Pläne für 1100 Quadratmeter großen Discounter an der Velener Straße vorgestellt
Norma will nach Hochmoor

Hochmoor. Seit Jahren gibt es Bemühungen um die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes in Hochmoor, nun könnte es klappen: Der Discounter Norma will im Bereich Kardinal-von-Galen-Straße/Velener Straße einen Markt mit 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche realisieren. Die Pläne dafür stellten die Norma-Mitarbeiter Alexander Thelen und Martin Bremen am Mittwochabend im Bezirksausschuss vor – und ernteten viel Applaus, auch von den Zuschauern. Davon waren viele in die Sporthalle gekommen, die im Gebiet Landsbergstraße bauen und möglichst noch in diesem Jahr anfangen möchten, um Anspruch auf Baukindergeld zu haben. Die Verwaltung werde alles tun, um dies zu ermöglichen, versprach Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Das Ziel sei aber „sportlich“, weil zur Realisierung der erforderlichen Lärmschutzwand noch Vorfragen zu klären seien. Am Ende befürwortete der Bezirksausschuss das Norma-Vorhaben einstimmig und verwies das Thema an den Bauausschuss, der am 7. Oktober tagen wird.

Freitag, 04.09.2020, 06:25 Uhr
Pläne für 1100 Quadratmeter großen Discounter an der Velener Straße vorgestellt: Norma will nach Hochmoor
So sieht das aktuelle Konzept für die Norma-Ansiedlung im Bereich Kardinal-von-Galen-Straße/Velener Straße aus. Geplant sind ein Discounter mit Lager und Nebenräumen und ein großer Parkplatz. Das Zusatzgebäude („Bäcker“) ist optional und kann auch anderweitig genutzt werden. Foto: az

Der angepeilte Standort sei die „beste Stelle“, um in Hochmoor einen Lebensmittelmarkt zu realisieren, stellte Kerkhoff fest. Was die Hochmooraner erwartet, wenn alle Hürden im Bauleitverfahren ausgeräumt werden, erläuterte Thelen. Er stellte das Unternehmen mit seinen 1450 Filialen, über 13 000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von gut 3,5 Milliarden Euro kurz vor. Norma sei ein klassischer Discounter, der rund 1200 Artikel (Markenartikel und Eigenmarken) vorhalte. Hochmoor sei für Norma interessant, weil der Ortsteil wachse und gleichzeitig die Möglichkeit biete, Pendler anzuziehen – an der Velener Straße, durch einen Werbeträger am Kreisverkehr aber auch in Nord-Süd-Richtung. „Für uns ist das ein Nahversorgungs- und Fahrstandort“, erläuterte Thelen.

Konkret will Norma ein 6300 Quadratmeter großes Grundstück erwerben. Das Discounter-Gebäude soll 1100 Quadratmeter Verkaufsfläche plus 300 qm Nebenräume haben. Lager und Anlieferung sind zur Velener Straße ausgerichtet. 72 Pkw-Stellplätze mit acht Meter breiten Fahrspuren sieht das Konzept vor. Hinzu kommt eine Mietshopfläche (180 qm), für die ein Bäcker oder eine andere Nutzung denkbar sei. Das Investitionsvolumen bezifferte Thelen mit zwei Millionen Euro (plus Grundstückswert).

„Man kann sich nur wünschen, dass dieses Projekt Wirklichkeit wird“, stellte Reinhold Gertz (CDU) als Ausschussvorsitzender fest. Schon vorher sollen im ehemaligen Umlegungsgebiet Landsbergstraße neue Wohnhäuser entstehen. Wie Kerkhoff berichtete, werden Kanäle und Baustraße Ende November fertig sein. Probleme gebe es mit der geplanten Lärmschutzwand: Parallel zur Velener Straße befinde sich eine Druckrohrleitung der RWW, die sehr dicht an die Fläche für die Schutzwand heranrücke. Hier sei zu prüfen, ob eine Verlegung der Leitung erforderlich sei. Alternativ könne über eine Lärmschutzwand aus Beton nachgedacht werden, die weniger Fläche beanspruche. Diese Vorfragen sollen bis zum Bauausschuss geklärt werden.

Parallel zum Änderungsverfahren für den Bebauungsplan müsse die Stadt ein Einzelhandels- und Zentrenkonzept erstellen lassen, so Kerkhoff. Um den Immissionsschutz für die Wohnbaugrundstücke zu gewährleisten, gebe es die pragmatische Idee, im Bereich des geplanten Norma-Standortes einen Erdwall aufzuschütten, bis das fertige Gebäude als Lärmschutz diene.

Aus dem Ausschuss kamen etliche Nachfragen, vor allem aber Lob für dieses Projekt, verbunden mit dem Appell, dass die Hochmooraner das Einkaufsangebot vor Ort künftig nutzen sollten. Marc Jaziorski (SPD) wies darauf hin, dass das Norma-Projekt nicht die Wohnbebauung blockieren dürfe. Hier wünschte sich der Ausschuss „kreative Lösungen“ und Tempo, damit erste Baugenehmigungen noch 2020 erteilt werden können.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7566195?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker