Bebauungsplan Stadtlohner Straße/ Ausschuss stimmt Nachverdichtung zu
Anwohner können Fläche erwerben

Gescher. Der Bereich zwischen der bestehenden Wohnbebauung entlang des Mühlenweges und dem Regenrückhaltebecken soll im Zuge einer Nachverdichtung überplant werden. Der Ausschuss für Bauen, Planen und Stadtentwicklung hat jetzt einer Änderung des dort gültigen Bebauungsplans „Stadtlohner Straße“ zugestimmt.

Samstag, 10.10.2020, 11:02 Uhr
Bebauungsplan Stadtlohner Straße/ Ausschuss stimmt Nachverdichtung zu: Anwohner können Fläche erwerben
Bevor die Stadt auf der kommunalen Fläche zwischen Stadtlohner Straße und Grenzlandring Pläne verwirklicht (zum Beispiel ein Mehrfamilienhaus für die Unterbringung von Geflüchteten), sollen die Anwohner gefragt werden, ob sie bereit sind, das Areal zu erwerben. Karte: stepmap/mr Foto: az

Mit den Anwohnern des Gebietes soll die Stadtverwaltung zum zweiten Male Gespräche führen, ob diese das etwa 3640 Quadratmeter große Areal zu marktüblichen Preisen erwerben wollen. Falls das nicht der Fall sein sollte, wird die Stadt das kommunale Grundstück überplanen. Damit folgte der Ausschuss einem Antrag der CDU-Fraktion.

Die Stadt würde dort gerne zwischen Grenzlandring und Stadtlohner Straße ein Mehrparteienhaus zur Unterbringung von Flüchtlingen errichten. Das hat zwischenzeitlich zu Einwänden von Anliegern geführt. So hätten einige von ihnen signalisiert, das benachbarte Grundstück doch kaufen zu wollen, wie Ausschussvorsitzender Günter Schültingkemper (CDU) in der Sitzung mitteilte. Wie Egbert Kock (CDU) betonte, solle dieser Erwerb „kein Blockade-Kauf“ sein, sondern in der Absicht der Nachverdichtung erfolgen. Kock verwies darauf, dass es alternative Standorte in der Stadt gebe. Geflüchtete sollten in einem „friedfertigen Umfeld“ untergebracht werden, meinte er.

Bürgermeister Thomas Kerkhoff betonte: „Wir brauchen dauerhaft eine eigene Immobilie für Geflüchtete.“ Das Haus am Venneweg stehe nicht mehr zur Verfügung; die Unterkunft in der Feldstraße müsse voraussichtlich abgerissen werden. Die Stadt wolle kleine abgeschlossene Wohneinheiten schaffen, „um den sozialen Druck zu nehmen“.

Die Verwaltung sei bemüht, weitere eigene Wohnkapazitäten für unterzubringende Menschen zu schaffen, die über eigenständige Sanitär- und Kochmöglichkeiten verfügen, um hierdurch die Privatsphäre der geflüchteten Menschen zu erhöhen. In den überwiegend von der Stadt angemieteten Objekten, die meistens normale Wohnungszuschnitte hätten, habe sich in der Vergangenheit gezeigt, dass eine Unterbringung von Einzelpersonen oder auch mehreren Familien schwierig sei.

Die Stadt halte weiterhin am Konzept der dezentralen Unterbringung der Geflüchteten fest, meinte Kerkhoff im Hinblick auf Argumente, dass ein Sechs-Familien-Haus mit zentraler Stellplatzanlage eine nicht gewünschte Bündelung darstellen könne.

Auch machte der Bürgermeister deutlich, dass der Bedarf für Wohnraum für geflüchtete Menschen gegeben sei. Werner Bönning (UWG) wunderte sich darüber, dass einige Unterkünfte leerstehen würden. Kerkhoff entgegnete, dass die Stadt freie Kapazitäten brauche, um die Menschen spontan zuweisen zu können.

Jederzeit sei mit einem Anstieg der Zuweisungen zu rechnen. Die Unterbringung in Containern wie im Stadtpark berge „sozialen Sprengstoff“ und könne nur eine absolute Notlösung sein, sagte der Bürgermeister.

Nico Charbon (UWG) regte an, ein Neubauprojekt an der Feldstraße voranzutreiben. Das könne unter Umständen schneller verwirklicht werden als das geplante Mehrfamilienhaus am Grenzlandring.

Die kommunale Fläche dort war ursprünglich einmal für den Bau einer Erschließungsstraße vorgesehen. Diese Pläne hat die Stadt verworfen. Der schmale Grundstücksstreifen sei aber für eine Bebauung mit Einfamilienhäusern nicht geeignet, kommentierte die Verwaltung.

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