Kirchengemeinde sucht Investor für Fünf-Gruppen-Kindergarten an der Riete
Weg für schicken Neubau geebnet

Gescher. Läuft alles nach Plan, kann der neue Fünf-Gruppen-Kindergarten an der Riete – Ersatzbau für den Marien-Kindergarten an der Twente – im zweiten Halbjahr 2021 bezogen werden. In Gescher, Borken und Münster haben alle Beteiligten den Weg für das Projekt geebnet, das eine gute Versorgung mit Kindergartenplätzen in der Glockenstadt gewährleistet. „Wir sind froh, dass es was werden kann und suchen jetzt einen Investor“, sagte Pfarrer Hendrik Wenning beim gestrigen Pressegespräch. Voraussetzung für die Realisierung war ein komplexes Grundstücksgeschäft mit den Beteiligten Kirche, Stadt und Geno. „Wir haben uns mit der Geno über den Rahmen geeinigt und eine Absichtserklärung unterzeichnet“, teilte Bürgermeister Thomas Kerkhoff mit. Im Kern geht es darum, dass die Geno das Grundstück Riete an die Kirche überträgt und dafür das Kita-Grundstück Twente und eine Teilfläche des Spielplatzes Meisenweg bekommt. An beiden Standorten will die Geno Wohnbebauung realisieren.

Mittwoch, 10.06.2020, 06:26 Uhr
Kirchengemeinde sucht Investor für Fünf-Gruppen-Kindergarten an der Riete: Weg für schicken Neubau geebnet
Einen schönen Spielplatz wie hier am Pankratius-Kindergarten könnte es demnächst auch an der Riete geben. Im Bild (v.l.): Thomas Vestrick (Zentralrendantur), Beigeordnete Kerstin Uphues, Bürgermeister Thomas Kerkhoff, Pfarrer Hendrik Wenning und Inge Schnieder (Verbundleitung). Foto: az

Für den neuen Kindergarten muss das jetzige Weiterbildungszentrum weichen – es soll im Sommer abgerissen werden. Standort und Erreichbarkeit des künftigen Marien-Kindergartens (der Name bleibt) findet Pfarrer Wenning „optimal“. Nachdem das Bistum Münster grünes Licht gegeben hat und der Jugendhilfeausschuss des Kreises die Trägerschaft für die zwei zusätzlichen Kita-Gruppen der katholischen Kirchengemeinde übertragen hat, wird nun ein Investor für den fünfgruppigen Neubau gesucht. Die Grundstücksfläche wird dem Investor im Rahmen eines Erbbaurechtes zur Verfügung gestellt. Vorgesehen ist die Anmietung des eingeschossigen Gebäudes mit Gruppenbereichen sowie Mehrzweckraum, Personalraum und Nebenräumen durch die Kirchengemeinde. „Einige Interessenten haben sich schon gemeldet“, freut sich Wenning. Grundlage für die Anmietung werde ein Mietvertrag mit einer noch abzustimmenden Laufzeit sein. Ansprechpartner bei der Zentralrendantur Borken für dieses Vorhaben ist Thomas Vestrick (Tel. 02861/ 80 99 31 14, vestrick@bistum-muenster.de), der gerne Auskünfte erteilt.

Erste Beigeordnete Kerstin Uphues gewinnt der Gesamtlösung viel ab. Gescher bekomme zwei zusätzliche Kindergartengruppen in einer modernen Einrichtung. „Damit sind wir erst einmal gut aufgestellt“, sagt sie. 100 Kinder werden den neuen Kindergarten besuchen können, wobei bedarfsorientierte Öffnungszeiten angeboten werden sollen. Ein weiterer Vorteil sei, dass keine Übergangslösung erforderlich werde. Der Altbau an der Twente könne genutzt werden, bis der Neubau an der Riete bezugsfertig sei.

Für die bislang noch städtischen Grundstücke Twente und Meisenweg sind Bebauungskonzepte beim Büro Farwick + Grote in Auftrag gegeben worden. Bis zu 18 Wohnungen an der Twente und bis zu sechs Wohnungen am Meisenweg sind angedacht. Realisierung: voraussichtlich nicht vor 2022.

Kungelei-Vorwürfe von Seiten der Meisenweg-Anwohner, die keine Bebauung wollen, weist Kerkhoff zurück: Es sei gelungen, mehrere Interessen unter einen Hut zu bringen. Durch das Dreiecks-Geschäft erreiche die Stadt, dass Kindergartenplätze und Wohnraum geschaffen würden. Der Kita-Standort Riete sei auch deshalb ideal, weil hier kein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden müsse. Kerkhoff: „Das spart Zeit.“

Pfarrer Wenning hofft, dass es jetzt zügig geht und vielleicht noch im Spätsommer der erste Spatenstich für die Kita erfolgen kann.

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