Arbeit im Haarstudio läuft ab Montag mit umfangreichen Schutzmaßnahmen
Quarantäne-Look ade

Gescher. Corona hinterlässt Spuren, auch auf den Köpfen der Menschen. Doch ab nächste Woche ist es vorbei mit dem Quarantäne-Look: Die Friseursalons öffnen wieder und setzen alles daran, um die Haarpracht ihrer Kunden auf Vor-Corona-Niveau zu bringen. „Wir sind froh, dass wir endlich wieder starten können“, sagt Sabrina Nikolayczik, Inhaberin vom Haarstudio Schlüter. Auch viele Kunden – Frauen wie Männer – seien erleichtert, dass ihre Haare mit mehrwöchiger Verzögerung wieder in Form gebracht werden. Doch nicht alles wird so ablaufen wie gewohnt, der Wiederbeginn in Pandemie-Zeiten bringt etliche Änderungen mit sich.

Donnerstag, 30.04.2020, 06:30 Uhr
Arbeit im Haarstudio läuft ab Montag mit umfangreichen Schutzmaßnahmen: Quarantäne-Look ade
Wer sich ab Montag die Haare schneiden lassen will, muss sich am Eingang die Hände desinfizieren und einen Mundschutz tragen. Sabrina Nikolayczik, Inhaberin vom Haarstudio Schlüter, freut sich, dass sie nach sechswöchiger Zwangspause wieder für ihre Kunden da sein kann. Foto: Jürgen Schroer

Schon beim Betreten des Salons wird deutlich, dass Haarschnitte nur unter besonderen Vorzeichen stattfinden können. Ständer mit Desinfektionsmittel am Eingang, Plexiglasscheiben als Spuckschutz an der Kasse, eine halbierte Zahl an Bedienplätzen, gelb-schwarze Klebestreifen auf dem Boden, die einen Sicherheitsabstand von zwei Metern markieren: „Wir müssen viele Auflagen erfüllen, um wieder arbeiten zu können“, verweist Sabrina Nikolayczik auf Vorgaben von Innung, Ordnungsamt und Berufsgenossenschaft. Beim Bedienen müssen sowohl Friseure als auch Kunden einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Masken für Kunden sind vorhanden, sollten aber möglichst selbst mitgebracht werden. Einen Wartebereich gibt es nicht mehr, Kunden werden vor dem Eingang empfangen und – nach dem Desinfizieren der Hände – direkt zum Bedienplatz geleitet. Die Friseurin trägt Handschuhe, die sie nur fürs Haareschneiden ausziehen darf. „Alle Scheren und Geräte müssen direkt nach der Benutzung desinfiziert werden“, erläutert Nikolayczik.

Auf manche Dinge müssen Kunden erst einmal verzichten. „Gesichtsnahe Dienstleistungen“ wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege sind nicht erlaubt. Auch ein Glas Wasser, eine Tasse Kaffee oder Zeitschriften wird es nicht geben, um das Risiko zu minimieren. Außerdem müssen sich alle Kunden in eine Liste eintragen und ihre Kontaktdaten hinterlassen, damit sich – im Falle eines Falles – Infektionsketten nachvollziehen lassen.

Sechs Wochen ist es her, dass Friseursalons in NRW schließen mussten. Viele Kunden, die das hatten kommen sehen, haben kurz vorher noch Termine vorverlegt. „Wir hatten einen Andrang wie vor Weihnachten“, schmunzelt Sabrina Nikolayczik. Am 19. März war Schluss, Lockdown. „Eine schwierige Zeit“, sagt die Friseurmeisterin, deren Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit gingen. Die erlösende Nachricht, dass Friseure ab dem 4. Mai wieder öffnen dürfen, kam am 19. April. „Danach war hier die Hölle los“, berichtet die Inhaberin – alle wollten so schnell wie möglich einen Termin, am ersten Tag waren bis zum Nachmittag 120 Anrufe aufgelaufen. Wer sich jetzt erst meldet, muss sich bis Anfang Juni gedulden, bis er drankommt. Und das, obwohl das Haarstudio verlängerte Öffnungszeiten anbietet und auch am Montag geöffnet hat. Trockenschnitte gibt es übrigens nicht mehr – die Haarwäsche vorab ist Pflicht.

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