Ausstellung mit Werken von Antonius Höckelmann in der Kunsthalle Hense
„Auf seinen Kunstkosmos fokussiert“

Gescher. „Die Kunst von Antonius Höckelmann ist narrativ. Deshalb war es für mich auch einfach, diesen Ort dafür zur Verfügung zu stellen“, begrüßte Frank Hense, Kunsthallenbetreiber und Sammler, in der Kunsthalle Hense in Gescher die zahlreichen Besucher und den Höckelmann-Sammler Dr. Niels Henrik Huskamp. Huskamp führte die Kunstsammlung seines Vaters Bernhard Huskamp fort, in der sich mittlerweile fast 200 Werke von Antonius Höckelmann (1937 - 2000) befinden. Alle ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung Huskamp, darunter Zeichnungen, Gemälde, Reliefs und Skulpturen.

Dienstag, 29.09.2020, 06:25 Uhr
Ausstellung mit Werken von Antonius Höckelmann in der Kunsthalle Hense: „Auf seinen Kunstkosmos fokussiert“
Höckelmann-Ausstellung in der Kunsthalle: Sammler Dr. Niels Henrik Huskamp (r.) erläutert Besuchern die Werke. Fotos: E. Meisel-Kemper Foto: az

Äußerer Anlass für die Retrospektive des Künstlers war der 20. Todestag. Lange Zeit wurde Höckelmann als Pferdemaler und Vertreter der Neuen Wilden abgestempelt. Dass dieses Urteil revidiert werden muss, zeigt die Ausstellung, die von Huskamp zusammen mit der Künstlerin Ana Gropp-Kondic kuratiert wurde.

Huskamp stellte die Biografie des Künstlers, der Holzbildhauer gelernt hatte und erst danach Kunst in Berlin studierte, an den Anfang seiner Einführung. „Höckelmann war eine bescheidene Persönlichkeit, die sich nicht in den Vordergrund drängte. So habe ich ihn kennen gelernt. Er war auf seinen Kunstkosmos fokussiert. Seine Karriere oder die Mechanismen und Vorgänge des Kunstbetriebs interessierten ihn nur am Rande“, beschrieb Huskamp die Eindrücke aus seinen persönlichen Begegnungen mit dem Kölner Künstler in den 1990er Jahren. Offensichtlich habe Höckelmann es sich mit den Galeristen verscherzt, in dem er Besuchern in seinem Atelier nahelegte, direkt bei ihm zu kaufen, um Geld zu sparen. Deshalb sei er in den Galerien nicht präsent, so Huskamp.

„Eine Ausstellung sollte für Höckelmann ein organisches Ganzes sein: Skulpturen neben Arbeiten auf Papier und Leinwand, und wenn er ein Stück Holz hatte, kam auch dieses in Form eines Reliefs hinzu“, zitierte Huskamp die Galeristin Uta Mronz nach ersten Begegnungen mit dem Künstler. Genauso wurde die Ausstellung konzipiert.

Wenige Arbeiten aus den 1970er und 1980er Jahren runden die Schau ab. „Die Wahrsagerin“ von 1978 oder „Der Rabe“ von 1984 weisen den Weg in die expressive Bildwelt der 1990er Jahre. Motivisch dreht sich vieles um die Themen Sexualität, den Geschlechterkampf zwischen Mann und Frau in Kombination mit dem Animalischen. Da kommen die Pferde wieder ins Spiel, stehen sie doch für ungezähmte Wildheit und Schönheit. Farblich und motivisch explodieren seine Werke in den letzten Schaffensjahren. Verwirrend, bunt und teilweise aggressiv springen sie den Betrachter an, der ihnen nicht entrinnen kann. Auch das macht Höckelmanns Kunst so einmalig und ausdrucksstark.

7   Die Ausstellung aus der Sammlung Huskamp ist bis zum 16. Dezember zu sehen. Öffnungszeiten: Sonntags 14-18 Uhr, mittwochs (7. 10., 21. 10., 4. 11., 18. 11., 2. 12., 16. 12.) jeweils 16-18 Uhr; Finissage ist am Mittwoch (16. 12.) um 16 Uhr

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7607638?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker