200 Nistkästen für Gescher und Hochmoor fertiggestellt
Mit Meisen gegen Eichenprozessionsspinner

Gescher. Gemeinsam mit der Stadt Gescher will der Naturschutzverein Gescher-Hochmoor e. V. dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe rücken. Sie setzen dabei auf Verbündete: Meisen. 200 Nistkästen hat jetzt die Stiftung Haus Hall fertiggestellt. Matthias Homann, der Vorsitzende des Vereins, freut sich und ist mit der Qualität der gelieferten Nistkästen hochzufrieden. „Die Meisenkästen sind für die nächste Brutsaison. Einige davon werden wir in Kürze aufhängen, den Rest im Herbst“, erläutert Matthias Homann. „Natürlich erst, wenn die Coronasituation sich beruhigt hat“, fügt er hinzu. Im Augenblick werde eine Projektgruppe für das Ausbringen der Nistkästen gebildet. Daran teilnehmen können alle Naturschutzfreunde, die die Aktion unterstützen wollen.

Samstag, 04.04.2020, 08:08 Uhr
200 Nistkästen für Gescher und Hochmoor fertiggestellt: Mit Meisen gegen Eichenprozessionsspinner
Matthias Homann, Vorsitzender der Gescheraner Naturschützer, freut sich über 200 Meisennistkästen. Foto: az

Anfang März hatte eine Auswahlkommission unter Leitung von Bürgermeister Kerkhoff dem Naturschutzverein Gescher-Hochmoor e.V. für seine Aktivitäten den diesjährigen innogy-Klimaschutzpreis verliehen. Die Aktion „Mehr Meisenkästen für Gescher“ ist eine gemeinsame Aktion des Vereins und der Stadt Gescher.

Gerade im vergangenen Jahr gab es enorm viele Nester mit Raupen der Nachtfalterart in vielen Eichen der Glockenstadt. Deshalb wollen die Naturschutzfreunde dafür sorgen, dass es den Meisen bei uns gut geht. Ein guter Brutplatz gehöre genau wie ein gutes Nahrungsangebot dazu.

Gleichzeitig warnt Homann aber auch vor überzogenen Hoffnungen: Singvögel anzusiedeln, um sie als Mittel gegen den Eichenprozessionsspinner zu nutzen, löse das Problem Eichenprozessionsspinner nicht. „Es sind nur wenige Wochen im Jahr, in denen die Raupen der Eichenprozessionsspinner als Futter in Frage kommen“, erklärt er. Futter bräuchten die Vögel aber das ganze Jahr über. Und das werde oft knapp – in den aufgeräumten Gärten in diesen insektenarmen Zeiten.

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