Bund und Länder empfehlen Ausweitung von Home-Office und Betriebsferien zum Schutz vor Infektion
Betriebe entwickeln eigene Modelle

Gescher. Bereits beim ersten Lockdown haben so manche Unternehmer auch in Gescher ihren Beschäftigten ermöglicht, zu Hause im sogenannten Home-Office zu arbeiten. Damit wollten sie einen Beitrag zum Schutz vor einer Infektion mit Corona leisten.

Montag, 07.12.2020, 06:14 Uhr
Bund und Länder empfehlen Ausweitung von Home-Office und Betriebsferien zum Schutz vor Infektion: Betriebe entwickeln eigene Modelle
Christian Roleff (Huesker Synthestic GmbH), Martin Duesmann-Artmann (Raiffeisen Hohe Mark Hamaland eG) und Jürgen Rosing (Metallverarbeitung Elsing-Brüning) nehmen Stellung zu der Empfehlung von Bund und Ländern, Home-Office in den Unternehmen möglichst auszuweiten. Foto: pexels.com

Auch im Bund-Länder-Beschluss vom 25. November 2020 heißt es, dass Arbeitgeber gebeten werden, zu prüfen, ob die Betriebsstätten entweder durch Betriebsferien oder großzügige Home-Office-Lösungen vom 23. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021 geschlossen werden können, um bundesweit den Grundsatz „Wir bleiben zu Hause“ umsetzen zu können.

Christian Roleff, Vice President für Marketing & Geschäftsentwicklung vom Unternehmen Huesker Synthetic GmbH, teilt mit, dass das Thema Home-Office schon seit Monaten „hochindividuell“ mit dem jeweiligen Mitarbeiter abgesprochen werde. Dafür gebe es keine einheitliche Lösung.

In der Produktion und im Labor sei es natürlich nicht möglich, die Arbeit zu Hause zu erledigen. Das sei schon eher im Verwaltungsbereich umsetzbar. Wichtig sei aber auch, keinen „Neidfaktor“ bei den Beschäftigten untereinander aufkommen zu lassen.

Letztlich glaubt Christian Roleff, dass Home-Office nicht die vielbeschworene Zauberformel sei. Manche Gespräche und Konferenzen bedürften nun einmal der Präsenz der Mitarbeiter. Auch für manche Beschäftigte sei es viel besser, weiterhin am Arbeitsplatz als zu Hause zu arbeiten.

Im Unternehmen gebe es schon lange ein durchdachtes Hygienekonzept. Wo sich früher zwei Mitarbeiter einen Büroraum geteilt hätte, arbeite nun noch ein Kollege. In Konferenz-Räumen werde genauestens auf den notwendigen Abstand geachtet. Ansonsten gebe es auch immer wieder Video-Calls.

In den Besprechungsräumen des Betriebes seien Luftfiltergeräte installiert worden, die auch gut funktionieren würden. Die Präsenz der Mitarbeiter im Büro wechsele mit einer Home-Office-Tätigkeit ab. „Wir haben eine gute Mischung hinbekommen“, sagt Roleff.

Weil jeder einzelne Mitarbeiter für sich und für seine Kollegen Verantwortung beim Infektionsschutz übernehme, sei es bisher zum Glück noch zu keinem Corona-Ausbruch im Unternehmen gekommen. „Darüber freuen wir uns sehr. Unsere Maßnahmen greifen“, betont Roleff.

Auch die Mitarbeiter des Unternehmens Raiffeisen Hohe Mark Hamaland eG setzen seit geraumer Zeit die Corona-Schutzauflagen konsequent um, wie Martin Duesmann-Artmann, geschäftsführender Vorstand, betont. „Dort, wo es machbar ist, in der Buchhaltung und Verwaltung, trennen wir schon seit dem ersten Lockdown unsere Mitarbeiter so gut es geht“, fügt er hinzu.

Etliche Mitarbeiter aus dem Verkauf, Außendienst sowie aus der Buchhaltung und Verwaltung seien im Home-Office. „Kontakt halten wir mindestens einmal wöchentlich durch eine Online-Team-Sitzung“, sagt Martin Duesmann-Artmann. Betriebsferien zwischen Weihnachten und Neujahr seien für die Raiffeisen Hohe Mark Hamaland eG keine Option. Die Mischfutterproduktion müsse in Gang gehalten werden. Außerdem sei die Produkpalette in den Raiffeisen-Märkten mit Tierfutter und als Nahversorger systemrelevant.

Jürgen Rosing, Geschäftsführer des Metallverarbeitungs-Unternehmens Elsing-Brüning, verweist darauf, dass es im Regelfall Betriebsferien zwischen den Jahren geben würde. „Das haben wir auch in diesem Jahr so geplant“, sagt er. Allerdings sei der Bereitschaftsdienst zwischen Weihnachten und Neujahr selbstverständlich vorgesehen. Falls es irgendwo einen Maschinenbruch geben würde, sei in diesem Notfall schnelle Hilfe notwendig und werde auch gewährleistet. Jürgen Rosing spricht sich für individuelle Modelle aus, die nicht von oben verordnet werden sollten. Wenn Arbeit anfalle, müsse diese auch – unter Coronaschutz-Bedingungen – erledigt werden können.

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