SPD fordert Entwicklungskonzept für die schwächelnde Innenstadt
„Flächen anmieten und Gründern anbieten“

Gescher. Die Gescheraner Innenstadt ist auf keinem guten Weg. Ein Geschäft nach dem anderen wird abgerissen oder umgebaut. Und es entstehen Wohnungen im Erdgeschoss – mitten in der Innenstadt.

Donnerstag, 03.09.2020, 06:30 Uhr
SPD fordert Entwicklungskonzept für die schwächelnde Innenstadt: „Flächen anmieten und Gründern anbieten“
Mit kreativen Ideen möchte die SPD die Innenstadt beleben. Foto: az

Die SPD-Ratsfraktion vermisst laut Pressemitteilung eine „Vision für die Innenstadt“ und ein Konzept aus dem Rathaus. Ihre jüngste Fraktionssitzung nutzten die Sozialdemokraten, um einige Eckpfeiler für die Aufwertung der Innenstadt zu formulieren. Es sei notwendig, den inhabergebundenen Einzelhandel in Gescher zu schützen und zu stützen. Kleine Geschäfte, die Konsumenten-Nischen bedienten oder auch für die Grundversorgung sorgten, müssten erhalten werden. „Denn nur mit einem bunten Angebot an Einzelhandel lässt sich Kaufkraft in Gescher binden. Und nur so können wir unseren Einzelhandel erhalten“, teilt die SPD mit. Unterstützen könnten hier auch Ladenlokale, die Frequenzbringer seien. Rossmann sei da zu nennen, auch K + K am Rathaus, Hagebau oder künftig ein neuer Edeka-Markt, dessen Planung unlängst vorgestellt wurde.

Daneben müsse die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Bänke, Spielgeräte, Müllgefäße und gemütliche Ecken zum Rasten fehlten fast völlig oder seien abgerüstet worden (Brunnenplatz). Da helfe es nicht weiter, wenn immer mehr Wohnfläche geschaffen werde und um das Rathaus neben Wohnen auch Parken geplant werde. Wer einen Blick nach Billerbeck werfe, erlebe eine ganz andere und belebte Innenstadt. Auch in anderen Kommunen mit funktionierenden Innenstädten seien kaum Wohnflächen im Erdgeschoss zu finden.

Für die Gescheraner Innenstadt ist auch kennzeichnend, dass nach Ladenschluss die Gastronomie ihren Platz hat. „Das klappt ganz gut“, so die SPD. Die Idee, Restaurants und Kneipen zu erlauben, die Straßenflächen zu nutzen (wie zwischen Wurstaufholer und Kirche), „sollten wir für die gesamte Innenstadt überlegen“, heißt es.

Außerdem könne die Stadt leerstehende Flächen anmieten und für „kleines Geld“ Gründern zur Verfügung stellen. „Kreative Ideen sind besser als Leerstand, Wohnungen oder gar Garagen im Erdgeschoss“, teilt die SPD mit. Ihr Fazit: Gescher benötige ein Innenstadtentwicklungskonzept, das Einzelhandel, Gastronomie und Aufenthaltsqualität miteinander vereine.

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