Ehrenamtliche nutzen Räume der ehemaligen „Glocke“ in der Innenstadt
Corona-Hilfe mit neuen Ideen

Gescher. Die Corona-Hilfe Gescher ist in die Innenstadt gezogen. Dort, wo früher die „Glocke“ zum gemütlichen Kneipenabend eingeladen hat, haben die Ehrenamtlichen ihre neue Anlaufstelle. „Der Standort ist ideal“, freut sich Katharina Weinmann, die das Projekt im März über eine Facebook-Gruppe ins Leben gerufen und damit eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst hat. Dienstags von 15 bis 17 Uhr und donnerstags von 9 bis 11 Uhr (parallel zum Markt) gibt es feste Öffnungszeiten, zu denen Besucher willkommen sind. Außerdem bietet die Corona-Hilfe offene Treffs an für Senioren und alle Leute, die alleine sind und Kontakt suchen. Der nächste Treff – mit Kaffee und Kuchen – ist am Sonntag (20. 9.) in der Zeit von 15 bis 17 Uhr.

Mittwoch, 09.09.2020, 06:27 Uhr
Ehrenamtliche nutzen Räume der ehemaligen „Glocke“ in der Innenstadt: Corona-Hilfe mit neuen Ideen
Die Corona-Hilfe ist in die ehemaligen „Glocke“-Räume an der Hauptstraße gezogen. Über den zentralen Standort in der Innenstadt freut sich das Organisationsteam mit (v.l.) Meggy Rybacki, Katharina und Gerd Weinmann sowie Lisa und Michael Zumkley. Foto: Jürgen Schroer

Viel hat sich getan, seit die Corona-Hilfe mit dem Lockdown im März an den Start gegangen ist. „Die Resonanz war riesig“, erinnert sich Gerd Weinmann, der sich um die EDV-Arbeit im Hintergrund kümmert. Eine halbe Stunde nach dem Onlinestellen der Gruppe hätten sich bereits über 100 Personen angemeldet. Heute hat die Gruppe über 800 Mitglieder. Mindestens 30 Prozent davon, so Weinmann, stehen auf Abruf als Helfer zur Verfügung. Ging es am Anfang eher um das Organisieren von Einkäufen, die Weitergabe von Lebensmittelspenden und die Versorgung der Bevölkerung mit Masken, so werden heute eher Hilfen und kleinere Dienstleistungen im Haushalt nachgefragt. Gesichtsmasken hat die Corona-Hilfe weiterhin vorrätig, weil sich viele fleißige Näherinnen hier ehrenamtlich engagieren. 6500 Exemplare, schätzen die Aktiven, sind seit März ausgegeben worden.

In den ersten Monaten konnte die Corona-Hilfe die ehemaligen Wohncontainer im Stadtpark nutzen. Hier ist nun das „Piratennest“ der Von-Galen-Schule eingezogen, sodass sich die Gruppe mit der Bitte um Unterstützung an den Bürgermeister wandte. Der vermittelte den Kontakt zu Johannes Seifer, der die leerstehende „Glocke“ an der Hauptstraße zur Verfügung stellte – pachtfrei. Auch die Stromkosten trägt Seifer, während die Stadt alle anderen Nebenkosten zahlt. Möbel waren drin, „wir mussten hier nur klar Schiff machen“, freuen sich die Ehrenamtlichen. Kaffeemaschine und Kühlschrank waren rasch organisiert, was jetzt noch fehlt, ist eine Garderobe. Dank einer Spende prangt auch der Schriftzug „Corona Hilfe Gescher“ am Fenster, kombiniert mit einem QR-Code, der zur Facebook-Gruppe führt.

Viel Positives haben die Ehrenamtlichen durch ihre Arbeit erlebt. Die Dankbarkeit der Menschen, die Spendenbereitschaft, das hat sie beeindruckt. „Die Gescheraner sind zusammengerückt“, hat Meggy Rybacki festgestellt. Und in den Nachbarschaften, ergänzt Lisa Zumkley, werde mehr auf Einzelpersonen geschaut, die vielleicht Hilfe bräuchten. Last not least sind zwischen den Helfern neue Freundschaften entstanden.

Einig ist sich das Organisationsteam, dass die Arbeit weitergehen muss. Nicht nur, weil im Herbst/Winter möglicherweise die „zweite Welle“ kommt und neue Einschränkungen drohen. Wenn die Pandemie irgendwann überstanden ist, könnte sich die Corona-Hilfe zur Nachbarschaftshilfe entwickeln. Und eine Zusammenarbeit mit der neuen Initiative „Lebensmittelrettung Kreis Borken“ steht ebenfalls auf der Agenda. „Wir haben noch viele Ideen“, schmunzelt Katharina Weinmann.

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