Firma errichtet Gemeinschaftsanlagen für Urnen und Särge auf dem Friedhof
Pflegefreie Grabformen sind gefragt

Gescher. Wenn Beerdigungen stattfinden sollen, bekommen die Mitarbeiter der Firma Galabau Emsland einen Hinweis aus dem Rathaus. „Dann erledigen wir nur leise Arbeiten und setzen keine Maschinen ein“, sagt Polier Bodo Haverland. Eine knapp 500 Quadratmeter große Fläche auf dem Friedhof, Richtung Hochkreuz gelegen, ist zur Baustelle geworden. Hier entsteht eine sogenannte Urnengemeinschaftsanlage mit fünf Hochbeeten, in denen nach der Fertigstellung 194 Urnen bestattet werden können. Etwas weiter nördlich liegt das Grabfeld 28, wo die Firma im Anschluss an die jetzigen Arbeiten eine Sarggemeinschaftsanlage (SGA) errichtet. Bis zum Jahresende soll alles fertig sein. Rund 200 000 Euro (inklusive Planung) kostet diese Aufwertung des Friedhofes.

Samstag, 24.10.2020, 07:26 Uhr
Firma errichtet Gemeinschaftsanlagen für Urnen und Särge auf dem Friedhof: Pflegefreie Grabformen sind gefragt
Mitarbeiter der Firma Galabau Emsland setzen erste Natursteine für die Hochbeete der Urnengemeinschaftsanlage auf dem Friedhof. Im Bild (hinten v.l.): Claudia Hisker und Florian Okon von der Stadt Gescher und Polier Bodo Haverland (Galabau). Foto: Jürgen Schroer

Allgemein besteht ein Trend zu pflegefreien Grabformen. „Das wird auch bei uns immer mehr nachgefragt“, weiß Claudia Hisker, die im Rathaus für das Friedhofswesen zuständig ist. Das Entwicklungskonzept für den städtischen Friedhof berücksichtigt diesen Trend. Am vergangenen Montag hat die Firma Galabau mit den Arbeiten für das UGA-Feld begonnen. Die Grasnarbe wurde abgeschoben, der Oberboden abgetragen und Fundamente für die Trockenmauern gelegt. Auch die ersten Natursteine sind schon gesetzt worden. Fünf Hochbeete, 30 oder 60 Zentimeter hoch, entstehen auf diese Weise, dazwischen gepflasterte Wege und Schotterrasen. Polier Haverland geht davon aus, dass dieser Teilbereich in drei bis vier Wochen fertig sein wird.

Dann verlagern sich die Bauarbeiten zum Grabfeld 28, wo eine Sarggemeinschaftsanlage mit 147 Grabstellen vorgesehen ist. Das 1000 Quadratmeter große Areal wird einheitlich gestaltet und mit Bodendeckern bepflanzt, am Kopfende der Ruhestätten werden die Grabsteine aufgestellt. „Wer möchte, kann einen Pflanzrahmen setzen lassen und diese Teilfläche selber pflegen“, erläuterte Claudia Hisker beim Ortstermin. Grundsätzlich obliege die Pflege der neuen Anlagen jedoch den Friedhofsgärtnern, sodass jederzeit ein ansprechender Pflegezustand gewährleistet sei. Die Wege werden neu gepflastert, an zentraler Stelle entsteht ein Ruhebereich mit zwei Bänken und einer Wasserstelle. „Es handelt sich um eine Komplettsanierung“, erläuterte Verwaltungsmitarbeiter Florian Okon. Die vom Rat beschlossene Sanierung weiterer Wege werde ab 2021 sukzessive umgesetzt.

Wenn das Wetter mitspielt, könnten die aktuellen Arbeiten auf dem Friedhof bis Weihnachten abgeschlossen sein. Claudia Hisker geht davon aus, dass Anfang nächsten Jahres die ersten Bestattungen in den neuen Gemeinschaftsanlagen stattfinden. Wie teuer genau diese pflegefreien Grabformen für die Nutzungsberechtigten werden, klärt sich bis Dezember. Dann legt die Verwaltung ihre Kalkulation dem Fachausschuss und dem Rat zur Beschlussfassung vor.

2021 könnte eine weitere Bestattungsart hinzukommen. Es ist daran gedacht, das Wäldchen im Bereich des Kreuzweges als „Friedwald“ zu gestalten. Dann sind hier Urnenbestattungen unter Bäumen möglich.

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