Anne Kortüm bereitet sich auf Übernahme der Amtsgeschäfte im Rathaus vor
„Meine Freude ist riesengroß“

Gescher. Die strahlende Siegerin der Bürgermeisterwahl in Gescher heißt Anne Kortüm. Mit 57,44 Prozent der Wählerstimmen lag die parteilose Gescheranerin am Sonntagabend klar vorne. Im Telefonat mit unserem Redaktionsmitglied Jürgen Schroer blickt die 57-jährige Juristin auf die Wahlnacht und die Aufgaben, die sie nach dem Amtsantritt am 1. November erwarten.

Dienstag, 15.09.2020, 06:30 Uhr aktualisiert: 15.09.2020, 14:57 Uhr
Anne Kortüm bereitet sich auf Übernahme der Amtsgeschäfte im Rathaus vor: „Meine Freude ist riesengroß“
Erste Beigeordnete Kerstin Uphues (l.) gratulierte Anne Kortüm zum Wahlsieg und überreichte ihr symbolisch den Rathausschlüssel. Foto: Manuela Reher

Glückwunsch zum klaren Wahlerfolg! Haben Sie im Wahlkampf gespürt, dass die Zustimmung so hoch ausfallen könnte?

Kortüm: Ich habe gerade in den letzten Wochen gemerkt, dass mir die Leute wohlgesonnen sind. Viele Gescheraner haben mir spontan Glück gewünscht. Aber dass da ein solches Ergebnis herauskommen würde, habe ich mir nicht träumen lassen.

Wie ist der Sonntagabend nach der Auszählung für Sie noch verlaufen?

Kortüm: Nach der Wahlparty am Rathaus sind wir mit Freunden und einigen Leuten aus Politik und Verwaltung zu uns nach Hause und haben im Garten zusammengesessen und ein wenig gefeiert – mit dem gebührenden Abstand. Das ging bis etwa drei Uhr. Natürlich war die Nacht dann kurz, um 6.30 Uhr klingelte der Wecker. Immerhin eine Stunde später als sonst.

Wie ist die Gefühlslage jetzt? Haben Sie das Ergebnis schon realisiert?

Kortüm: Allmählich ist mir schon klar, was am Sonntag passiert ist. Und die Freude über dieses Ergebnis ist immer noch riesengroß.

Dienstantritt als Bürgermeisterin ist Anfang November. Was passiert bis dahin?

Kortüm: Ich hatte am Montag schon ein erstes Gespräch mit Bürgermeister Thomas Kerkhoff. Wir haben uns überlegt, wie wir die Übergabe regeln wollen. Er hat mir seine Unterstützung zugesagt. Details müssen wir noch besprechen.

Was werden Sie in den ersten Wochen Ihrer Amtszeit anpacken?

Kortüm: Vorrangig möchte ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus kennenlernen, das ist das Wichtigste zum Start. Bei den Sachthemen steht der Neubau des Rettungszentrums ganz oben, da möchte ich schnellstmöglich die Sachlage sondieren, um dann mit dem Projekt voranzukommen.

Wie groß ist der Respekt vor dem Amt?

Kortüm: Riesig, ist doch klar. Viele Leute sagen: „Jetzt haben wir dich gewählt, jetzt musst Du auch liefern“. Das möchte ich auch tun. Ich bin nicht blauäugig und weiß, was auf mich zukommt.

Auch im Rat haben sich die Gewichte verschoben, CDU und SPD sind geschrumpft, besonders UWG und Grüne haben zugelegt. Wie wollen Sie künftig Mehrheiten für notwendige Beschlüsse organisieren?

Kortüm: Ich biete allen die Zusammenarbeit an und werde versuchen, in der Sache zu überzeugen und gute Kompromisse zu finden. Dass es mir gelingt, unterschiedliche Parteien an einen Tisch zu bekommen, hat der gemeinsame Wahlkampf mit UWG, Grünen und FDP gezeigt. Ich bin sicher, dass eine solche Zusammenarbeit auch mit CDU und SPD gelingt. Frühzeitige Informationen an alle und Transparenz gehören für mich dazu.

Die Erwartungshaltung der Gescheraner an Ihre Person ist enorm. Wie sollen Sie ihr gerecht werden?

Kortüm: Ich habe im Wahlkampf mit Bürgernähe argumentiert und werde sie als Bürgermeisterin weiter pflegen. Neben den üblichen Sprechzeiten im Rathaus möchte ich mich einmal monatlich für zwei Stunden auf den Krammarkt stellen, um für jeden ansprechbar zu sein. Ich hoffe, dass die Bürger dann auch auf mich zukommen.

Und perspektivisch: Streben Sie 2025 eine zweite Amtszeit an?

Kortüm: Auf jeden Fall. Wenn ich gesund bleibe und die Bürger das wollen, möchte ich in fünf Jahren wiedergewählt werden. Ich habe jetzt schon Ideen, was man im Wahlkampf noch besser machen kann.

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