Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“ freut sich über Spenden für alle Gescheraner in Not
Altersarmut nimmt stetig zu

Gescher. Wenn in der Glockenstadt zum Spenden für bedürftige Menschen aufgerufen werde, sei die Resonanz darauf stets gut. Diese Erfahrung hat Edeltraud Ening von der Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“ der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden auch diesmal gemacht, als noch vor Weihnachten Spenden erbeten wurden.

Montag, 11.01.2021, 06:30 Uhr aktualisiert: 11.01.2021, 11:19 Uhr
Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“ freut sich über Spenden für alle Gescheraner in Not: Altersarmut nimmt stetig zu
Rita Dingermann (l.), Edeltraud Ening (r.) und Hildegard Dowe (nicht auf dem Foto) kümmern sich um Gescheraner, die in Not geraten sind. Foto: Archiv

Diesmal hätten sich vor allem einige Bewohner der beiden Altenheime in Gescher über ein Taschengeld gefreut, mit dem sie sich selbst ein kleines Weihnachtsgeschenk bereiten können. „Wir haben zuvor bei den Heimleitungen angefragt, wer dafür in Frage kommt“, sagt Edeltraud Ening. Denn manche Bewohner hätten für sich selbst oft nur ganz wenig Geld zur Verfügung.

Altersarmut sei auch in Gescher ein großes Thema, das in den vergangenen Jahren verstärkt in den Fokus getreten sei. „Wir wollen dass alte Menschen weiterhin im Mittelpunkt unserer Gesellschaft stehen. Sie sollen nicht am Rande stehen“, betont sie, um den Stellenwert der finanziellen Unterstützung hervorzuheben.

Aber nicht nur Senioren bedürften der Hilfe. Auch für Familien setze sich die Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“, die 1997 aus der Taufe gehoben wurde, ein.

„Wir helfen mit dem Geld schnell und unbürokratisch, um Menschen in Not zu unterstützen“, sagt Edeltraud Ening. Immer wieder würden Menschen durch Schicksalsschläge, Krankheit oder Arbeitslosigkeit unverschuldet in eine Notlage geraten. Häufig seien auch Kinder betroffen. „Manchmal helfen wir sofort mit Bargeld oder Lebensmittel-Gutscheinen“, berichtet Edeltraud Ening. Manchmal gehe es aber auch um Mietnachzahlungen, die zum Beispiel junge Familien nicht leisten könnten.

Die Gründe für solche finanziellen Miseren seien vielfältig. Manchmal gebe es ein Suchtproblem oder ein psychosomatisches Problem. Manchmal sei eine sozialpädagogische Familienhilfe erforderlich. „Wir empfehlen in solchen Fällen dann immer eine Anbindung an den Caritasverband“, erläutert Edeltraud Ening. Denn die Hilfe höre natürlich nicht bei der finanziellen Unterstützung auf.

Die Situation der bedürftigen Familien, Rentner, Alleinerziehenden und gerade aktuell auch Familien, die wegen der Corona-Pandemie besonders leiden müssten, sei durch die Angebote des Kaufhauses N˚ 10, des Babykorbs und der Tafel mittlerweile entschärft worden. Viele Menschen würden diese Hilfen in Anspruch nehmen.

Aber gerade ältere Mitmenschen würden sich ihrer Armut schämen und darum immer öfter zum Beispiel auf wichtige Medikamente oder Pflegemittel verzichten, weil sie sich den Eigenanteil nicht leisten könnten. Dann helfe die Aktion „Nachbarn helfen Nachbarn“. Edeltraud Ening und ihr Team, zu dem auch Rita Dingermann und Hildegard Dowe gehören, können wegen der Corona-Pandemie persönliche Hausbesuche zurzeit nicht durchführen. „Das bedauern wir sehr“, sagt sie. Das Team sei auf jeden Fall weiterhin offen für jede Anfrage, die dann schnell und unbürokratisch über das Pfarrbüro geregelt werde. „Die Pfarrsekretärinnen haben ein geschultes Auge für alle Anfragen“, freut sich Edeltraud Ening. Alle Anfragen würden selbstverständlich unter dem „Siegel der Verschwiegenheit“ bearbeitet. „Das ist uns sehr wichtig“, betont sie.

-- Für Rückmeldungen und Fragen stehen neben dem Pfarrbüro auch Edeltraud Ening (Tel. 02542/ 98100) und Rita Dingermann (Tel. 02542/6706) jederzeit zur Verfügung.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7760394?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F7095333%2F947616%2F
Nachrichten-Ticker