Apotheker Tobias Bertels ist auf Ansturm auf medizinischen Schutz vorbereitet
Stoffmasken haben ausgedient

Gescher. Beim Corona-Gipfel ist das verpflichtende Tragen von medizinischen Masken beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr beschlossen worden. Die entsprechenden Vorgaben stehen in der neuen Verordnung, die das Land Nordrhein-Westfalen erlassen hat und die am heutigen Montag in Kraft tritt.

Montag, 25.01.2021, 06:52 Uhr
Apotheker Tobias Bertels ist auf Ansturm auf medizinischen Schutz vorbereitet: Stoffmasken haben ausgedient
Medizinische Masken sind auch in Nordrhein-Westfalen ab sofort Pflicht. Neben FFP2-Masken (Foto) sind auch OP-Masken erlaubt. Stoffmasken haben ausgedient. Fotos: Archiv Foto: az

Damit werden die seit Monaten bekannten AHA-L-Regeln (Abstand, Hygienmaßnahmen, Alltagsmaske, Lüften) neu definiert. Die Alltagsmaske wird durch eine medizinische Maske ersetzt.

Apotheker Tobias Bertels ist in jedem Fall auf die verstärkte Nachfrage nach medizinischen Masken vorbereitet. Der Inhaber der Post-Apotheke, Marien-Apotheke und Hirsch-Apotheke in Gescher erläutert, dass es verschiedene Arten von medizinischen Masken gibt: OP-Masken und FFP2-Masken.

Aktuell gebe es eine sehr große Nachfrage nach FFP2-Masken. OP-Masken würden die Kunden aktuell seltener erwerben. Das sei zu Beginn der Pandemie genau umgekehrt gewesen, erinnert sich der Apotheker. „Bei Masken gibt es Trends“, hat er festgestellt.

FFP ist die Abkürzung für „filtering face pieces“, partikelfiltrierende Halbmasken. Diese wurden ursprünglich als Staubschutzmasken konzipiert. Im Arbeitsschutz sind sie Teil der sogenannten „persönlichen Schutzausrüstung“. Im medizinischen Bereich werden FFP-Masken schon länger eingesetzt. Für FFP-Masken und chirurgische (OP)-Masken hat sich der Oberbegriff „medizinischer Mundschutz“ etabliert.

„FFP2-Masken sind mit Abstand das Beste“, sagt Tobias Bertels. Sie hätten eine sehr gute Filterleistung. OP-Masken würden nicht so gut abschließen. Daher sei bei diesen Modellen der Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus geringer.

Der Apotheker begrüßt es sehr, dass medizinische Masken im Alltag an Bedeutung gewinnen. Die sogenannte Alltagsmaske, die Stoffmaske, habe zum Glück ausgedient, meint der Fachmann. Die Wirkung solcher Masken sei laut Studien „überschaubar“. Vermutlich hätte die Politik zu Beginn der Pandemie aus der Not heraus solche Masken zugelassen, weil es Lieferengpässe bei medizinischen Masken gegeben habe. Das sei auch an den astronomisch hohen Preisen für eine FFP2-Maske erkennbar gewesen, die man im April/ Mai 2020 habe beobachten können.

Als es die Bundesregierung im Dezember ermöglicht habe, dass alle Mitglieder von Risikogruppen drei FFP2-Masken gratis zur Verfügung gestellt bekommen, sei die Nachfrage nach dieser Art von Masken durch die Decke gegangen. Innerhalb von nur einer Woche sei der Bedarf um einhundert Prozent gestiegen. „Da hatten auch wir einen Lieferengpass“, erinnert sich Tobias Bertels. Jetzt habe sich die Situation entspannt, und es seien genügend Masken vorrätig. Aktuell belaufe sich der Stückpreis für eine FFP2-Maske bei 2,50 Euro; OP-Masken seien schon für 30 Cent zu haben. Auch auf einen Mengenrabatt könne die Kundschaft hoffen.

Tobias Bertels geht nicht davon aus, dass die Preise jetzt durch die Einführung der neuen Maskenpflicht in die Höhe schnellen werden. Er rechnet für die Zukunft mit einem moderaten Anstieg der Preise in Höhe von zehn bis 20 Prozent.

Der Apotheker geht davon aus, dass die Bevölkerung noch über einen langen Zeitraum mit der Maskenpflicht leben muss. „Wir wollen schließlich alle wieder öffentliches Leben haben und einander treffen“, kommentiert er.

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