Höckelmann-Werke aus der Sammlung Huskamp werden in der Kunsthalle Hense gezeigt
Im Bann der Linie

Gescher. „Im Bann der Linie“ heißt die Ausstellung, die vom 27. September bis 16. Dezember 2020 in der Kunsthalle Hense zu sehen ist. Gezeigt werden Arbeiten von Antonius Höckelmann.

Donnerstag, 17.09.2020, 06:34 Uhr
Höckelmann-Werke aus der Sammlung Huskamp werden in der Kunsthalle Hense gezeigt: Im Bann der Linie
Auch dieses Werk von Antonius Höckelmann – „Frau mit Totenkopf“ – wird bald in der Kunsthalle Hense gezeigt. Die Einzelausstellung wird am 27. September eröffnet und stützt sich auf die umfangreiche Sammlung an Höckelmann-Werken der Familie Huskamp. Foto: © VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Die Arbeiten von Antonius Höckelmann sind eine Herausforderung. Erscheinen sie auf den ersten Blick roh, ungezügelt, wild und spontan, sind sie in Wirklichkeit stets kontrolliert, konzentriert und liebevoll geformt, gemalt und gezeichnet. Dynamische Linien und wuchernde Formen zeigen einen überbordenden Kosmos individueller, rätselhafter Bildwelten, in denen offene Formen und Figurationen formal gebunden und zu dichten Kompositionen verwoben werden. Schraffierte Schwellformen und Oberflächen setzen plastische Energien frei und ermöglichen dem ausgebildeten Holzbildhauer Höckelmann, die körperliche und voluminöse Dreidimensionalität seiner Plastiken auf Blätter und Leinwände zu übertragen.

Titel wie „Judith und Holofernes“ oder „Gelber Akt“ weisen Höckelmann als Kenner von Kunstgeschichte und Mythologie aus und bestimmen seine Themen, während Stilelemente des Barock, des Informel und der Jungen Wilden seine Formensprache prägen. Hier zeigt sich das ganze Können Höckelmanns, der zu Recht zu den ganz großen Künstlern Deutschlands gehört und zu Unrecht vergessen wurde: er schafft Verbindungen innerhalb und außerhalb der Kunst. „Der Akt des Schauens löst beim Betrachter einen dynamischen Prozess aus, der zu einer aktiven und persönlichen Auseinandersetzung und Interpretation einlädt und anregt“, heißt es in der Ankündigung. Gegenständlichkeit und Abstraktion befruchteten und formten sich gegenseitig. Niemals verliere Höckelmann den Überblick. Die Intensität seiner Bildsprache sei „persönlich, hingebungsvoll, unverwechselbar und zeitlos“.

Um den aus Westfalen stammenden Künstler zu seinem 20. Todestag zu ehren, widmet die Kunsthalle Hense ihm eine Einzelausstellung und stützt sich dabei auf den vielfältigen Bestand der Sammlung Huskamp, deren Bandbreite an Werken des Künstlers facettenreich jedes Jahrzehnt seines künstlerischen Schaffens abdeckt.

Es ist die Geschichte einer Sammel-Leidenschaft, die von Vater zu Sohn weitergereicht wurde. Schon Bernhard Huskamp, aufmerksam geworden durch eine große Höckelmann-Ausstellung in der Josef-Haubrich-Kunsthalle in Köln 1980, begann sich für das besondere Werk von Antonius Höckelmann zu interessieren. Er erwarb und baute seine Sammlung in den darauffolgenden Jahren mit großformatigen Werken und interessanten Objekten aus. Nachdem er Höckelmann persönlich kennengelernt hatte, wurde seine Zuneigung und Bewunderung für diesen besonderen Menschen und Künstler größer und tiefer.

Sein Sohn Dr. Niels Henrik Huskamp konnte sich der Faszination Höckelmann ebenfalls nicht entziehen und führte die Sammlungstätigkeit fort. So konnte der Bestand an Höckelmann-Arbeiten in den letzten 20 Jahren auf nahezu 200 Exponate anwachsen.

Wichtige und ausgesuchte Werke der Sammlung werden nun, in einer musealen Einzelschau in den Räumen der Kunsthalle Hense in Gescher, Armlandstraße 20, dem interessierten Publikum zugänglich gemacht.

0 Dauer der Ausstellung: 27. 9. bis 16. 12. 2020

0 Vernissage: Sonntag (27. 9.), 15 Uhr

0 Öffnungszeiten: Sonntag von 14 - 18 Uhr, außerdem Mittwoch 7. 10., 21. 10., 4. 11., 18. 11., 2. 12. und 16. 12. (jeweils 16 - 21 Uhr)

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