Präsenzunterricht und Infektionsschutz gehen in Schulen Hand in Hand
AHAL heißt das neue ABC

Gescher. Abstand, Hygiene-Regeln, Alltagsmasken und das Lüften – kurz AHAL genannt – gehören seit Monaten zum täglichen Alltag in den Gescheraner Schulen.

Samstag, 21.11.2020, 07:48 Uhr
Präsenzunterricht und Infektionsschutz gehen in Schulen Hand in Hand: AHAL heißt das neue ABC
Die Teilnehmer des Geschichts-Leistungskurses der Gesamtschule Gescher setzen das Gebot des Lüftens vorbildlich um. Foto: az

„Das klappt ganz hervorragend“, kommentiert Bernhard Manemann-Kallabis, Leiter der Gesamtschule. Zwei große Ziele würden die Schülerschaft und das Kollegium mit gemeinsamer Anstrengung verfolgen. Einerseits gehe es darum, den Schulbetrieb so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Andererseits würden sich alle mit Hochdruck dafür einsetzen, alle so gut wie möglich vor einer Infektion mit dem Corona-Virus zu schützen.

„Die Maskenpflicht wird bei uns sehr diszipliniert umgesetzt“, sagt der Schulleiter. Während in der warmen Jahreszeit die Fenster während des Unterrichts durchgängig geöffnet gewesen seien, stelle sich die Situation nun im Herbst und Winter anders dar. Die Klassenräume würden regelmäßig in den Pausen gelüftet. Eigens dafür seien sogenannte Lüftungsdienste eingerichtet worden. Im Wechsel zeichnen die Schüler verantwortlich dafür, dass die Frischluftzufuhr gewährleistet ist.

Immer wieder stehen auch die Schulen im Fokus der Diskussion, wenn es darum geht, das Infektionsrisiko in der Corona-Pandemie zu bewerten. Vor diesem Hintergrund sei noch nicht abzusehen, welche weiteren Entscheidungen das Schulministerium treffe, sagt Bernhard Manemann-Kallabis. Wenn zum Beispiel zeitversetzter Unterricht umgesetzt werden sollte, müsse man bedenken, dass dann der Schülertransport doppelt besetzt werden müsste. „Wir werden abwarten, bis die Dinge auf den Tisch kommen“, sagt Bernhard Manemann-Kallabis. Denn die Erfahrungen seit März dieses Jahres hätten gezeigt, dass die Entscheidungen immer wieder – oft auch ganz spontan – neu gefällt würden, immer in Abhängigkeit vom aktuellen Infektionsgeschehen.

Auch in diesem Punkte vertraut der Schulleiter auf sein engagiertes Kollegium, das auch jetzt schon erhebliche Mehrarbeit leiste. Zwar gebe es aktuell Präsenzunterricht, aber es komme auch vor, dass zusätzlich sogenannter Distanzunterricht erteilt werden müsse. Das sei dann der Fall, wenn Schüler vereinzelt in Quarantäne oder Selbstisolation seien. Lediglich in der Oberstufe, die über iPads verfüge, sei es möglich, die Schüler, die sich zu Hause aufhalten, im Klassenraum digital „zuzuschalten“. Bei jüngeren Schülern erfolge dieser Einzelunterricht auf Distanz nach dem regulären Präsenzunterricht mit der gesamten Klasse. Auch das sei ein erheblicher Mehraufwand für die Lehrkräfte.

Auch würden zwei der insgesamt 78 Lehrkräfte dauerhaft nicht für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen, weil diese zur Risikogruppe gehören würden. Das übrige Lehrerkollegium müsse die Stunden dieser Kollegen auffangen.

Bernhard Manemann-Kallabis zeigt sich dankbar für die gute Kooperation mit dem Schulträger, der Stadt Gescher, und der Gesundheitsbehörde des Kreises Borken, wenn es darum geht, Entscheidungen darüber zu treffen, ob und wie in einem Infektionsfall weiter unterrichtet werden kann.

Den Beginn der Winterferien, der vom Ministerium aus Gründen des Infektionsschutzes um zwei Tage vorverlegt worden ist, sieht der Leiter der Gesamtschule unproblematisch. Lediglich der Terminplan für die Klausuren müsse verändert werden. Da es an der Gesamtschule in Gescher im nächsten Jahr noch keinen Abiturjahrgang gebe, sei das machbar.

Für die Gescheraner Grundschule hingegen stellt der frühere Beginn der Winterferien eine Herausforderung dar. Schließlich sei die Betreuung der Kinder sicherzustellen, heißt es.

Die Auflagen des Infektionsschutzes zu erfüllen, sei im Schulalltag bereits zur Routine geworden. Petra Roters, Leiterin der Von-Galen-Schule, kommentiert in einem Brief an die Eltern: „Dem Lüften in unseren Klassenräumen kommt eine hohe Bedeutung zu. Das haben wir bereits vor den Ferien intensiv umgesetzt. Die 20 Minuten-Regel bildet dabei für uns die Orientierung.“ Die Schüler werden gebeten, einen warmen Pullover oder eine warme Jacke mit in die Schule zu bringen. Die Pausen finden auch weiterhin in verschiedenen Gruppen in getrennten Bereichen statt.

Nach den Weihnachtsferien werden Petra Roters und ihre Kollegin Birgit Knauer, Leiterin der Pankratiusschule und der Schule auf dem Hochmoor, wieder einen dringenden Appell an die Eltern solcher Kinder richten, die aus einem Risikogebiet zurückgekehrt sind, umgehend mit der Schule Kontakt aufzunehmen und vor allem die notwendigen Maßnahmen umzusetzen.

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