110 Gesamtschüler in zwei Veranstaltungen feierlich verabschiedet
„Ihr habt diese Schule mitgeprägt“

Gescher. „Ihr seid ein besonderer Jahrgang“, stellte Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis bei der Abschlussfeier der Gesamtschule fest und meinte damit nicht die vielen Einschränkungen wegen Corona. Die Zehntklässler hätten sich überdurchschnittlich eingebracht „und diese Schule mitgeprägt“, zollte er den Zehntklässlern großes Lob. Gleich zweimal übermittelte der Schulleiter diese Botschaft, denn die 110 Schüler wurden in zwei Etappen entlassen, um die Mindestabstände im Theatersaal einhalten zu können – am Dienstag erhielten die Klassen A und D ihre Abschlusszeugnisse, am Mittwoch waren die B und die C dran. Zeugnisübergabe hinter Plexiglas, freie Sitzplätze zwischen den Familien, Grußworte und Glückwünsche per Videobotschaft – vieles war „anders“ in diesem Jahr. Und dennoch bestimmten Freude über das Erreichte und Rückblenden auf viele schöne Erlebnisse in den vergangenen sechs Jahren die beiden Feiern.

Donnerstag, 18.06.2020, 06:27 Uhr
110 Gesamtschüler in zwei Veranstaltungen feierlich verabschiedet: „Ihr habt diese Schule mitgeprägt“
Höhepunkt der Abschlussfeiern war die Zeugnisausgabe, die in Corona-Zeiten vorschriftsgemäß hinter Plexiglas erfolgte. In der ersten Feier am Dienstag händigten die Klassenlehrer Hannah Ellers und Kai Stadtler die begehrten Papiere samt Rose aus. Fotos: Kortbus Foto: az

„Abschluss heute – Captain morgen, die Crew geht nie als erstes“, hatten sich die Zehntklässler als Motto für ihre Abschlussfeier gegeben und machten damit deutlich, dass gerade der zweite Jahrgang der Gesamtschule den Kurs des „Schulschiffes“ mitbestimmt hat. „Ihr habt unser Schulkonzept gelebt, weiterentwickelt und vorangetrieben“, würdigte Abteilungsleiter Philipp Ottmann bei der Begrüßung das Engagement der Zehntklässler. 92 von ihnen hätten die Fachoberschulreife erreicht, davon 68 mit Qualifikation für die Oberstufe. „Eine wirklich tolle Leistung“, so Ottmann. Er erinnerte an die besonderen Herausforderungen in der Homeschooling-Phase und wünschte der „Crew“ für die Zukunft „stets ruhiges Gewässer, immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel und einen Kompass an Bord“. Und auch ein Abkommen von der geplanten Route habe sein Gutes, denn dann entdecke man auf seinem Weg „ganz ungeahnte Möglichkeiten, unbekannte Häfen, die man sonst nicht angesteuert hätte“.

Viele gute Wünsche begleiteten die Zehntklässler, auch von den Pfarrern Hendrik Wenning und Rüdiger Jung, die den jungen Menschen Mut machten für die weitere Lebensreise. Andere gratulierten per Video: Für die Schulpflegschaft meldeten sich Rabea Hillebrand-Führs und Doris Diepelt zu Wort, die Schulsprecher Dana Kujoth und Johannes Buckting wandten sich mit einem „Ihr rockt das!“ an die Zehntklässler, von denen 47 die Oberstufe der Gesamtschule Gescher besuchen werden. Auch Bürgermeister Thomas Kerkhoff blickte von der Leinwand in den Saal: Er bedauerte, dass die Schüler ihren Schulabschluss nicht wie gewohnt feiern könnten und gratulierte zu einem „wichtigen Meilenstein im Leben“. Für die Zukunft wünschte er den jungen Menschen alles Gute.

Manemann-Kallabis freute sich, dass trotz der veränderten Zeit ein gemeinsamer Abschluss gefeiert werden könne. Das Besondere an diesem Jahrgang sei nicht, dass er die Schule in Pandemiezeiten verlasse, sondern sein prägender Einsatz für die Schule. Manemann-Kallabis erinnerte an die Demonstration für eine Fünfzügigkeit schon vor Beginn der Gesamtschulzeit, an die Ergebnisse des Projekttages Toleranz, an die Formulierung von Kinderrechten und die Entwicklung des Schulprogramms, dessen Übersetzung in „leichte Sprache“ immer noch auf seiner To-do-Liste stehe. „An der sehr positiven Entwicklung unserer Schule habt ihr einen hohen Anteil“, stellte Manemann-Kallabis fest. In Passagen las der Schulleiter aus Briefen vor, die er von den jetzigen Zehntklässlern zu Beginn ihrer Gesamtschulzeit bekommen hatte und entdeckte darin „viel Weisheit“. Seinen Dank an Lehrerkollegen und Eltern verband Manemann-Kallabis mit guten Wünschen für die Schüler: Sie hätten das Rüstzeug erhalten, um ihren Lebensweg erfolgreich fortzusetzen und die aktuelle Krise „durch die Gestaltung der Zukunft zu meistern“.

Aufgelockert wurden die Feiern durch musikalische Beiträge, ein Online-Quiz zum Schulalltag und einem Video-Rückblick der Zehntklässler, der an viele besondere Erlebnisse erinnerte. Am Ende gab es keine große Party, sondern gemeinsames Anstoßen auf dem Schulhof – in Kleingruppen.

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