Schüler und Lehrer profitieren von Erfahrungen des ersten Lockdowns
Effektiv auf Distanz lernen

Gescher. Die Schulgebäude sind aktuell so gut wie verwaist. Zum zweiten Mal nach dem Lockdown im Frühjahr 2020 sind die Schulen in der Corona-Pandemie geschlossen, sodass die Schüler/innen erneut im Distanzunterricht lernen müssen.

Freitag, 15.01.2021, 06:34 Uhr
Schüler und Lehrer profitieren von Erfahrungen des ersten Lockdowns: Effektiv auf Distanz lernen
Die meisten Klassenräume der Gesamtschule Gescher bleiben mindestens bis zum 31. Januar leer. Wie es danach weitergeht, bleibt abzuwarten, wie Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis kommentiert. Fotos: Archiv Foto: az

In der Gesamtschule Gescher werden aktuell zwei kleine Schülergruppen der Jahrgangsstufen fünf und sechs betreut, teilt Schulleiter Bernhard Manemann-Kallabis mit. In dieser Notbetreuung lernen die Kinder auch im Distanzunterricht. Die Aufsicht im Klassenzimmer übernehmen Lehrer und Sozialpädagogen.

Mit dem IServe steht der Gesamtschule ein Kommunikationsportal für Schüler und Lehrer zur Verfügung. Dort können Aufgaben und deren Ergebnisse eingestellt und Video-Konferenzen abgehalten werden, wie der Schulleiter erläutert. Rund 900 Personen allein im Bereich der Gesamtschule seien daran angeschlossen. Die Arbeitsspeicherkapazität sei Mitte der Woche kurzfristig erhöht worden.

Inzwischen seien noch weitere Schüler/innen durch die Schule mit digitalen Endgeräten versorgt worden. Manchmal gebe es noch digitale Übertragungsprobleme, was aber durch die unterschiedlich vorhandenen Netze verursacht werde. Manche Schüler oder Lehrer hätten Glasfaser zur Verfügung, andere nur kleine Übertragungseinheiten.

In jedem Fall sei die Ausgangssituation diesmal eine gänzlich andere, wie Bernhard Manemann-Kallabis betont. „Die digitalen Grundkenntnisse sind deutlich besser als im März 2020.“ Auch das Lehrerkollegium habe in Fortbildungen seine Kompetenzen verstärkt. Die Gesamtschule habe ein „klar verabschiedetes Konzept“ für den Distanzunterricht. Das schaffe mehr Sicherheit. „Wir können Lerninhalte auch digital vermitteln“, betont Bernhard Manemann-Kallabis.

Allerdings wünsche er sich von der Landespolitik, dass die Schulen künftig mit verlässlichen Modellen arbeiten können. Es müsse genau geklärt werden, wann Präsenz-, Hybrid- oder Distanzunterricht erforderlich sei.

Weil Lehrkräfte zeitnah mit digitalen Endgeräten ausgestattet würden, könne sich demnächst auch der Präsenzunterricht verbessern, blickt der Rektor in die Zukunft. Anfang Februar gebe es über den Schulträger, die Stadt Gescher, weitere Endgeräte für Kinder aus sozial schwachen Familien.

Bernhard Manemann-Kallabis hat wenig Sorge um die Schulabschlüsse für die Zehntklässler. Das gelte auch für die künftigen Abiturienten. Die Schüler/innen der Qualifikationsstufe Q1 würden ihre Klausuren in dieser und in der kommenden Woche schreiben. Der Sorge einer Ansteckung mit dem Corona-Virus begegnet die Schule mit dem Angebot, an zwei Terminen den großen Sitzungssaal im Rathaus für Klausuren zu nutzen. Von Bürgermeisterin Anne Kortüm sei der Vorschlag gekommen. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir Hand in Hand arbeiten“, betont der Schulleiter.

Er würde sich wünschen, dass sich nicht nur die Schüler, sondern auch deren Eltern melden würden, falls es Probleme beim Distanzunterricht zu Hause gebe. „Wir sind aber auch dankbar für Informationen, wenn etwas gut läuft“, sagt der Schulleiter.

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