Kirsten Dieks und Karsten Büscher haben die Hunde bis 2015 in Büren gezüchtet
Wolfsgeheul durch Tamaskane

Gescher. Tamaskane sehen aus wie Wölfe, werden deshalb auch als Wolfshunde bezeichnet, haben aber das Gemüt eines friedlichen und kinderlieben Haus- und Familienhundes.

Montag, 22.06.2020, 12:36 Uhr
Kirsten Dieks und Karsten Büscher haben die Hunde bis 2015 in Büren gezüchtet: Wolfsgeheul durch Tamaskane
Karsten Büscher ist stolz auf seine Tamaskane, die wie Wölfe aussehen, aber ein friedliches Gemüt haben. Foto: az

Vier Tamaskane besitzen Kirsten Dieks und Karsten Büscher in Gescher-Büren. Mit Wolfsgeheul begrüßen drei putzmuntere Tamaskane im weitläufigen Gehege ihre Besitzer und Nanuk, der an der Leine von Kirsten Dieks herangeführt wird. Das geht schon durch Mark und Bein, aber spätestens als Nanuk sein Bedürfnis nach Streicheleinheiten gestillt haben will, ist die restliche Angst verflogen.

Im Jahre 2009 begründeten Dieks und Büscher mit der englischen Tamaskanen-Hündin Summer ihre Zucht. Es war die erste Tamaskanen-Zucht in Deutschland. In zwei Würfen brachte Summer erst zehn Welpen, dann zwei Welpen zur Welt. Ihre Kinder Fly und Nanuk tollen heute noch bei dem Gescheraner Paar herum. Fly hatte ebenfalls zwei Würfe mit elf und mit vier Welpen. Im Jahre 2015 beendeten sie die Zucht.

„Pro Hündin haben wir das auf zwei Würfe begrenzt. Sie sind keine Gebärmaschinen“, begründet Dieks diese Zuchtbegrenzung durch Sterilisierung ihrer Lieblinge.

2006 gab sie ihren ersten Tamaskanen ab, weil es Probleme gab zwischen diesem Hund und ihrem kleinen Sohn. „Er kam aus der damaligen Tschechoslowakei. Sie wurden in den 1960er Jahren aus Wolf und Schäferhund gepaart mit höheren Wolfsanteilen als unsere Tamaskane. Sie wurden damals als Grenzhunde eingesetzt. Diese Paarung ist heute verboten“, berichtet sie über ihre ersten, nicht immer positiven Erfahrungen mit dieser Rasse.

Die Liebe entflammte neu, als sie durch eine Freundin in Kontakt zu einer Tamaskanen-Züchterin in England kam.

Das Gescheraner Paar erwarb Summer in England für rund 1000 Euro unter der Auflage der Züchtung. Es gibt sogar einen Verband (TDR), in dem Büscher einige Jahre im Vorstand mitgearbeitet hat.

Dort wird eine Datenbank mit allen Züchtungen geführt. Ein DNA-Test, der nur in Amerika gemacht werden kann, signalisiert dem zukünftigen Besitzer die Gesundheit. Heute werde wild durch die Rassen gekreuzt, was Karsten Büscher gar nicht gefiel, weshalb er sich aus diesem Verband zurückzog.

„Wir haben erst einen Wurf eingeleitet, wenn wir sichere Abnehmer hatten, und der Rüde einen reinrassigen Stammbaum hatte“, erläutert Büscher diese folgenreiche Entscheidung.

Zu den neuen Besitzern ihrer Welpen in Europa und Amerika halten sie bis heute engen Kontakt durch gelegentliche Treffen auf ihrem weitläufigen Grundstück.

„Wir holen auch das Tier zurück, wenn es gar nicht klappt. Das ist uns mit Nanuk passiert. Er war acht Monate alt, als wir ihn von Thüringen zurückholten, weil seine Besitzerin nicht mit ihm klar kam“, schildert Kirsten Dieks eine der seltenen Rückholaktionen.

Wie tief die Angst vor Wölfen ist, haben sie selbst erlebt, als sie mit Nanuk im Zoo in Osnabrück das Wolfsgehege besuchten. Beim Verlassen kam ihnen eine Familie entgegen, die plötzlich schreiend weglief. „Sie haben gedacht, die Wölfe sind ausgebrochen“, erinnert sich Büscher lachend.

0 Wenn Sie, liebe Leserin, lieber Leser, auch ein Tier haben, mit dem Sie eine lange oder besondere Beziehung verbindet oder mit dem Sie etwas erleben, das sie zusammenschweißt, melden Sie sich bei uns unter Tel. 02542/930-412 oder gescher@azonline.de.

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