45 Grundstücke im neuen Baugebiet Schultenrott
Lücke am Ortsrand wird geschlossen

Gescher. Um der großen Nachfrage nach Baugrundstücken gerecht zu werden, hat der Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung jetzt dem Bebauungsplan Schultentrott bei zwei Gegenstimmen zugestimmt. 45 Grundstücke sollen zwischen Waldweg und Schultenrott entstehen. Darauf können Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und auch Mehrfamilienhäuser errichtet werden, wie Fachbereichsleiter Uwe Wißmann in der Sitzung erläuterte.

Samstag, 04.07.2020, 06:03 Uhr
45 Grundstücke im neuen Baugebiet Schultenrott: Lücke am Ortsrand wird geschlossen
45 Baugrundstücke sieht das neue Baugebiet Schultenrott am Ortsrand vor. Die Erschließung erfolgt an zwei Stellen über den Schultenrott. Die hellgelbe Fläche rechts markiert das Regenrückhaltebecken. Plan: Stadt Gescher Foto: az

Erstmals gehe die Stadt Gescher den Weg, bisher noch nicht überplante Außenbereichsflächen in ein beschleunigtes Verfahren gemäß § 13b des Baugesetzbuches einzubeziehen, weil zurzeit keine baureifen Grundstücke zur Verfügung stehen, die die sehr hohe Nachfrage nach Wohnbaugrundstücken befriedigen könnten. Am südlichen Siedlungsrand mit Kontakt zum Gewerbegebiet beabsichtigt nun die Stadt Gescher, zusammen mit dem städtischen Tochterunternehmen Grundstücksgesellschaft Gescher Bauland für Gescheraner Bürger zu entwickeln. „Dort wird eine Zahnlücke geschlossen“, kommentierte Wißmann.

Im Süden zum Waldweg können Mehrfamilienhäuser mit bis zu sechs Wohneinheiten entstehen. Ein Regenrückhaltebecken diene dazu, das Niederschlagswasser zurückzuhalten, und biete außerdem Raum für Sträucher und Bäume sowie einen Teillebensraum für Insekten.

Das Gebiet werde an zwei Stellen über den Schultenrott erschlossen. Die Straßen im Inneren des neuen Wohngebietes seien in U-Form angelegt. Ansonsten würde die vorhandene Wegestruktur aufgenommen. Das betreffe unter anderem den Fuß- und Radweg im Norden des Plangebietes.

Die Grundstücke haben eine Größe von 450 bis zu 1000 Quadratmetern, lassen sich aber noch individuell zuschneiden, wie Wißmann versicherte.

Für die Dachformen wird es keine Vorgaben geben, wie der Fachausschuss nach eingehender Beratung beschlossen hat. Außerdem soll die Stadtverwaltung bis zur Vergabe der Grundstücke ein Energiekonzept erarbeiten.

Stephan Pierk (Grüne) hatte zunächst gefordert, dass die Vorgaben des Klimaschutzkonzept Eingang in den Bebauungsplan Schultenrott finden sollten. Dazu hätte auch gehört, die Giebelrichtung vorzugeben. Mit Blick auf mögliche Verzögerungen für Bauwillige stimmte er dann doch dem Plan zu. „Wir haben eine Selbstverpflichtung, diesen Plan heute so zu verabschieden“, sagte er.

Christian Wellering (SPD) schlug eine Reihenhaus-Bebauung vor, die energetisch günstiger sei. Auch Klaus Schonnebeck (SPD) meinte, dass man durch Reihenhäuser mehr Bauwilligen die Möglichkeit geben könnte, ihr Eigenheim zu verwirklichen.

Doch sowohl Fachbereichsleiter Uwe Wißmann als auch Bürgermeister Thomas Kerkhoff betonten, dass diese Bauform in Gescher kaum nachgefragt werde.

Klaus-Dieter Timmer (UWG) forderte ein Verkehrskonzept für das neue Baugebiet. Durch das neue Gebiet komme es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf dem Schultenrott. „Die Anwohner sind jetzt schon genügend belastet“, kommentierte er. Seiner Meinung nach sollte das neue Wohngebiet besser direkt an die Schildarpstraße angeschlossen und nicht gleich an zwei Stellen an den Schultenrott angebunden werden.

Der Bürgermeister meinte, dass alle Anwohner des neuen Gebietes voraussichtlich über die Alte Feldmark, die Kreisstraße 44 n und dann auf die Bundesstraße 525 fahren würden. Die Verkehrsströme würden damit hauptsächlich in südlicher Richtung abfließen.

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