erweiterung von drei auf fünf Gruppen sei Gescher für künftige Bedarfe bestens aufgestellt.

Das Dreiecksgeschäft sieht vor, dass die Stadt Gescher das 3200 Quadratmeter große Grundstück Riete von der Geno übernimmt und für den Kindergarten-Neubau zur Verfügung stellt. Dafür gibt die Kirche ihr Grundstück Twente an die Geno. Dieses Areal ist aber kleiner als die Fläche Riete, sodass die Geno zusätzlich eine 600 Quadratmeter große Teilfläche des Spielplatzes Meisenweg am Friedhof erhält. Hier möchte die Geno ein Mehrfamilienhaus mit maximal sechs Wohneinheiten errichten. Die Nachbarn haben sich gegen diese Lösung ausgesprochen, konnten sich mit ihren Bedenken aber nicht durchsetzen.

Auf dem jetzigen Kita-Grundstück an der Twente möchte die Geno ebenfalls Geschosswohnungsbau realisieren. Dafür muss noch Baurecht geschaffen werden. Der jetzige Kindergartenbetrieb kann weiterlaufen, bis der Neubau an der Riete fertig ist. „Wir kommen also ohne Übergangslösung aus und haben genügend Zeit für das Bebauungsplanverfahren“, freut sich Kerkhoff. Die Kirchengemeinde St. Pankratius und St. Marien, so Pfarrer Wenning, werde sich nach dem endgültigen Ratsbeschluss nach einem Investor umschauen und sei froh über die jetzt gefundene Lösung, bei der auch das Bistum Münster mitspielt.

Die jetzigen Nutzer des Bildungszentrums sollen kein Nachsehen haben. Die Musikschule, so Kerkhoff, werde nach dem Abbruch das ehemalige Hausmeisterhaus („Piratennest“) an der Von-Galen-Schule nutzen können. Es werde bis dahin entsprechend hergerichtet. Die VHS soll Räume im Rathaus nutzen dürfen, u.a. den kleinen Sitzungssaal.

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