Hotel Tenbrock darf auch Bahnen wieder öffnen
Kegelabend mit neuen Spielregeln

Gescher. Rund 60 Kegelclubs warten darauf, im Hotel Tenbrock wieder die Kugeln rollen zu lassen. Gastronom Michael Kösters, der sein Lokal am Freitag nach der durch Corona bedingten Schließung wieder geöffnet hat, hat alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, damit sich diese Gruppen wieder zu gemeinsamen Kegelabenden treffen können.

Mittwoch, 20.05.2020, 06:30 Uhr
Hotel Tenbrock darf auch Bahnen wieder öffnen: Kegelabend mit neuen Spielregeln
Gastronom Michael Kösters vom Hotel Tenbrock – hier mit seinem Sohn Noah – hat die Kegelbahnen vorbereitet, damit die Clubs unter neuen Bedingungen in die Vollen werfen können. Foto: az

Allerdings werden sich die Kegelbrüder und -schwestern darauf einstellen müssen, auf der Kegelbahn und am Tisch Abstand voneinander zu halten. Michael Kösters hat bereits alles ausgemessen. Eine Ausnahme gibt es, wenn die Clubmitglieder alle einer Familie angehören oder aus zwei Haushalten stammen.

Das wird bei den allermeisten Kegelclubs nicht der Fall sein, auch wenn sie bereits seit mehreren Jahrzehnten als Kegelschwestern und -brüder miteinander kegeln und nicht nur wegen dieser Bezeichnungen, sondern sich wegen jahrelanger Freundschaft miteinander verbunden fühlen.

Rainer König, Kegelvater und Mitbegründer des Kegelclubs „Familie Feuerstein“, findet es bedauerlich, dass sich sein Club für längere Zeit nicht zum gewohnten Kegelabend treffen kann. Jeden dritten Samstag im Monat habe sich „Familie Feuerstein“ auf der Kegelbahn im Hause Tenbrock zusammengefunden.

Weil das Kegeln in der Corona-Schutzverordnung als Breitensport gewertet worden sei, könnten die Clubs kegeln, hat Michael Kösters beim städtischen Ordnungsamt erfragt. Allerdings dürfe dann voraussichtlich immer nur eine der parallel verlaufenden Kegelbahnen genutzt werden. Außerdem müsse der vorgeschriebene Abstand eingehalten werden.

Für den 1972 gegründeten Club „Familie Feuerstein“, der sich seit Jahren an jedem dritten Samstag zum Kegelabend im Hotel Tenbrock getroffen hat, komme das Kegeln allerdings erstmal nicht in Frage.

Rainer König, Kegelvater und Mitbegründer des Kegelclubs, kommentiert: „Wir gehören alle zur Risikogruppe. Wir müssen die Vernunft walten lassen. Mit dem Corona-Virus hat man einen Gegner vor sich, den man nicht sieht“, sagt Rainer König und deutet an, dass er sich einen Kegelabend nur schwer vorstellen könne, wenn alle ständig darauf achten müssten, dass man sich nicht zu nahe kommt.

Andere, vor allem Clubs mit jüngeren Mitgliedern würden allerdings wohl voller Vorfreude sein, wieder im traditionsreichen Hause Tenbrock kegeln zu können. Gastronom Kösters hofft, dass sich die Clubs schnell an die neuen Spielregeln gewöhnen.

Rainer König zeigt sich auf lange Sicht dennoch zuversichtlich: „Die Treffen könnten künftig im schönen Biergarten bei Tenbrock ohne das Kegeln stattfinden.“ Zum Glück könne der Kegelclub im August seine jährliche Tour ins Blaue unternehmen. Das Ziel liegt innerhalb Deutschlands, die Übernachtung sei gebucht, also stehe der Kegelfahrt in Kleinbussen nichts mehr im Wege.

Auch Michael Kösters hofft, dass sein Hotelbetrieb bald wieder gut anläuft. Immerhin sei in diesem Jahr Deutschland das Reiseziel Nummer eins für die deutsche Bevölkerung.

Die Gäste in seinem Restaurant müssen ab sofort einige Regeln beachten. Sie müssen derselben Familie angehören oder dürfen aus höchstens zwei Haushalten stammen, wenn sie an einem Tisch Platz nehmen wollen. Das Tenbrock-Team führt die Gäste zu ihrem Tisch. Diese müssen ihre Kontaktdaten angeben. Michael Kösters muss auch das Datum, die Uhrzeit und die Tischnummer notieren.

Angesichts des erhöhten organisatorischen Aufwands betont der Gastwirt: „Reservierungen sind nicht verpflichtend, aber erwünscht, um besser planen zu können.“ Einen Thekenbetrieb gebe es nicht.

So wie alle übrigen Gastronomen, die ihre Betriebe jetzt wieder öffnen dürfen, kämpft Michael Kösters mit der Herausforderung, dass in der Küche die Arbeit wieder komplett aufgenommen werden müsse, aber nicht einmal die Hälfte an Gästen bedient werden dürfe. Außerdem könne er schwer einschätzen, ob die Gäste unter den aktuellen Bedingungen ein Lokal aufsuchen wollen.

Deshalb richtet Michael Kösters zusätzlich erstmals einen Abholservice ein. Dennoch zeigt er sich zuversichtlich, dass die Gäste Verständnis aufbringen. Er hofft, dass weitere Lockerungen angesichts einer abflachenden Anzahl an Infektionen angekündigt werden.

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