Hannelore Köning hat ihr Wiegenfest am 29. Februar
Pensionärin feiert 19. Geburtstag

Gescher. Die zweifache Mutter und dreifache Großmutter Hannelore Köning feiert heute ihren 19. Geburtstag. „Das habe ich zwei Gelehrten zu verdanken: Julius Caesar und Papst Gregor dem XIII.“, schmunzelt die pensionierte Grundschullehrerin mit Blick auf deren Kalender-Entwürfe.

Samstag, 29.02.2020, 11:40 Uhr
Hannelore Köning hat ihr Wiegenfest am 29. Februar: Pensionärin feiert 19. Geburtstag
Hannelore Köning, die gerne am Flügel sitzt und Werke großer Komponisten spielt, feiert heute wieder einen „richtigen Geburtstag.“ Die 76-Jährige ist in einem Schaltjahr geboren. Foto: Manuela Reher

Denn Hannelore Köning ist im Schaltjahr 1944 geboren – an einem 29. Februar. Daher steht ihr Geburtstag nur alle vier Jahre im Kalender. So kann die 76-jährige in jedem Schaltjahr ihr Umfeld immer vor Rechenaufgaben stellen und erraten lassen, wie alt sie denn nun in Wirklichkeit geworden ist.

Für Hannelore Köning, die als Hannelore Becht in Brakel – östlich von Paderborn – das Licht der Welt erblickt hat, stellte dieses besondere Geburtsdatum kein Problem dar. Es waren vielmehr die unmittelbaren Auswirkungen des Krieges, die ihr und ihrer Herkunftsfamilie zu schaffen machten. „Meinen Vater habe ich nur kurz kennenlernen können, weil er 1945 als Soldat gefallen ist“, bedauert Hannelore Köning sehr. Die ersten neun Jahre ihres jungen Lebens ist die kleine Hannelore bei ihren Großeltern mütterlicherseits aufgewachsen. Direkt nach dem Krieg habe man um Geburtstage nicht viel Aufhebens gemacht. „Meinen Geburtstag feierten wir in den Jahren zwischen den Schaltjahren entweder einen Tag zuvor – am 28. Februar oder einen Tag später – am 1. März – je nachdem, wie es gerade passte“, erinnert sich Hannelore Köning.

Ihre Mutter war eine Auslandskorrespondentin, die sich später zur Realschullehrerin ausbilden ließ. 1953 zog sie zu ihr nach Lippstadt. Hannelore Köning trat in die Fußstapfen der Mutter und studierte nach dem Abitur an der Pädagogischen Hochschule in Münster für das Lehramt. Als frisch gebackene Lehrerin trat sie 1966 in Gescher ihre erste Stelle an der Pankratius-Schule – damals noch eine Volksschule – an. „Damals wusste ich nicht mal, wo Gescher liegt und musste auf der Landkarte nachschauen.“ Nach einem kurzen Intermezzo an der Don-Bosco-Hauptschule in Gescher kehrte Hannelore Köning an die Pankratius-Schule, die inzwischen zu einer Grundschule geworden war, zurück. Die Pensionärin hätte damals nie gedacht, dass sie für immer in Gescher bleiben würde. Denn sie sollte damals ihren künftigen Ehemann – den Gescheraner Reinhold Köning – kennenlernen. Aus der Ehe gingen eine Tochter und ein Sohn hervor.

Hannelore Köning ist nach 42 Jahren im Schuldienst in 2008 in Pension gegangen. Da war sie 64 Jahre alt. Noch heute hat sie Kontakt zu vielen ehemaligen Schülern, denen sie das Lesen und Schreiben beigebracht und vor allem ihre Liebe zur Musik weitergegeben hat. „Mein Vater war Chorleiter“, erzählt das Geburtstagskind. Sie selbst hat damals im studentischen Madrigalchor in Münster gesungen und 21 Jahre lang auch in der Kantorei Anna Katharina in Coesfeld. Hannelore Köning sitzt gerne am Klavier und spielt am liebsten Werke von Bach, Beethoven und Mozart. Auch dichtet sie gerne und hat sogar ein Gedicht mit sieben Strophen zum Thema Schaltjahr verfasst. In einer Strophe heißt es: „Drum danke ich den beiden Gelehrten, dass sie uns den Schalttag bescherten, denn solch ein Geburtstag, das lässt sich ermessen, wird nicht so leicht wie andere vergessen.“

Jetzt freut sie sich, dass sie heute gemeinsam mit der ganzen Familie ihren „richtigen Geburtstag“ feiern kann.

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