Gesamtschule Gescher zählt beim Deutschen Schulpreis nicht zu den Preisträgern
Glückwunsch geht nach Hannover

Gescher. Gebannt hingen die Zuschauer im Theatersaal an den Lippen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die via Großleinwand zu sehen war: Die erlösenden Worte „Gesamtschule Ghescher“ sprach sie nicht aus. Vielmehr ist die Otfried-Preußler-Schule in Hannover die beste Schule des Jahres 2020 – sie gewinnt den mit 100 000 Euro dotierten Deutschen Schulpreis. Vorher waren bereits die anderen fünf Preisträger bekanntgegeben worden – die Gesamtschule Gescher zählt nicht dazu, erhält aber einen Anerkennungspreis von 5000 Euro und profitiert von der zweijährigen Teilnahme am Schulentwicklungsprogramm des Schulpreises. „Wir freuen uns über das, was wir erreicht haben“, stellte Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis fest und hielt es dabei mit der Bundeskanzlerin, wonach allein die Nominierung schon eine große Auszeichnung sei. Die Jury-Mitglieder des Deutschen Schulpreises, Wolfgang Beutel und Lutz Bessel, überreichten am Ende der online präsentierten Preisverleihung Urkunde und Schild, die dauerhaft an das gute Abschneiden der Gesamtschule Gescher erinnern werden.

Donnerstag, 24.09.2020, 06:34 Uhr
Gesamtschule Gescher zählt beim Deutschen Schulpreis nicht zu den Preisträgern: Glückwunsch geht nach Hannover
Grund zum Strahlen hatte Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis (l.) auch ohne Hauptpreis: Die Jury-Mitglieder Wolfgang Beutel und Lutz Bessel bedankten sich für die gelungene Präsentation bei der gestrigen Schulpreis-Übertragung und überreichten Urkunde und Schild. Fotos: Jürgen Schroer Foto: az

Zu Beginn der Veranstaltung, die live von Köln aus moderiert wurde und mit Schaltungen in alle 15 nominierten Schulen verbunden war, zeigte sich Nele Koppers optimistisch: „Wir können gewinnen“, meinte die Siebtklässlerin. Der Optimismus im Saal wurde auch in den Grußworten deutlich: „Ich drücke Gescher die Daumen“, sagte der zuständige Dezernent bei der Bezirksregierung Münster, Jochem von Schwerdtner-Markussen. „Es wäre verdient“, stellte Bürgermeister Thomas Kerkhoff der hiesigen Gesamtschule gute Noten aus. Dass die Gesamtschule aufgrund der Endrundenteilnahme künftig fachlichen Input von außen bekomme, sei für sich schon ein Gewinn. Unter Applaus überreichte Kerkhoff willkommene Geschenke: einen 1000-Euro-Scheck für die Schülervertretung, weitere 500 Euro für das Kollegium.

Was die 15 nominierten Schulen auszeichnet, wurde in Videofilmen und Live-Schalten deutlich. Gegen 10 Uhr war Gescher dran: Ein Kurzfilm gewährte Einblicke ins Schulleben, Siebtklässler des Wahlpflichtkurses „Darstellen und Gestalten“ setzten Leitbegriffe der Schule pantomimisch um – von Mitbestimmung über Vielfältigkeit bis Zusammenhalt.

„Wir haben echte Traumschulen erlebt“, fasste Moderatorin Jessy Wellmer zusammen. Um kurz nach 11 Uhr war die Spannung greifbar: Die fünf Zweitplatzierten, die sich über jeweils 25 000 Euro freuen dürfen, wurden bekanntgegeben. Die Preise gingen an Schulen in Bonn, Durmersheim, Einbeck, Essen und Schuttertal. Damit war Gescher noch im Rennen, als Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeblendet wurde. „Kinder und Jugendliche dürfen nicht zu Verlierern der Pandemie werden“, sagte sie. Deshalb gelte es auch, alles daran zu setzen, erneute flächendeckende Schulschließungen zu vermeiden. Als Hauptpreisträger verkündete sie die Otfried-Preußler-Schule in Hannover und gratulierte allen, die es in die Endrunde 2020 geschafft haben.

Der klitzekleine Moment der Enttäuschung im Saal wich rasch der Erkenntnis, dass die Gesamtschule Gescher Großartiges erreicht hat. „Wir waren dabei, das ist eine tolle Sache“, stellte Manemann-Kallabis fest.

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