Gestern Freibad-Start mit Corona-Einschränkungen / Schwimmen nur mit Armband
„Freuen uns, dass es losgeht“

Gescher. Die „etwas andere“ Badesaison hat begonnen. An der Spitze der kleinen Schlange vor dem Eingang steht Frank Schlemmer mit Sohn Jonte (10): „Wir haben uns direkt für die erste Schicht angemeldet und freuen uns, dass es losgeht“, sagt der Gescheraner. Vater und Sohn wollen noch öfter kommen, auch wenn der Badebetrieb aufgrund der Corona-Lage mit erheblichen Einschränkungen verbunden ist. Fünf zweistündige Zeitfenster pro Tag sind vorgesehen, maximal 90 Badegäste werden eingelassen, davon dürfen nur 30 zeitgleich ins Wasser. Gestern dauert es genau zehn Minuten, dann sind alle Armbänder vergeben – die ersten Badegäste müssen warten, bis wieder jemand das Wasser verlässt. Nach gut 20 Minuten weist Schwimmmeister Klaus Brüninghoff darauf hin, dass der Aufenthalt im Wasser zeitlich begrenzt ist – wer die Becken verlässt, soll das Armband direkt in den aufgestellten Behälter zurücklegen. „Das muss sich alles einspielen“, sagt 1. Beigeordnete Kerstin Uphues. Sollte etwas nicht funktionieren, werde nachjustiert.

Mittwoch, 03.06.2020, 06:25 Uhr
Gestern Freibad-Start mit Corona-Einschränkungen / Schwimmen nur mit Armband: „Freuen uns, dass es losgeht“
Beckenzutritt nur mit Bändchen: Frank Schlemmer (r.) und Sohn Jonte (10) waren gestern Mittag die ersten, die zugriffen. Erste Beigeordnete Kerstin Uphues freute sich, dass zum Freibadstart alles glatt lief. Fotos: js Foto: az

Trotz Mehrkosten von rund 50 000 Euro für die Stadt: Der Rat hat letzte Woche grünes Licht für die Freibad-Öffnung gegeben. Basis dafür ist ein umfangreiches Infektionsschutz- und Zugangskonzept, auf dessen Einhaltung das Freibadpersonal nun achten muss. Zum Start gestern hatten sich etwa 60 Personen angemeldet, das ließ sich ganz gut handeln. „Wir müssen mal schauen, wie sich das entwickelt“, meinte Schwimmmeister Hermann-Josef Berlemann. Gerade in der Startphase werde es wohl manche Durchsage geben.

An der Kasse wird nur eingelassen, wer sich am Tag zuvor online auf der Stadt-Homepage einen Platz reserviert hat. Badegäste müssen ein Ticket ziehen (zwei Euro für Erwachsene, ein Euro für Kinder/Jugendliche) und ihre Kontaktdaten hinterlassen. Das Freibadgebäude ist geschlossen, provisorische Außenumkleiden befinden sich am Zaun zum Sportplatz. „Unsere blaue Wand“, schmunzelt Berlemann. Orange sind dagegen die Armbänder, die alle umlegen müssen, die ins Wasser gehen. Auch hier ist der Mindestabstand einzuhalten. „Das ist schwer zu kontrollieren“, weiß Jochen Inkmann von der Stadtverwaltung. Gestern klappt’s erst mal ganz gut: Im Erlebnisbecken gibt es keine Rudelbildung, im Schwimmerbecken halten sich alle an den „Kreisverkehr“. Hier sind jeweils zwei Bahnen abgetrennt, sodass jeder mit Abstand hin und zurück schwimmen kann. Außen-Wertschränke sind angeschafft und können voraussichtlich ab Donnerstag genutzt werden. Der Kiosk wird testweise öffnen.

„Für die Einschränkungen bitten wir um Verständnis“, sagt Kerstin Uphues. Es sei sicherlich im Sinne aller, Schwimmen auf diese Weise zumindest möglich zu machen. Sollte sich alles gut einspielen, könnten bald auch mehr Badegäste zeitgleich eingelassen werden. Aber erst einmal will man das Verhalten der Leute „freundlich beobachten“.

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