Bernd Busert möchte Treffen mit Heimbewohnern wieder ermöglichen
Zelt der Begegnung entwickelt

Gescher. Normalerweise bauen Bernd Busert und sein Team große Zelte für Schützenfeste und andere große Feiern auf. Für Hochzeiten und kleinere Gesellschaften dürfen es dann manchmal auch etwas kleinere Zelte sein, die sich prima für den heimischen Garten eignen.

Mittwoch, 06.05.2020, 06:28 Uhr
Bernd Busert möchte Treffen mit Heimbewohnern wieder ermöglichen: Zelt der Begegnung entwickelt
Foto: Montage

Aber aktuell läuft auch beim Gescheraner Unternehmen Zelte Stockhorst, dessen Geschäftsführer Bernd Busert ist, alles anders als gewohnt. Denn Schützenfeste wird es in diesem Jahr nicht geben, und an Partys mit größeren Gesellschaften sei auch nicht zu denken.

Also hat Bernd Busert überlegt, wie er seine Zelte dennoch verleihen und gleichzeitig einen Beitrag leisten kann, die Lebensqualität im Corona-Alltag zu verbessern. Er hat ein Zelt der Begegnung entworfen, das ein kontaktloses und damit gefahrloses Aufeinandertreffen von wenigen Personen ermöglichen soll.

Der Inhaber des Zeltverleihs kommentiert: „Wir haben uns Gedanken gemacht, wie wir in der Zeit der Corona-Pandemie helfen können. Die Risiko-Gruppe unserer Gesellschaft steht zurzeit unter besonderem Schutz.“ Gerade in den Pflegeheimen, Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen würden besondere Regeln und Schutzmaßnahmen gelten. Der Kontakt zu Familie und Freunden sei schon knapp acht Wochen untersagt. Das mache die Menschen traurig.

Bernd Busert räumt ein, dass im Zeitalter der modernen Technik sicherlich durch Video-Telefonie eine Möglichkeit geschaffen werden könne, mit der Familie und Freunden Kontakt aufzunehmen. „Aber das ist nicht das Gleiche, viele ältere Menschen leiden enorm unter der aktuellen Kontaktsperre, was für die Gesundheit und das Wohlbefinden nicht förderlich ist“, betont er. Das Zelt der Begegnung könne die Lösung sein, wenn es zum Beispiel auf dem Gelände eines Seniorensheims aufgebaut würde. Das sei ein Zelt in einer Größe von fünf mal fünf Metern mit stabilen Seitenplanen und festem Fußboden. Ein solches Zelt werde gern von Hochzeitsgesellschaften gebucht, sagt Busert. Er hat das Innenleben dieses Zeltes allerdings verändert.

Busert hat das Zelt in vier Räume von 2,5 mal 2,5 Meter unterteilt. Alle Räume sind mit festen abwaschbaren Wänden versehen, die das Unternehmen Raumkonzepte Bücker in Stadtlohn gefertigt habe. Die jeweils gegenüberliegenden Räume sind durch eine Plexiglasscheibe getrennt, sodass sich der Heimbewohner und dessen Angehöriger sehen können und die Nähe zu spüren sei. Links und rechts neben der Scheibe gibt es mit Stoffverkleidungen versehene Aussparungen, sodass sich die Personen ohne technische Hilfsmittel miteinander unterhalten können. Das Zelt ist mit Teppichboden ausgelegt. Auch liefere Zelte Stockhorst bei Bedarf Stühle mit, damit die Personen das Gespräch nicht im Stehen führen müssen.

In einem Seniorenheim in Dülmen steht ein solches Zelt der Begegnung bereits auf der Terrasse. Die Bewohner können das Zelt direkt durch die Terrassentür betreten. Angehörige würden über das Außengelände durch einen anderen Zelteingang in das Zelt gelangen.

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