Auf dem Friedhof entstehen bald Gemeinschaftsanlagen für Särge und Urnen
Trend zu neuen Bestattungsformen

Gescher. Die Friedhofskultur ist im Wandel. Neue Bestattungsformen werden gewünscht – auch in Gescher. „Wir bekommen immer wieder Anfragen in diese Richtung“, weiß Claudia Hisker, im Rathaus für das Friedhofswesen zuständig. Nun wird das Thema vorangetrieben: Gemeinschaftsanlagen für Särge und Urnen, bei denen die künftige Grabpflege eingeschlossen ist, werden angelegt. Rund 200 000 Euro (inklusive Planung) sollen diese Maßnahmen kosten. Die Submission erfolgt Ende Mai, sodass die Realisierung in den Sommer- und Herbstmonaten erfolgen kann – je nach den Möglichkeiten der beauftragten Firma. Auch an anderen Stellen erfährt der Friedhof eine Aufwertung. So ist der Weg zwischen Rosen- und Jägerweg, der nach Regenfällen kaum passierbar war, trockengelegt und asphaltiert worden.

Mittwoch, 13.05.2020, 06:32 Uhr
Auf dem Friedhof entstehen bald Gemeinschaftsanlagen für Särge und Urnen: Trend zu neuen Bestattungsformen
Ein kleiner Baustein, um den Friedhof aufzuwerten: Die Verbindung zwischen Rosen- und Jägerweg ist trockengelegt und asphaltiert worden. Über das Ergebnis freuen sich: (v.l.) Jörg Herbstmann, Claudia Hisker, Bürgermeister Thomas Kerkhoff und Timon Meister. Foto: Jürgen Schroer

Auch die Friedhofsgärtner sind auf die Veränderungen gespannt. Jörg Herbstmann und seit Ende letzten Jahres Timon Meister kümmern sich um die Beerdigungen und halten Rasenflächen und Hecken in Schuss. Nicht nur in Gescher, sondern auch auf dem Friedhof Hochmoor und auf dem jüdischen Friedhof am Südlohner Damm. Wichtig ist beiden die Kommunikation mit den Besuchern. „Das läuft gut mit dem neuen Team“, stellt Bürgermeister Thomas Kerkhoff fest.

Auf einer Freifläche vor dem Hochkreuz (Grabfeld 56) wird die Urnengemeinschaftsanlage entstehen. Hier werden 30 und 60 Zentimeter hohe Hochbeete angelegt, in denen nach der Fertigstellung 194 Urnen bestattet werden können. Etwas weiter nördlich liegt das Grabfeld 28, das zu einer Sarggemeinschaftsanlage umgestaltet wird. Das Areal umfasst insgesamt 147 Grabstellen. Die 29 bestehenden Gräber können so bleiben, wie sie sind, oder in die neue Anlage integriert werden. „Dazu werden wir die Angehörigen noch anschreiben“, kündigt Claudia Hisker an.

Ideen gibt es auch für das Wäldchen im Bereich des Kreuzweges: Hier ist daran gedacht, das Strauchwerk zu beseitigen, um einen kleinen „Friedwald“ anzulegen. Ein geschwungener Weg soll zwischen den Bäumen, unter denen künftig Urnen bestattet werden können, durchführen. Im Rathaus wird bereits an einem Plan gearbeitet, wie das aussehen kann. „Diesen Teil wollen wir aber erst 2021 umsetzen“, informiert Hisker.

Der Friedhof macht sich auch an anderer Stelle. So haben die Gärtner eine zentral gelegene Rasengrabfläche abgesperrt, um das Areal zu begradigen und neuen Rasen zu säen. Ende Juli, so Timon Meister, kann die Fläche voraussichtlich wieder freigegeben werden. Für Lichter und Blumen ist eine provisorische Ablagefläche geschaffen worden, nach der Fertigstellung soll der zentrale Baum wieder Ablageort für Grabschmuck sein.

Gefreut haben sich viele, dass die schlechte Verbindung zwischen Rosen- und Jägerweg saniert worden ist. Dieser Weg stand in der Vergangenheit nach jedem Regenguss unter Wasser. Nun wurden Entwässerungsleitungen gelegt und eine Asphaltdecke aufgebracht. Lücken in den Hecken am Wegesrand sollen im Herbst geschlossen werden, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Tätig geworden sind die Friedhofsgärtner auch im eigenen Umfeld. Sie haben die Schlechtwetterperiode am Jahresanfang genutzt, um Aufenthaltsraum und Umkleide zu streichen und neu zu gestalten. Auch eine Computerecke ist eingerichtet worden, sodass die beiden Kollegen Einblick in das Verwaltungsprogramm für den Friedhof haben. Große Übersichtspläne hängen trotzdem an der Wand: „Da hat man alles auf einen Blick“, sagen die Gärtner.

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