Kindertagesstätten bleiben mit den Eltern weiterhin in Kontakt
Notbetreuung wird kaum genutzt

Gescher. Verwaist wirken aktuell die Kindertageseinrichtungen in der Glockenstadt. Wo sonst munteres Treiben herrschte, ist es mancherorts still geworden, denn bis zum 19. April dürfen die Kinder die Einrichtungen wegen der Gefahr der weiteren Ausbreitung des Corona-Virus nicht besuchen. Ausnahme sind Kinder solcher Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, zum Beispiel in der Alten- und Krankenpflege, bei der Polizei oder im Rettungswesen.

Dienstag, 07.04.2020, 16:26 Uhr
Kindertagesstätten bleiben mit den Eltern weiterhin in Kontakt: Notbetreuung wird kaum genutzt
Nur wenig Gebrauch machen die Eltern von der Notbetreuung für ihre Kinder in den Kindertagesstätten in der Glockenstadt. Foto: Pixabay, FeeLoona

Für diese Kinder ist eine sogenannte Notbetreuung eingerichtet worden. Aber die Eltern nutzen diese Möglichkeit noch nicht, wie Judith Terhünte, Leiterin des evangelischen Familienzentrums Garten Gethsemane, mitteilt. „Zurzeit haben wir kein Kind in der Notfallbetreuung“, sagt sie. Ihr Team stehe allerdings mit allen Familien im Mail-Kontakt. Insgesamt gebe es 15 Familien, in denen mindestens ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeite. Judith Terhünte: „Dies könnte bedeuten, dass wir potenziell 18 Kinder in der Notbetreuung betreuen müssten. Diese Familien sind zurzeit noch in der Lage, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, haben jedoch schon angemerkt, dass sie nicht wissen, wie lange sie dieses aufrecht erhalten können.“

Die Mitarbeiter würden sich zurzeit alle im Home-Office befinden und viele praxisnahe Aufgaben übernehmen, sagt Judith Terhünte. Dazu zählen Vorbereitungen der anstehenden Projekte und Angebote, Konzeptionsarbeit oder auch Qualitätsmanagement. Judith Terhünte: „Wir haben ein Rollsystem eingerichtet, welches dazu dient, die Betreuung zu gewährleisten, falls Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen müssen.“ Aktuell laufe bisher alles sehr gut, sagt die Garten-Gethsemane-Leiterin und fügt hinzu: „Ich bin über die Zusammenarbeit mit meinem Team, den Eltern und Kindern sehr dankbar.“ Das Team habe den Kindern aus dem Home-Office Video-Botschaften mit Spielideen für den Alltag zukommen lassen.

Kontakt halten auch die übrigen Kitas mit den Eltern und Kindern, wie Gerda Schlüter für die DRK-Familienzentren „Kleine Welt“ und „Bunte Welt“ berichtet. In den Einrichtungen werden insgesamt sechs Kinder betreut: eines in der „Kleinen Welt“ und fünf in der „Bunten Welt“. Wenn man bedenke, dass es sich um recht große Einrichtungen mit 120 und 80 Kindern handele, sei der Prozentsatz der Kinder, für die eine Notbetreuung sichergestellt werden müsse, sehr gering.

Dasselbe gilt für das Integrative Familienzentrum St. Antonius der Stiftung Haus Hall. Wie dessen Leiterin Ingrid Dönnebrink mitteilt, sind aktuell vier von insgesamt 65 Kindern in der Notbetreuung.

Ingrid Schnieder, Verbundleiterin der vier Kindergärten in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde, teilt mit, dass nur in zwei Kitas eine Notbetreuung sichergestellt werden müsse. In einer Einrichtung handele es sich um ein Kind, in der anderen um vier Kinder. Insgesamt besuchen normalerweise 300 Kinder die vier Kitas St. Pankratius, St. Marien, St. Ludgerus und Maria Goretti. Ingrid Schnieder hat festgestellt, dass viele Eltern „sehr bedacht und diszipliniert“ reagieren würden. Viele Elternpaare hätten sich abgesprochen, wie sie die Betreuung der Kinder während der Schließung der Kitas wegen der Corona-Krise zu Hause organisieren können. Manches Elternteil arbeite aktuell im Home-Office. Andere konnten ihre Schichten am Arbeitsplatz anders einteilen. Ingrid Schnieder hat aber auch Anfragen von Eltern für eine Notbetreuung gehabt, die keine systemrelevanten Berufe ausüben und stattdessen „andere Gründe“ genannt hätten. Die Anfragen hätten leider nicht berücksichtigt werden können.

Auch wenn nur ein einziges Kind in der Einrichtung zu betreuen sei, seien stets zwei Kräfte vor Ort. „Das sind pro Woche auch immer dieselben Erzieherinnen, damit die Kinder in dieser Zeit eine feste Bezugsperson haben“, erläutert Ingrid Schnieder. Alle Eltern haben einen Info-Brief erhalten, dem ein Ausmalbild für deren Kinder beigefügt war. Alle selbstgemalten Bilder, die zurückgesandt werden, werden so im Kindergarten aufgehängt, dass sie von außen sichtbar sind. Ansonsten halten die Erzieherinnen telefonisch mit den Eltern Kontakt. „Inzwischen sammeln wir auch alle Mail-Adressen der Eltern, damit wir auch auf diese Weise Neuigkeiten austauschen können“, sagt Ingrid Schnieder. Auch auf der Homepage würden die Eltern über neue Vorgaben informiert.

Die finanzielle Seite sei dank der prompten Vorgehensweise des Kreises Borken schnell geklärt worden, freut sich Ingrid Schnieder. Für den Monat April müssen die Eltern keine Beiträge zahlen. Auch das bereits gezahlte Geld für das warme Mittagessen in der Kita sei bereits gutgeschrieben worden.

Die Verbundleiterin hofft, dass die reguläre Betreuung der Kinder nicht nur in ihren vier Einrichtungen, sondern in allen Kitas am 20. April wieder starten kann. „Aber wir müssen abwarten“, sagt sie. Denn das werde wohl erst nach Ostern von der Regierung entschieden.

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