Karnevalswagen zum Silo-Einsturz auf dem Raiffeisen-Gelände ausgestellt
„Es hat geknallt, es hat geknackt“

Gescher. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Nach diesem Motto verfährt die Raiffeisen Hamaland in Gescher: Sie hat den Karnevalswagen der Nachbarschaft Uhlenkamp/Stadtkamp, der den Silo-Crash Anfang November letzten Jahres thematisiert, übernommen und stellt das Gefährt auf ihrem Gelände aus. „Es hat geknallt, es hat geknackt, jetzt gibt es Futter unverpackt“, spielen die Nachbarn auf das Getreide ab, das tonnenweise aus den geplatzten Silos ausgelaufen war. Hinter dem Zaun am Venneweg können Interessierte den Wagen nun in Augenschein nehmen – vor der Kulisse der Baustelle, wo demnächst sechs neue Silos errichtet werden.

Mittwoch, 19.02.2020, 06:28 Uhr
Karnevalswagen zum Silo-Einsturz auf dem Raiffeisen-Gelände ausgestellt: „Es hat geknallt, es hat geknackt“
Nachbarn und Raiffeisen-Mitarbeiter freuen sich, dass der Karnevalswagen der Nachbarschaft Uhlenkamp/Stadtkamp an der Genossenschaft präsentiert wird: (v.l.) Ansgar Höing, Markus Gottheil, Marvin Andrieu, Sebastian Knospe, Josef Hintemann und Norbert Brinkert. Foto: Jürgen Schroer

„Ich habe den Wagen im Umzug gesehen und war begeistert“, sagt Raiffeisen-Geschäftsführer Martin Duesmann-Artmann. Aus der Idee, die Nachbarschaft beim Wagenrückbau zu unterstützen, sei der Gedanke entstanden, das karnevalistische Machwerk aufs Firmengelände zu holen. Damit stieß er bei Nachbarschaftspräsident Ansgar Höing und Kollegen auf offene Ohren: „Das ist eine tolle Aktion mit viel Selbstironie“. Schließlich spielt der Wagen auch auf Ungeziefer an, das in der Phase nach dem Unglück vom „unverpackten“ Getreide angelockt wurde. Die Nachbarn liefen als Mäuse verkleidet im Umzug mit.

Nach 20 Jahren Pause hat Uhlenkamp/Stadtkamp wieder einen Wagen gebaut. „Aus dem Ereignis mussten wir einfach was machen“, so Höing. Als die Nachbarschaft in der Präsidentenversammlung auch noch 50 Euro beim Kamelle-Wettbewerb gewann, meldete Höing einen Wagen an. Die Nachbarn zogen mit und werkelten an vier Samstagen. Aus alten Ölfässern wurden – nach Bearbeitung mit dem Vorschlaghammer – kaputte Silos, aus PU-Schaum entstanden ausgelaufene Getreideberge in Miniatur. „Geiler Wagen“, hörten die Nachbarn am Umzugstag in Gescher gleich mehrfach.

Mit den Aufräumarbeiten, so der Standortverantwortliche Markus Gottheil, befinde man sich jetzt auf der Zielgeraden. Die Reparaturarbeiten an der Annahmehalle laufen. Voraussichtlich im März kann die Zufahrt vom Venneweg wieder freigegeben werden. Duesmann-Artmann geht davon aus, dass die neuen Großsilos bis Juli fertiggestellt sind.

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