Comedian Markus Krebs auf der Kleinkunstbühne im Biergarten des Hotels Zur Krone
„Nach Corona duschen wir“

Gescher. Der Duisburger Markus Krebs gehört zu den Senkrechtstartern in der Comedy-Szene als Witze-Gag-Schleudermaschine, was er im Biergarten des Hotels zur Krone in Gescher als Best-Off aus seinen bisherigen vier Programmen bewies. Vorher war er alles Mögliche vom Groß- und Außenhandelskaufmann bis zum Hooligan des MSV Duisburg.

Montag, 13.07.2020, 06:03 Uhr
Comedian Markus Krebs auf der Kleinkunstbühne im Biergarten des Hotels Zur Krone: „Nach Corona duschen wir“
Markus Krebs weiß, was noch gesünder ist als joggen und hat Grimms Märchen kritisch im Blick. Seinem Publikum in Gescher präsentiert der Comedian einen thematischen Rundumschlag. Fotos: emk Foto: az

Seine Comedy-Karriere begann 2009, als er in Dinslaken den Niederrheinischen Comedypreis gewann. Sein „Auswärtstag“, so Krebs, war der 18. November 2011, als er den RTL-Comedy Grand Prix gewann. Das hat er sich auch eintätowieren lassen, denn seitdem möchte er nichts anderes mehr machen als Comedy. „Das ist bisher mein längster Job“, gestand er kurz vor dem Auftritt. Seine Witze sind es ebenso, denn die hat er von den Menschen in den Kneipen, seiner Hauptquelle, denen er buchstäblich aufs Maul schaut.

Nachdem Oliver Thon als Moderator und Mitveranstalter das zahlreiche Publikum mit dem üblichen Klatsch-Warm-Up wachgerüttelt hatte, stand er endlich livehaftig auf der Bühne mit seinen Markenzeichen, der Pudelmütze, Sonnenbrille und seiner Bierflasche und unter drohenden Regenwolken, die er zusammen mit dem Publikum einfach wegwitzelte. „Natürlich alkoholfreies Bier. Ich bin der Mann hinter dem Bauch und heiße tatsächlich Markus Krebs“, sein Standardspruch. „Ich bin so froh, dass sie heute nicht hupen“, spielte er auf die Erfahrung seines Auftritts vor Autokinopublikum an.

Und dann folgte der Rundumschlag von Krebs, den es nur selten auf der Bühne hielt, höchstens wenn seine Bierflasche ihn rief, wie er es nannte. „Wenn die Sch…Coronazeit zu Ende ist, duschen wir nur noch und waschen nicht die Hände“, so Krebs.

„Ich habe gehört, dass man beim Lachen so viele Kalorien verbrennen kann wie bei einer halben Stunde Joggen. Seitdem lache ich die Jogger aus“, setzte er noch einen drauf. Schon da zeigte sich das Talent von Krebs, Alltägliches zu verdrehen und in die Stand-Up-Comedy zu verlagern.

Dazu gehörte auch ein bisschen Biografisches in Anspielung auf seinen 50. Geburtstag am 26. Juli. „Ich komme in die Wechselhaare. Beim Gruppensex war ich schon dran. In der Schule bin ich immer rausgeflogen, weil meine Mutter beim Elternsprechtag sprachlos war“, so Krebs und dann torpedierte er die Märchen der Brüder Grimm, die er als Kind zu hören bekam.

„Gewisse Filme wie ‘Der weisse Hai‘ durfte ich nicht sehen, aber die Märchen hören. Ich erzähle sie euch mal auf meine Weise“, und legte los. „Müller waren immer arm, aber sie hatten eine Tochter, die ein Geschoss war… Das Märchen vom Rotkäppchen wäre zu Ende, wenn der Wolf die Oma gekaut hätte… Wenn ich Märchen hören will, gehe ich in die Kneipe“, sezierte Krebs gleich mehrere solcher Geschichten. Auch das brachte ihm tosenden und lachenden Applaus ein.

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