Dr. Hanna Koch ist neue Kulturmanagerin bei der Stadt Gescher
„Ansprechpartnerin für alle sein“

Gescher. „Gescher hat viele Kultureinrichtungen mit Strahlkraft. Wir müssen sie noch stärker zum Strahlen bringen“, meint Dr. Hanna Koch. Die Stadtlohnerin lebt seit 2017 mit ihrer Familie im Münsterland und ist seit Mitte September mit halber Stelle neue Kulturmanagerin bei der Stadt Gescher. Ihre Aufgabe ist die Betreuung und Weiterentwicklung der Museen, vor allem aber die Vernetzung und Beratung der Akteure im Ort. „Ich möchte Ansprechpartnerin für alle sein, die sich im Kulturbereich engagieren“, sagt die promovierte Historikerin. Ihr Büro befindet sich im Heinrich-Hörnemann-Haus. Hier ist sie vormittags zu erreichen und bietet ab Oktober zusätzlich eine Sprechzeit an (am letzten Donnerstag im Monat von 18 bis 19 Uhr).

Donnerstag, 01.10.2020, 06:28 Uhr
Dr. Hanna Koch ist neue Kulturmanagerin bei der Stadt Gescher: „Ansprechpartnerin für alle sein“
Netzwerkarbeit betrachtet die neue Kulturmanagerin der Stadt Gescher, Dr. Hanna Koch (2.v.r.), als eine ihrer zentralen Aufgaben. Das Bild zeigt die promovierte Historikerin mit (v.l.) Andrea Böing und Ruth Neumann vom Museumsteam und der Ersten Beigeordneten Kerstin Uphues. Foto: Jürgen Schroer

Nicht nur Museumsleitung, sondern Kulturmanagement: Nach dem Weggang von Andreas Froning, der neben dem Stadtarchiv auch das Glockenmuseum geleitet hat, sei dieser Akzent bewusst gesetzt worden. „Das ist ein Ergebnis unseres Kulturworkshops. Alle Beteiligten wünschen sich eine bessere Vernetzung“, so Erste Beigeordnete Kerstin Uphues. Dr. Hanna Koch soll dies leisten: Sie stammt gebürtig aus Hannover, ist in Karlsruhe aufgewachsen und hat das Magisterstudium der Kunstgeschichte, Philosophie und Neueren Geschichte in Münster, Göteborg und Freiburg absolviert. Ihre Promotion legte sie zu einem designgeschichtlichen Thema in Freiburg ab. Es folgten Tätigkeiten bei der Museumslandschaft Hessen Kassel und freiberufliche Aufgaben im Bereich Journalismus, Kunstvermittlung und wissenschaftliche Publikationen. Unvergessen ist ihr erster Besuch im Glockenmuseum, wo sie und ihre Kinder wider Erwarten nicht nur gucken, sondern auch anfassen durften: „Mit einem Gummiklöppel eine Glocke anschlagen, das hat Spaß gemacht“, sagt die Kulturmanagerin. Diesen Erlebnischarakter des Museums gelte es, künftig noch stärker in den Fokus zu rücken.

Vernetzung, Digitalisierung, neues Leitbild und effektives Marketing: Das sind Schlagwörter für die künftige Museums- und Kulturarbeit in Gescher. Unter Einbeziehung eines Fachbüros und der örtlichen Akteure wie Stadtmarketing und Bürgerstiftung soll ein Gesamtkonzept entstehen, die Ausschreibung wird zurzeit vorbereitet. Die Beauftragung eines Büros soll noch in diesem Jahr erfolgen. Das fertige Konzept, so Uphues, werde voraussichtlich im ersten Halbjahr 2021 vorliegen und könne auch Wege zu Fördertöpfen ebnen.

Ideen hat Hanna Koch viele. Sie kann sich – nicht nur in Corona-Zeiten – digitale Führungen vorstellen, möchte die museumspädagogischen Angebote für Kinder und Jugendliche wiederbeleben, Gruppenführungen mit spannenden Erzählungen von früher verknüpfen und in den Medien einzelne Exponate vorstellen. „Damit die Leute einen Eindruck von der Vielfalt unserer Sammlungen bekommen“, so die Kulturmanagerin. Dabei hat sie nicht nur das „Zugpferd“ Glockenmuseum im Blick, sondern auch die anderen Besonderheiten, die Gescher und Hochmoor zu bieten haben. Beim Imkereimuseum zum Beispiel, das seine Ausstellung überarbeitet und neu strukturiert hat, geht es um die Herstellung der Barrierefreiheit. Auch hier sollen Fördermöglichkeiten ausgelotet werden.

Fortgesetzt wird auch die Zusammenarbeit mit dem kult Westmünsterland, das die wissenschaftliche Verantwortung für die hiesige Einrichtung trägt und bei der Vermarktung hilft. Nicht möglichst hohe Besucherzahlen seien langfristig das Ziel, sondern „zufriedene Besucher“, so Hanna Koch.

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