Parteilose Bewerberin liegt in allen Wahlbezirken vorne
Sensations-Erfolg für Anne Kortüm

Gescher. Via Handy verbreitete sich die Sensationsmeldung schneller als über die LED-Leinwand auf dem Rathausplatz: Schon im ersten ausgezählten Wahlbezirk lag Anne Kortüm mit über 60 Prozent bei der Bürgermeisterwahl vorn. Dieser Trend setzte sich fort: In allen Bezirken führte die parteilose Bewerberin, sodass Moderator Thomas Rudde gegen 20.40 Uhr, als erst 15 von 16 Bezirken ausgezählt waren, gratulierte: „Anne Kortüm ist die direkt gewählte hauptamtliche Bürgermeisterin der Stadt Gescher.“ Immer wieder gab es Beifall, wenn die Einzelergebnisse verkündet wurden. Am Ende stimmten 57,44 Prozent der Wahlberechtigten für Kortüm, die ab 1. November neue Chefin im Rathaus ist. Groß war dagegen die Enttäuschung bei Karin Ostendorff (CDU) und Klaus Schonnebeck (SPD: Sie kamen nur auf 28,64 beziehungsweise 13,92 Prozent.

Montag, 14.09.2020, 02:01 Uhr
Parteilose Bewerberin liegt in allen Wahlbezirken vorne: Sensations-Erfolg für Anne Kortüm
Wahlsiegerin Anne Kortüm mit Ehemann Jochen Buckting. Foto: az

Eine große Menschenmenge erlebte gestern einen denkwürdigen Wahlabend auf dem Rathausplatz. Viele tippten auf eine Stichwahl der beiden Damen. Hans-Joachim Buckting, Ehemann von Anne Kortüm, zuckte mit den Schultern: „Ich habe keine Ahnung, wie’s ausgeht“, meinte er. Seine Frau habe aber im Vorfeld viel Zustimmung und „Daumen hoch“-Reaktionen erlebt.

Diese Stimmung konnte die Gescheranerin in Einzelergebnisse von 40,5 bis 72,9 Prozent ummünzen. „Ich bin sprachlos, damit habe ich in dieser Deutlichkeit nicht gerechnet“, strahlte die Wahlsiegerin kurz vor Ende der Auszählung. Auch sie sei von einer Stichwahl ausgegangen. Sie freue sich auf die neue Aufgabe im Rathaus und habe den Eindruck, dass sie dort auch bei den Bediensteten willkommen sei.

„Ich bin natürlich enttäuscht“, kommentierte Karin Ostendorff ihr schwaches Abschneiden. Der Wähler habe ein klares Votum gegeben. Offenbar sei Parteilosigkeit ein überzeugendes Argument im Wahlkampf. Sie gratuliere Anne Kortüm zum Wahlerfolg und wünsche ihr für die Aufgabe im Rathaus alles Gute.

Auch Klaus Schonnebeck hatte sich mehr erhofft als 13,92 Prozent. „Aber ich habe mich im Wahlkampf so gut eingebracht, wie ich konnte“, so der SPD-Mann. Leider habe er noch schlechter abgeschnitten als seine Partei. Freuen konnte er sich dafür über ein gutes Ergebnis im Wahlbezirk 4.

Die strahlende Wahlsiegerin bedankte sich bei ihrer Familie, bei ihrem Wahlkampfteam und bei UWG, FDP und Grünen für die Unterstützung. Für die künftige Ratsabeit versprach sie „eine Zusammenarbeit, die ihresgleichen suchen wird.“

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