Ansiedlung von Einzelhandel in Hochmoor
Letzte Chance für Supermarkt?

Hochmoor. Zurzeit ist kein Lebensmittelnahversorger in Hochmoor ansässig. Der Wunsch danach sei groß, wie in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses deutlich wurde. Bis Anfang September soll die Verwaltung nun abklopfen, welchen der beiden in Frage kommenden Standorte ein möglicher Investor eines Lebensmittelmarktes bevorzugt. Zur Diskussion stehen eine Fläche an der Ecke Kardinal-von-Galen-Straße/ Landesstraße 581 oder an der Ecke Gescherer Straße/ L 581 am Kreisverkehr.

Donnerstag, 02.07.2020, 09:14 Uhr
Ansiedlung von Einzelhandel in Hochmoor: Letzte Chance für Supermarkt?
Im Zuge des neuen Baugebietes an der Landsbergstraße soll in Hochmoor auch ein Lebensmittelmarkt angesiedelt werden. Es gibt zwei mögliche Standorte. Karte: stepmap/ mr Foto: az

Wenn sich der Investor zurückziehen sollte, wird ein Arbeitskreis gebildet, so wie es die FDP-Fraktion beantragt hat. In diesem Gremium soll die Ansiedlung eines Nahversorgers in Hochmoor aktiv gefördert werden.

Wie Bürgermeister Thomas Kerkhoff im Bezirksausschuss ausführte, habe das Investorenmodell am Standort an der Kardinal-von-Galen-Straße bisher nicht zum Erfolg geführt. Die Ortslage habe aus sich heraus nicht genügend Kaufkraft. Mindestens 4000 Einwohner seien für die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes aus der Sicht eines Investors erforderlich.

Daher sei die Stadt nun in Gesprächen mit einem Investor an einem anderen Standort - am Kreisverkehr, wo die Frequenz durch Pendler möglicherweise höher sei. Dazu müsse aber noch geklärt werden, ob eine Zuwegung über die Gescherer Straße möglich sei. „Wir loten jede Chance aus“, versicherte Kerkhoff.

Reinhold Gertz (CDU), Vorsitzender des Bezirksausschusses, kommentierte, dass Eile geboten sei, weil viele Bauwillige im angrenzenden Baugebiet Landsbergstraße darauf warten würden, endlich ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen zu können. Denn die Fläche für den Einzelhandel sei in Zusammenhang mit dem neuen Baugebiet ausgewiesen worden. Ein Verzicht auf den Lebensmittelmarkt könnte Bauwilligen seiner Meinung nach ermöglichen, schneller mit dem Hausbau zu beginnen.

Eine neue Planung, die unter anderem den Lärmschutz berücksichtigen müsse, würde voraussichtlich eine Zeitverzögerung von einem Jahr nach sich ziehen, wie der Bürgermeister erläuterte. Auch Marc Jaziorski (SPD) meinte mit Blick auf die 16 künftigen Baufamilien, von denen etliche als Zuhörer in den Bezirkausschuss gekommen waren: „Irgendwann müssen wir die Reißleine ziehen. Wir können nicht bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten.“

Das würde bedeuten, dass bei einem Verzicht eines Lebensmittelmarktes der Bau der Eigenheime schneller möglich sei, meinte Gertz und fügte hinzu: „Das ist eine schwierige Situation, über die wir entscheiden müssen.“

Thomas Haveresch (FDP) kommentierte zum Thema: „Wir sehen, dass dort Fahrt rein muss. Wir würden gerne zweigleisig fahren.“

Gerd Verheyen (Grüne) mahnte: „Die ist die letzte Chance, einen Supermarkt in Hochmoor zu bekommen.“ Matthias Bergmann (UWG) sprach sich dafür aus, an den interessierten Marktbetreiber heranzugehen und ganz konkret nach dessen Anforderungen zu fragen. Ralf Lütkebohmert (CDU) wollte wissen, wie groß das Interesse des Investors in Prozentzahlen sei. Der Bürgermeister antwortete, dass sich dies nicht messen lasse. Dennoch betonte er, dass sich ein Investor die Verkehrsströme sehr genau ansehe, bevor er sich für eine Ansiedlung an einem bestimmten Standort entscheide. Wolfgang Brüggestrath (Grüne) warnte davor, die ursprünglich angedachte Fläche an der Kardinal-von-Galen-Straße aufzugeben und besser in Reserve zu halten, weil Hochmoor nach wie vor wachse.

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